Erdöl in Erle – Zuerst überraschend, dann euphorisch-dumm und blamabel

So hätte das Dorf Erle ausgesehen. Doch es blieb bei der Luft-Blase (Fotomontage).

Von Wolf Stegemann

Als das Dorf Erle noch zum Amt Hervest-Dorsten gehörte, wären die Erler und mit ihnen sicherlich auch die Nachbargemeinden sehr reich geworden, wenn das geklappt hätte, was sie sich 1950 versprachen. Damals war für Wochen Erle in aller Munde. Denn es wurde ein „reichhaltiges Ölvorkommen von beträchtlichem Ausmaß“ entdeckt; ganz Erle schwamm auf einem riesigen 1.300 Meter unter der Erde befindlichen Ölsee, wie es die „Ruhr-Nachrichten“ erfahren haben wollten. Weiterlesen

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10 Fragen an den Stadtkämmerer – und keine Antwort

Kommentar

von Helmut Frenzel

In diesen Tagen ist es ein Monat her, dass dem Dorstener Stadtkämmerer 10 Fragen zu Verschuldung und Haushalt übermittelt wurden. Das ist die Frist, innerhalb derer Anfragen von Bürgern beantwortet werden sollen. So bestimmt es das „Gesetz über die Freiheit des Zugangs zu Informationen für das Land Nordrhein-Westfalen“ (Informationsfreiheitsgesetz), das auch für die Kommunen gilt. Danach hat jeder Bürger Anspruch auf Zugang zu den vorhandenen amtlichen Informationen. Die gewünschte Auskunft soll „unverzüglich, spätestens innerhalb eines Monats“ erteilt werden. Die Verweigerung der Auskunft ist „schriftlich zu erteilen und zu begründen“.

Von alledem nichts. Der ihm zugestellte Brief war dem Stadtkämmerer weder eine Eingangsbestätigung wert,  noch die Mitteilung, dass sich die Beantwortung verzögere, noch gar die Lieferung der gewünschten Auskünfte selbst, aber auch keine Ablehnung mit der vom Gesetz geforderten Begründung.  Auch die Mitglieder des Rates der Stadt Dorsten schweigen. Sie wurden schriftlich darüber informiert, dass der Brief an den Stadtkämmerer in diesem Online-Magazin veröffentlicht ist, und werden ihn wohl zur Kenntnis genommen haben. Über die Gründe dafür, dass alle auf Tauchstation gegangen sind, kann man nur spekulieren.

Die 10 Fragen haben eine politische Dimension. Ihre Beantwortung ist im öffentlichen Interesse. Es sind Fragen, die eigentlich die Ratsmitglieder an Bürgermeister und Verwaltung stellen müssten. Weiterlesen

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Landtagswahlkampf 1980: Strauß-Kundgebung in Dorsten – Wasserwerfer blieben Kulisse, Stacheldraht trennte

Über den Beifall freuten sich Franz-Josef Strauß (†), Agnes Hürland-Bünung (†) und Bürgermeister Hans Lampen (†); Fotos: Krüger (†)

Von Wolf Stegemann

Wir befinden uns derzeit in der heißen Endphase des Landtagswahlkampfes NRW 2012. Im März 1980, vor über 30 Jahren, hat es auch einen Landtagswahlkampf gegeben, in dem  in Dorsten Franz-Josef Strauß sprach. Die Umstände und der Verlauf seines Besuches waren aus heutiger Sicht höchst ungewöhnlich. Hier die Schilderung:

Als der Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß den Landtagswahlkampf des CDU-Kreisverbandes Recklinghausen im März 1980 in Dorsten eröffnete, strömten Tausende in den Bereich Maria Lindenhof, um den stark umstrittenen CDU-Kanzlerkandidaten zu sehen und zu hören. Zu sehen war er mit der CDU-Führungsriege kaum, denn über 1.000 Polizisten, Polizeiabsperrungen mit Gittern und Stacheldraht sowie die Platzierung auf dem Dach der VHS verhinderten den Blick auf den Politiker, der von der Ferne kaum zu erkennen war. Martialisch aussehende Polizeitrupps mit Helmen und Schilden sowie von Polizisten geführte Schäferhunde flößten den Wartenden Respekt ein. Auf dem Kanal fuhren Polizeiboote. Starke Lautsprecher drangen an jedermanns Ohr, wenn nicht der Polizei-Hubschrauber, der über allem kreiste, das, was Strauß zu sagen hatte, übertönte. Die angeforderten Wasserwerfer mussten nicht tätig werden, denn die von dem auf dem Dach stehenden bayerischen Politiker weit abgedrängten Zuschauer auf der Wiese, darunter natürlich auch Protestierer und Transparententräger, blieben friedlich. Es gab keine Zwischenfälle. Strauß-Fans waren in der Mehrheit. Weiterlesen

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Demografischer Wandel stellt die Gemeinden vor neue Herausforderungen – Dorsten muss sich kleiner setzen

Wehmütiger Blick zurück - geburtenstarke Jahrgänge

drf. – Dorsten wird, so hat es das Statistische Landesamt in seiner Modellrechnung zur zukünftigen Bevölkerungsentwicklung vorgerechnet, bis 2030 voraussichtlich zwölf Prozent seiner Bevölkerung verlieren und dann nur noch 68.000 Einwohner zählen – 13.000 weniger als 2002 und 9.000 weniger als 2010. Der Rückgang der Bevölkerung und die damit einhergehende Alterung werden tief greifende Folgen in allen gesellschaftlichen Bereichen haben. Das gilt auch für Politik und öffentliche Verwaltung – auch in Dorsten. Die Strukturen, die einmal für eine Bevölkerung von über 80.000 Einwohnern gedacht waren, werden sich in vielen Bereichen als überdimensioniert erweisen. Dorsten muss sich kleiner setzen.

Damit ist Dorsten nicht allein. Der Schrumpfungsprozess in den Kommunen verläuft vor dem Hintergrund eines demografischen Wandels, von dem Deutschland wegen der extrem niedrigen Geburtenrate stärker betroffen ist als die meisten entwickelten Industrieländer. Diese liegt um ein Drittel unter der Rate, die  zur Erhaltung der Bevölkerungszahl notwendig wäre. Mit der Verabschiedung ihrer Demografiestrategie hat die Bundesregierung kürzlich einmal mehr auf dieses Thema aufmerksam gemacht, das in seiner Bedeutung in den Köpfen der breiten Bevölkerung, aber auch vieler Politiker noch immer nicht wirklich angekommen zu sein scheint. Weiterlesen

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Öffentliche Toiletten: Das menschliche Bedürfnis hat in Dorsten einen schweren Stand – und der Standort war lange Zeit ein kurioser Zankapfel

Von Wolf Stegemann

Kein glückliches Händchen hatte und hat die Stadt mit den stillen Örtchen. Wer in der Innenstadt einem menschlichen Bedürfnis nachgeben musste, stieg neben dem Heimatmuