Elternumfrage zeigt geringe Zustimmung zur Sekundarschule. Die Stadt wertet die Stimmen der unentschiedenen Eltern als Ja-Stimmen und macht so die Umfrage zur Farce

Bald auch in Dorsten?

Von Helmut Frenzel

17. November 2017. – Die Sekundarschule macht weiter von sich reden. Ab dem Schuljahr 2018/2019 wird sie unter dem Namen „Neue Schule Dorsten“ in der Sekundarstufe I an den Start gehen. Diese umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 10 und war bisher die Domäne der Haupt- und Realschulen. Deren Ende ist besiegelt, soweit es die Schulen in städtischer Trägerschaft betrifft: Parallel zur Aufnahme des Betriebs der Sekundarschule laufen die Realschule (Erich-Klausener-Schule) und die beiden Hauptschulen (Dietrich-Bonhoeffer-Schule und Geschwister-Scholl-Schule) aus. Sie nehmen ab dem nächsten Schuljahr keine Schüler mehr auf. An ihre Stelle tritt die Sekundarschule. Im Dezember 2016 hatte der Rat der Stadt den Beschluss zur Gründung gefasst. Er steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich genügend Eltern finden, die ihr Kind an der „Neuen Schule Dorsten“ anmelden wollen. Die Umfrage dazu fand im September statt. Befragt wurden die Eltern von Kindern in den vierten und dritten Klassen der städtischen Grundschulen. 1350 Eltern erhielten den Fragebogen; 609 gaben ihn ausgefüllt zurück (45 Prozent). Kurz darauf gab die Verwaltung bekannt: „Elternbefragung ergibt großes Interesse an Sekundarschule.“  Die Hürde von mindestens 75 Anmeldungen pro Jahrgang werde sicher überschritten. Einzelheiten wurden nicht genannt. Einige Tage später titelte die Dorstener Zeitung: „225 Eltern von Dritt- und Viertklässlern haben in einer Umfrage bekundet: Wir schicken unser Kind in die Sekundarschule“. Das klang nach einem großen Erfolg für Schuldezernent Lars Ehm und den Arbeitskreis Sekundarschule. Aber noch immer wurden keine Detailergebnisse vorgestellt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Schulentwicklung, Schulpolitik | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dorstens „patriotische Straßennamen“ (5) – Cecilienstraße in Holsterhausen. Eine Kronprinzessin, die nicht Königin wurde und einen Ehemann hatte, der Hitler-Anhänger war

Seit 1911 Cecilienstraße in Dorst6en-Holsterhausen

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung. 10. November 2017. – In Dorsten gibt es heute noch einige Straßen, die nach preußisch-ruhmbekleckerten Feldmarschällen benannt sind. – Im damaligen wilhelminischen Kaiserreich liebdienerten sich Bürgermeister und Magistraten durch Straßenbenennungen den hohen Herrschaften an. So entstanden in Holsterhausen die 1911 nach dem Bruder des Kaisers Wilhelm II. die „Heinrichstraße“, ebenso bekam der Preußen-Feldherr von Roon eine Straße; Goeben, Wrangel, Blücher und Bismarck auch; zudem Damen des Königs- und Kaiserhauses. In unserer heutigen Folge widmen wir uns einer dieser Damen, deren Name auf dem Schild „Cecilienstraße“ zu lesen ist. Neben Musiker-, Künstler-, Tier-, Pflanzen-, Heiligen- und anderen Straßen sind das die so genannten „patriotischen Straßen“. Sie sind historische Denkmale. Und wie es mit Denkmalen so ist: sie werden abgerissen, wenn man die Geehrten nicht mehr ehren will oder sie bleiben. Die 1933 bis 1945 nach Hitler und anderen NS-Größen benannten Plätze und Straßen sind wieder verschwunden. In Dorsten heißt beispielsweise dass Essener Tor wieder so, die „Adolf-Hitler-Straße“ in Holsterhausen ist nach 1945 dem heiligen Antonius gewidmet. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Das Porträt, Geschichte, Namensgeschichte, Straßen | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der 9. November! Ein deutscher Schicksalstag? Das Ende des Kaiserreichs 1918, Hitler-Putsch 1923 – ein späterer Dorstener war dabei, Pogrom mit Zerstörung der Dorstener Synagoge 1938, Mauerfall 1989

Hitler-Putschisten sammeln sich zum Marsch zur Feldherrnhalle in München 1923

Von Wolf Stegemann

3. November 2017. – In wenigen Tagen steht auf dem Kalender „9. November“. In den Medien und auch von Historikern wird dieser Tag oft als „Schicksalstag der Deutschen“ bezeichnet. Denn viele wichtige Ereignisse der deutschen Geschichte sind mit dem 9. November untrennbar verknüpft. Ob aber der Tag als Schicksalstag genannt werden darf, obliegt jedem Leser selbst. Schicksal ist immer ein Zustand, der außerhalb rationalen Handelns den Menschen passiert und somit ihrer Verantwortung entzogen ist. Nicht das Schicksal knüpft die Fäden unserer Geschichte, sondern gut oder schlecht handelnde Menschen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Erster Weltkrieg, Geschichte, Heimatgeschichte, Nationalsozialismus, Zurückgeblättert, Zweiter Weltkrieg | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Reformationstag – 31. Oktober: „Ein feste Burg ist unser Gott“ – Im Lutherjahr 2017 ist er einmalig ein bundesweiter Feiertag

Martin Luthers Thesen

Von Wolf Stegemann

27. Oktober 2017. – Der 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 wird in NRW als Feiertag arbeitsfrei sein. Das beschloss der nordrhein-westfälische Landtag nach einer Gesetzvorlage der Landesregierung. Darin heißt es, das Reformationsjubiläum sei nicht nur für die Protestanten, sondern für die Gesellschaft als Ganzes ein historischer Tag. Die Erkenntnisse der Reformation hätten das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Deutschland und weiten Teilen von Europa beeinflusst und seien nach wie vor aktuell. Die evangelische Kirche erinnert im Jahr 2017 an den 500. Jahrestag des Thesenanschlags Martin Luthers (1483-1546) an der Schlosskirche in Wittenberg. Das Ereignis gilt als Beginn der Reformation– auch wenn der Anschlag der Thesen so, wie er über Jahrhunderte hinweg beschrieben und dargestellt wurde, vielleicht gar nicht stattgefunden hat, worauf Wissenschaftler hinweisne. Der Reformationstag am 31. Oktober ist nur in fünf Bundesländern generell ein gesetzlicher Feiertag. Die Ministerpräsidenten aller anderen Bundesländer haben sich jedoch dafür ausgesprochen, den Tag zum Reformationsjubiläum 2017 einmalig und ausnahmsweise als bundesweiten Feiertag zu begehen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter 100 Jahre Erster Weltkrieg, Feste und Feiern, Geschichte, Kalenderthemen, Kirchen, Kirchliches, Religiöses | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Dorstens „patriotische Straßennamen“ (4) – Friedrichstraße und Viktoriastraße. Liberalität und ein lebenslanges Liebesband umschlang das Königs- und Kaiserehepaar

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung. 20. Oktober 2017. – In Dorsten gibt es heute noch einige Straßen, die nach preußisch-ruhmbekleckerten Feldmarschällen benannt sind. – Im damaligen wilhelminischen Kaiserreich liebdienerten sich Bürgermeister und Magistraten durch Straßenbenennungen den hohen Herrschaften an. So entstanden in Holsterhausen die 1911 nach dem Bruder des Kaisers Wilhelm II. die „Heinrichstraße“, ebenso bekam der Preußen-Feldherr von Roon eine Straße; Goeben, Wrangel, Blücher und Bismarck auch; zudem Damen des Königs- und Kaiserhauses. In unserer heutigen Folge widmen wir uns einer dieser Damen, deren Name auf dem Schild „Viktoriastraße“ zu lesen ist. Dabei erledigen wir informationsmäßig gleich ihren Ehegatten mit, den Kaiser Friedrich III., der sich hinter dem Schild „Friedrichstraße“ verbirgt. Neben Musiker-, Künstler-, Tier-, Pflanzen-, Heiligen- und anderen Straßen die „patriotischen Straßen“. Sie sind historische Denkmale. Und wie es mit Denkmalen so ist: sie werden abgerissen, wenn man die Geehrten nicht mehr ehren will oder sie bleiben. Die 1933 bis 1945 nach Hitler und anderen NS-Größen benannten Plätze und Straßen sind wieder verschwunden. In Dorsten heißt beispielsweise dass Essener Tor wieder so, die „Adolf-Hitler-Straße“ in Holsterhausen ist nach 1945 dem heiligen Antonius gewidmet. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Das Porträt, Geschichte, Straßen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wind und Wetter – Stürme fegten über Stadt und Land, Hitze verdorrte Felder und Ernten, Kälte legte den Verkehr lahm und die Lippe überschwemmte Straßen und Felder

Essay von Wolf Stegemann

13. Oktober 2017. – „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt wie’s ist!“ Diese verballhornte Volksweisheit sagt aus, dass man das Wetter nicht beeinflussen kann, sieht man von einigen Versuchen ab, Wolken künstlich regnen zu lassen. Auch forscht das Militär seit  Anfang der 1950er-Jahre über Möglichkeiten, das Wetter lokal zu beeinflussen. Denn Kriege zu gewinnen oder zu verlieren, kann auch von der Wetterlage abhängig sein, wie 1942/43 die Niederlage der Deutschen in der Sowjetunion. Und die Bombardierung der deutschen Städte, darunter auch Dorsten im März 1945, war abhängig von guter Sicht der Piloten, die ohne tiefhängende Wolken ihre Bomben besser platzieren konnten. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Blick in die Region, Naturereignisse, Umwelt, Wind und Wetter | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Arbeit der Jugendämter – Immer wieder geraten sie in die Schlagzeilen, wie in Dorsten bei der Entscheidung „Paul“. In Einzelfällen berechtigte Kritik – aber auch Pauschalkritik

Essay von Wolf Stegemann

5. Oktober 2017. – Immer wieder werden Stimmen laut – in Einzelfällen oder pauschal –, die das Jugendamt heftig kritisieren. Auch in Dorsten. Da braucht man nur die vielen Blogs durchzusehen. Bundesweit nehmen sich die Medien der Fälle an, die besonders leidvoll für die Betroffenen sind und das Handeln der Jugendämter besonders hart und ungerecht erscheinen lassen – oder das auch sind. Das Jugendamt ist ein Teil der Kommunalverwaltung, deren rechtliche Grundlagen im 8. Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) festgeschrieben sind. Danach muss jeder örtliche Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe ein Jugendamt errichten. Die Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe werden durch Landesrecht bestimmt. In der Kritik der Medien an der Institution „Jugendamt“ werden insbesondere die oftmals zu knappe Personalausstattung und die Professionalität der Mitarbeiter der Allgemeinen Sozialen Dienste in Frage gestellt. Einerseits wird der Anspruch an das Jugendamt herangetragen, dass es Ausfallbürge für Versorgungsdefizite der aktuellen Gesellschaftspolitik sein soll, andererseits wird es aber gerne als Projektionsfläche genau dafür genutzt. Dies wird daran deutlich, dass aus Einzelfällen kontinuierlich eine Pauschalkritik gegen das Jugendamt abgeleitet wird. Aber auch berechtigte Einzelkritiken. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gesellschaft, KInder, Rat und Verwaltung | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wohin mit der Agathaschule? Zum Nonnenkamp! Die Verwaltung gibt vor und die Mehrheit des Stadtrats beschließt: Kein Geld für den Erhalt des Grundschul-Standorts am Voßkamp

Kommentar von Helmut Frenzel

14. September 2017. – Die Würfel sind gefallen. In der gestrigen Sitzung des Stadtrats entschied eine Ratsmehrheit mit 26 zu 16 Stimmen, dass die St. Agatha-Grundschule zum Nonnenkamp verlegt wird. Um Platz zu machen, zieht die dort noch beheimatete Geschwister-Scholl-Schule an die Marler Straße um und wird mit der Dietrich-Bonhoeffer-Schule zusammengeführt, die ihrerseits der künftigen Sekundarschule im Schulzentrum Pliesterbecker Straße weichen muss. Mit dem Start der Sekundarschule im August 2018 bilden die beiden Hauptschulen keine neuen Klassen mehr und laufen aus. Der Beschluss des Rates entspricht vollumfänglich den Wünschen von Bürgermeister und Verwaltung. Diejenigen Ratsmitglieder, die sich gegen den Untergang des Schulstandorts am Voßkamp gestemmt haben, müssen die Entscheidung akzeptieren. So funktioniert nun einmal Demokratie: die Mehrheit entscheidet. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Demographie, KInder, Rat und Verwaltung, Schulentwicklung, Schüler, Schulpolitik | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wohin mit der Agathaschule? Wirtschaftliche Erwägungen der Stadtverwaltung rangieren offenbar vor einer vernünftigen schulbezogenen Lösung

Agathaschule am Voßkamp, wohin mit ihr? Foto: KaSaTech

Von Helmut Frenzel

7. September 2017. – In der bevorstehenden Sitzung des Schulausschusses am 11. September 2017 steht die Beschlussfassung über den künftigen Standort der St. Agatha-Grundschule am Voßkamp auf der Tagesordnung. Das Schulgebäude ist stark sanierungsbedürftig und muss hinsichtlich des Raumangebots an die heutigen Erfordernisse angepasst werden. Außerdem geht der Schulentwicklungsplan davon aus, dass die Schülerzahl von zuletzt 260 bis zum Schuljahr 2024/25 auf 330 steigt, wodurch sich der Raumbedarf zusätzlich vergrößert. In der Vorlage zur Sitzung stellt die Verwaltung drei „Möglichkeiten“ zur Wahl: (1) Errichtung eines Neubaus am bisherigen Standort Voßkamp, (2) Verlagerung an den Nonnenkamp und Übernahme des Gebäudes der Geschwister-Scholl-Hauptschule, deren Ende besiegelt scheint, und (3) Verlagerung zur Marler Straße und Einzug in die Gebäude der ehemaligen Johannesschule und Astrid-Lindgren-Schule, die aktuell leer stehen. Diese drei „Möglichkeiten“ haben jede für sich Vor- und Nachteile und sind mit verschieden hohen Kosten verbunden. Die Vorlage der Verwaltung vermittelt den Eindruck, dass der Ausschuss frei ist in seiner Entscheidung. Das ist aber nicht der Fall. Die Beschlussvorlage weist eine Schieflage auf, in der die Option Verbleib am Standort Voßkamp massiv benachteiligt wird. Sie fällt als realistische Wahlmöglichkeit faktisch aus. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Rat und Verwaltung, Schulentwicklung, Schulpolitik | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Am 1. September 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus: Gedrückte Stimmung in der Stadt. Der Krieg dauerte 2.077 Tage und kostete 60 Millionen Menschen das Leben. – Ein Überblick

Flakbatterie „Cramer“ zwischen Dorsten und Holsterhausen

Von Wolf Stegemann

Während beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 in den Dorstener Gaststätten und auf dem Marktplatz gejubelt wurde, nahmen die Dorstener den Beginn des Zweiten Weltkriegs in gedrückter Stimmung hin. Der Pfarrer von St. Agatha Ludwig Heming schrieb in die Chronik:
„Die letzten Augusttage waren voll unerhörter Spannung, immer dichteres Gewölk zog sich am politischen Horizont zusammen, bis am 1. September früh morgens der Krieg mit Polen begann. Bald folgte die Kriegserklärung Englands und Frankreichs – der 2. Weltkrieg hatte seinen Anfang genommen.“
Obwohl zu diesem Zeitpunkt Anfang September 1939, als Heming diese Zeilen schrieb, noch gar nicht bekannt war, dass sich der Überfall auf Polen und die Kriegserklärungen Englands und Frankreich zu einem Weltkrieg entwickeln würde, benutzte er dieses Wort – wohl in Erinnerung an den Ersten Weltkrieg. Weiter schrieb er:
Während 1914 bei Kriegsausbruch die Kirchen gefüllt und Beichtstühle und Kommunionbänke umlagert waren, war jetzt derartiges nicht zu bemerken. Wohl fanden sich manche, die zu den Waffen gerufen wurden, ein, um ihre Rechnung mit dem Herrgott in Ordnung zu machen, im Ganzen aber hatte das große politische Geschehen ein schwaches religiöses Echo“. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte, Jüdisches, Kriege in und um Dorsten, Kriegsspuren, Militärisches, Nationalsozialismus, Zurückgeblättert, Zweiter Weltkrieg | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kann eine höhere Wahlbeteiligung durch mehr Bürgerbeteiligung erreicht werden? Wohl kaum. Die Ursachen liegen tiefer – Eine Entgegnung auf Dirk Hartwich

Seit Jahrzehnten lenkt eine Handvoll Parteipolitiker im Rathaus die Geschicke der Stadt

Von Helmut Frenzel

18. August 2017. – Kürzlich veröffentlichte die ,,Dorstener Zeitung“ ein Interview mit Dirk Hartwich, Mitglied des SPD-Ortsvereins Rhade und früher Mitglied im Rat der Stadt Dorsten. Er sorgt sich um die sinkende Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen, die manche als ein Zeichen für die schwindende Akzeptanz unseres Demokratie-Modells verstehen. Einen Weg, dem entgegenzuwirken, sieht er in mehr Beteiligung der Bürger an Entscheidungen der Politik. Die bisherigen Formen der Bürgerbeteiligung reichen ihm nicht. Er sagt: ,,Was allgemein Bürgerbeteiligung genannt wird ist in der Regel eine nicht repräsentative Meinungsabfrage von Bürgern, die den Weg zu einer Info-Veranstaltung gefunden haben und dort mitdiskutieren dürfen. Das hat mit echter Beteiligung ziemlich wenig zu tun.“ Dirk Hartwich macht Vorschläge, wie die Bürger in Dorsten über das vorhandene Maß hinaus noch besser an der politischen Meinungsbildung beteiligt werden könnten. Seine Vorschläge zielen auf eine Wiederbelebung des Interesses der Bürger an politischen Themen und letztlich darauf, dass sich auf diese Weise mittelfristig eine Erhöhung der Wahlbeteiligung erreichen lasse. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Rat und Verwaltung, Wahlen | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Zurückgeblättert: Französische Flüchtlinge „überschwemmten“ vor 215 Jahren die Herrlichkeit – Meist adelige Asylbewerber fanden hier Unterkunft. Einer charakterisierte die Bevölkerung

Französische Emigranten 1795 vor Münster, Aquarell von 1800 (Landesarchiv Münster)

Von Wolf Stegemann

Vergleiche hinken fast immer, sagt der Volksmund. Vergleicht man dennoch die „Flüchtlingswelle“ von 2015 mit der von vor 215 Jahren, die französische Asylanten und Exilanten nach Westfalen und auch nach Dorsten brachte, dann zwängen sich wohl Parallelen auf, wenngleich es Ende der 18. Jahrhunderts meist Adelige, Geistliche und andere Ordensangehörige waren, die vor dem Schafott der Revolutionäre flüchteten. Die französische Nationalversammlung komplettierte innerhalb weniger Monate die Verfolgungsgesetze, wonach die Emigranten in Ewigkeit verbannt, bei Rückkehr mit der Todesstrafe bedroht waren (1772) und die Emigration in Kriegszeiten ein Verbrechen war, das mit der Todesstrafe geahndet wurde (1793). Zugleich wurde eine Liste von über 30.000 Emigranten veröffentlicht. Jede Hilfe für sie und sogar der Briefverkehr zogen die Todesstrafe nach sich. Etliche der Emigranten kamen auch nach Dorsten. In der Chronik Terlunen steht darüber: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Flüchtlinge, Geschichte, Zurückgeblättert | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Rund um die Treppen: Märchenhaftes und Mörderisches, Historisches und Herrschaftliches, Filmisches und Philosophisches quer durch die Zeiten und Kunst-Epochen

In der christlichen Mythologie führen neben Leitern auch Treppen in den Himmel

Von Wolf Stegemann

Muss man den „Treppenwitz“ kennen? Nein, denn es ist gar keinen. Als Treppenwitz bezeichnet man die Entgegnung, die einem erst nachträglich, beim Weggehen „auf der Treppe“ einfällt. 1882 erschien das Buch „Treppenwitz der Weltgeschichte“, in dem paradoxe und kuriose Geschehnisse der Weltgeschichte geschildert werden. In der Einleitung heißt es u. a.: „Der Geschichte fällt, gerade wie dem von einer Audienz der Treppe herunterkommenden Bittsteller, ein pikantes, gerade passendes Wort fast immer erst hinterdrein ein.“ Allerdings ist das Wort „Treppenwitz“ älter als dieses Buch. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Architektur, Gedankliches, Geschichte, Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Ende einer Legende, dass Schulden nur harmlose Ziffern auf dem Papier sind – Jetzt musste die Stadt einen Buchverlust von 3 Millionen Euro realisieren und in barer Münze bezahlen

Im Dorstener Rathaus werden die Schulden gewälzt; Foto: Frenzel

Von Helmut Frenzel

16. Juni 2017. – Es ist eine Zeitenwende. 2016 wurde der „Euro Swissy“ abgewickelt, der Vertragspartner hatte den Vertrag gekündigt. Es ging um einen Kredit der Stadt Dorsten, dessen Höhe ursprünglich 7,1 Millionen Euro betrug und der in Schweizer Franken zurückgezahlt werden musste. Da der Franken gegenüber dem Euro in den vergangenen Jahren bekanntlich stark aufwertete, belief sich der Rückzahlungsbetrag auf 10,1 Millionen Euro. Der Differenzbetrag von 3 Millionen war ein Währungsverlust, der im Zuge der Beendigung des Geschäfts bar bezahlt werden musste und also „realisiert“ wurde. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Rat und Verwaltung, Städtischer Haushalt, Verschuldung | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Alt-Rocker Peter Maffay war mit der Holsterhausenerin Tanja Spengler verheiratet. Nach zwölf Jahren trennte er sich und heiratete zum 5. Mal – eine Jüngere

Tanja und Peter Maffay

Von Wolf Stegemann

Hin und wieder konnten Holsterhausener den international berühmten und bekannten Sänger Peter Maffay in einem Holsterhausener Café und über den Dorstener Marktplatz gehen sehen, Arm in Arm mit seiner 4. Frau Tania Spengler (geboren 1980). Wenn sie auch keine gebürtige Dorstenerin ist, so zog die Lippstädterin mit 18 Jahren nach Dorsten. Der Rock-Musiker (bürgerlich Peter Alexander Makkay) lernte Tanja 1999 auf Mallorca kennen, wie er in seinen Memoiren schrieb, die anlässlich seines 60. Geburtstags 2009 erschienen sind. Klaus Rosenkranz schrieb 2008 in der WAZ: Weiterlesen

Veröffentlicht unter Aus dem Alltag, Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Zurückgeblättert: Schulwesen in Dorsten und der Herrlichkeit – Von der Mesterschole an der Agathakirche bis zum heutigen demografischen Wandel

„Die Dorfschule“, Gemälde von Johann Peter Hasenclever, 19. Jahrhundert

Von Wolf Stegemann

Derzeit streiten die Parteien in Dorsten und anderswo um eine Lockerung der festen Schulzeiten an Ganztagsschulen, weil Eltern die Freiheit haben wollen, ihr Schulkind nachmittags hin und wieder früher nach Hause zu holen. Im letzten Jahr stritten sie um den Erhalt der Wichernschule, dann wurde gestritten um die Bezahlung der Schulwegfahrt, beispielweise von Tönsholt ins kilometerweit entfernt liegende Altendorf-Ulfkotte, dann setzten sich die Schulpolitiker wieder streitig auseinander um Zusammenlegung, Schließungen, Trägerschaften und dergleichen. In Kürze wird über die beschlossene Planung zur Errichtung der Sekundarschule wieder gestritten werden. Schon immer hat es zwischen Schulverwaltung, Lokalparteien, Lehrern und Eltern Auseinandersetzungen gegebenen. Parteistrategien und Ideologien sowie – berechtigter oder unberechtigter – Eltern-Unmut standen sich dann oft gegenüber. Eltern nötigen  Lehrer mit Hilfe von Rechtanwälten zu Notenkorrekturen, weil das Kind ja studieren soll und das ohne Abitur nicht kann. Zwischen den Prellböcken sitzen Lehrerinnen und Lehrern, es leiden ihr Ansehen, der Lehrauftrag und am Ende das Bildungswohlergehen des Kindes. Die Gegenwart und noch mehr die Zukunft sind belastet von Schulschließungen, überfüllten Hörsälen und bildungsüberforderten Studenten, denen an den Unversitäten erst einmal Grundlagen von Wissen beigebracht werden müssen, damit sie die notwendige Reife für Ihr Studium erhalten, das nach guter alter Lesart eigentlich das Abiturzeugnis bezeugen soll. Arbeitslosigkeit im Bildungsproletariat macht sich schon heute breit.
Diese kritischen Eingangsbetrachtungen zum Thema Schule mögen für den einen oder anderen Leser überspitzt sein, vielleicht sind sie es auch. Mit diesem Artikel und einem weiteren in Kürze wollen wir Einblick geben in die Schulgeschichte der Stadt Dorsten während der unterschiedlichen politischen Epochen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Geschichte, Heimatgeschichte, KInder, Nationalsozialismus, Rat und Verwaltung, Schulentwicklung, Schulgeschichte, Schulpolitik, Zurückgeblättert | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mit Gründung der Sekundarschule wird in Dorsten das Ende des dreigliedrigen Schulsystems besiegelt – Kritische Anmerkungen zum pädagogischen Konzept der „Neuen Schule“

Schulzentrum Pliesterbecker Straße – bald „Neue Schule Dorsten“? – Foto: Wolf Stegemann

Von Helmut Frenzel

7. April 2017.  – In seiner Sitzung im Dezember 2016 fasste der Rat der Stadt den Grundsatzbeschluss, in Dorsten eine Sekundarschule zu gründen, die den Betrieb am 1. August 2018 aufnimmt. Die Sekundarschule ist eine neue Schulform. Sie wurde 2011 im Schulgesetz NRW als Regelschule verankert und ergänzt seither das bestehende Schulangebot. Die Sekundarschule umfasst die Jahrgangsstufen der Klassen 5 bis 10 (Sekundarstufe I). Ihr besonderes Merkmal ist das gemeinsame Lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6. Ab Jahrgangsstufe 7 wird der Unterricht in integrierter, teilintegrierter oder kooperativer Form fortgeführt. Sie verfügt nicht über eine eigene gymnasiale Oberstufe. Vielmehr soll die geregelte Zusammenarbeit mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einer Kollegschule – entsprechende schulische Leistungen vorausgesetzt – den Weg in die gymnasiale Oberstufe ebnen und die Erlangung der Hochschulreife ermöglichen. So verlangt es das Schulgesetz. Die Sekundarschule nimmt für sich in Anspruch, die Schüler sowohl auf Abitur und Hochschulstudium als auch auf eine berufliche Ausbildung vorzubereiten. Weiterlesen

Veröffentlicht unter KInder, Schulentwicklung, Schüler, Schulpolitik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Ein Jahr nach der Eröffnung schließen die ersten Geschäfte – Was wird aus dem Mercaden?

Von Helmut Frenzel

17. März 2017. – Anfang dieses Monats feierte das Mercaden den ersten Jahrestag der Eröffnung. Der Jubel hielt sich in Grenzen und die Tonlage des Centermanagements war, anders als früher, zurückhaltend. Das hatte seine Gründe. Das Projekt steht bei Weitem nicht da, wo es stehen sollte. Die „Dorstener Zeitung“ hatte passend zum Anlass eine Umfrage gestartet, wie die Leser das neue Einkaufscenter beurteilen. 1500 Fragebögen wurden beantwortet. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ war, sind die Ergebnisse doch in ihrer Eindeutigkeit für den Centerbetreiber Herbert Krämer niederschmetternd. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Gaststätten/Imbiss, Industrie und Handel, Mercaden, Einkaufscenter | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Anti-Terror-LKW-Betonklötze in der Dorstener Fußgängerzone: Widerspruch zwischen Angst vor Terrorismus und Wirklichkeit. Zudem eine urbane Verunstaltung. – Ein Standpunkt!

Zugang zur Recklinghäuser Straße; Foto: Helmut Frenzel

Von Wolf Stegemann

Wenn irgendwo in Europa eines dieser schrecklichen IS-Attentate stattfindet, wie das LKW-Attentat vom 19. Dezember 2016 in Berlin, dann werden wir im Rundfunk und Fernsehen sowie in den Printmedien überhäuft mit Schlagzeilen, Stellungnahmen, Warnungen und Forderungen, die Angst machen. Denn viele Politiker behaupten mit harschen Worten, dass sie alles im Griff haben, wenn auch „nicht hundertprozentig“. Die Gunst der Stunde nutzend,  folgen meist Forderungen wie mehr Kameraüberwachung, millionenfache Speicherung von privaten Telefonaten, wobei das Bundesverfassungsgericht dann doch Einhalt gebietet, vermehrtes Mithören von Telefongesprächen bei Verdächtigen, verstärkte Polizei- und Einlasskontrollen, Sicherungssperren aus Beton und Stahl und vieles anderes. Ein Beispiel von vielen ist Saarlands Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Dieser erklärte noch am Tag des Berliner Attentats mit 12 Toten und mehreren Verletzten den Krieg gegen wen auch immer, als er sagte: „Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand…!“ (DIE ZEIT, 10. Dez. 2016). Bouillon kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an. Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, kritisierte umgehend diese Angst machende Kriegsäußerung des Ministers: „Wir haben es hier mit Terroristen zu tun. Viele benutzen aber gerne das Wort Krieg, weil sie so auch ihre Forderungen nach dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren ins Spiel bringen wollen, was wir grundsätzlich ablehnen.“ (Berliner Ztg., 20.  Dez. 2016). Weiterlesen

Veröffentlicht unter Fußgängerzone, Kriminalität, Rat und Verwaltung | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Bürgerbegehren gegen die Schließung der Wichernschule scheiterte an fehlendem Interesse – Lügen, Fehlinformationen und Beleidigungen zeugten vom niedrigen Niveau der politischen Auseinandersetzung. Eine Rückschau

Von Wolf Stegemann

3. Februar 2017. – Beim Rückblick auf das vor wenigen Wochen zu Ende gegangenen Jahres fällt ein Ereignis auf, das wegen seiner bisherigen Einmaligkeit in die Annalen der Dorstener Geschichte eingehen dürfte, wenn auch der Anlass nicht unbedingt spektakulär war. Einmalig deshalb, weil es in Dorsten bis dahin noch keine Bürgerbegehren gegeben hat. Das ist Grund genug, diese Geschichte in seiner Gesamtheit im Rückblick darzustellen. – Am Anfang stand das Wort, besser gesagt der Antrag der CDU, den mehrheitlichen Beschluss des Stadtrates vom 17. Juni 2015, die Wichernschule, Grundschule im Marienviertel, auslaufen zu lassen. Dieser Beschluss wurde mit 24:19 Stimmen angenommen und sah vor, ab 2016 keine Eingangsklassen mehr zu bilden, und die Wichernschule in absehbarer Zeit zu schließen. Kinder sollten nunmehr in der Augustaschule an der Halterner Straße eingeschult werden.  Bereits seit dem Schuljahr 2013/14 arbeitet die Wichernschule als Teilstandort mit der Augustaschule als Hauptstandort zusammen. Damit war die Schule als Auslaufmodell bereits 2013 bekannt und die Schließung absehbar. Verwaltung und Politik verwirrten und besänftigten die Eltern und andere Interessierte zugleich mit immer wieder über die Lokalzeitung neu veröffentlichten Plänen und Vorhaben, die Dorstener Schullandschaft zu reorganisieren. Schließen, dann nicht schließen, dann wieder schließen. Der Leser hatte den Eindruck, dass durch solche Meldungen getestet wurde, wie die Eltern, Lehrer und andere auf die Lektüre der Zeitung reagierten. Erst nach dem Ratsbeschluss zur Schließung der Wichernschule im Sommer 2015 kochten die Wogen hoch. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Bürgerbegehren, Rat und Verwaltung, Schulentwicklung, Schulpolitik | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vor 500 Jahren Reformation: In den Dörfern wurde lutherisch gepredigt, doch Dorsten blieb ein Bollwerk des katholischen Glaubens – Verfolgung, Scheiterhaufen und Kriege

Martin Luther-Denkmal in Worms - für ihn galt das Wort Gottes und nicht das des Papstes

Von Wolf Stegemann

13. Januar 2017. – Das vor wenigen Tagen begonnene Jahr 2017 ist nicht nur für die evangelische Welt ein besonderes Jahr. Zum 500 Mal jährt sich das reformatorische Ereignis Martin Luthers. Daher wird 2017 als das Martin Luther-Jahr bezeichnet, in dem sich die katholische und evangelische Kirchen versuchen, sich wieder anzunähern. Zumindest medial und in Veranstaltungen. In diesem Jahr vor 500 Jahren legte am 31. Oktober der Provinzialvikar des Augustineordens, Martin Luther, in einem Brief an den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, seine „Disputatio pro declaratione virtutis indulgentarum“ bei, in denen er gegen Missbräuche beim Ablass und besonders gegen den geschäftsmäßigen Handel mit Ablassbriefen auftratt. Die Historizität des Anschlags dieser „95 Thesen“ an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg ist umstritten. Ein Einblattdruck (Folioblatt in zwei Spalten) des lateinischen Textes erschien noch im gleichen Jahr bei Hieronymus Höltzel in Nürnberg. Vermutlich noch vor Weihnachten übersetzte der Nürnberger Kaspar Nützel Luthers 95 Thesen ins Deutsche. Damit begann die Reformation der Protestanten, der eine Gegenreformation der Papisten folgte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kirchen, Kirchliches, Kriege in und um Dorsten, Zurückgeblättert | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Bronzetafel am Marktbrunnen erinnert an Goethes Besuch in Dorsten im Dezember 1792 – aber auch an eine kulturpolitische Provinzposse aus dem Rathaus im Jahre 2000

Die Enthüllung der Tafel am Makt im Jahr 2000; v, l.: Grete Mai, Wolf Stegemann, Stadtrat Hans Löns, Stadträtin Petra Somberg, MdL Werner Kirstein, Bürgermeister Friedhelm Fragemann, Peter Mai; Foto: DZ

Von Wolf Stegemann

9. Dezember 2016. – Wenn auch Goethe als Person schon lange Geschichte ist, seine Werke wirken fort in allen Gegenwarten der bisherigen 200 Jahre und werden auch für die nächsten Generationen von Schülern präsent bleiben. In Dorsten gehört sein kurzer Aufenthalt in der Lippestadt Anfang Dezember 1792 zwar auch der Geschichte an, doch dieser Aufenthalt hatte in unserer Gegenwart ein possenhaften Nachspiel, als im Jahr 2000, genau 228 Jahre nach seinem Aufenthalt am Dorstener Marktplatz, Bürger am dortigen Brunnen eine Informationstafel anbrachten. Das gefiel etlichen Dorstener Lokalpolitikern überhaupt nicht. Sie plusterten sich unverständlicherweise auf und überschütteten die Dorstener Bürger-Initiative unverständlicherweise mit Spott und Hohn, wozu auch die damalige Lokalzeitung der WAZ ihren Teil beitrug. Dieser Schuss ging allerdings nach hinten los. Warum? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Heimatgeschichte, Literatur, Rat und Verwaltung, Reisen, Skurriles, Zurückgeblättert | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Demographie – Flüchtlingszustrom sorgte 2015 für eine Pause im Bevölkerungsrückgang der Stadt

Flüchtlinge verändern die Bevölkerungsstatistik; Foto (nicht Dorsten): dpa

Von Helmut Frenzel

14. Oktober 2016. – Na endlich, wird manch einer gedacht haben, als er vor einigen Wochen die Nachricht vernahm:  Im vergangenen Jahr ist die Bevölkerung der Stadt Dorsten nicht mehr weiter geschrumpft. Die Zahl der Einwohner ging nach den Zahlen des statistischen Landesamtes lediglich um 9 auf 75.431 zurück. Damit ist die durchschnittliche jährliche Schrumpfung in den vorangegangenen Jahren von  etwa 500 auf nahe Null zurückgegangen. Das hat die Stadt seit anderthalb Jahrzehnten nicht gesehen. Wie war das möglich? Weiterlesen

Veröffentlicht unter Demographie, Gesellschaft, KInder | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Halloween – 31. Oktober, der Abend vor Allerheiligen: keltische Tradition, Horror-Clowns, immer mehr verbreiteter Grusel-Spaß – aber auch mit Rücksichtslosigkeit und Gewalt

Von Wolf Stegemann

27. Oktober. – Wer im Oktober eines jedes Jahres in Dorsten und auch anderswo den Veranstaltungskalender liest, der bekommt den Eindruck, die gesamte Stadt befindet sich am 31. Oktober in ausgelassener Gruseligkeit. Mittlerweile dürfte Halloween den evangelischen Reformationstag Martin Luthers, der auch an diesem Tag stattfindet, den medialen Rang abgelaufen haben. Im 500. Jahr nach Beginn der Reformation ist der 31. Oktober 2017 erstmals und einmalig ein gesamtdeutscher gesetzlicher Feiertag. Allerdings dürfte Halloween diesen Feiertag 2017 veranstaltungsmäßig dominieren. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Aberglaube, Feste und Feiern, Gesellschaft, Kalenderthemen, Volksbräuche | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar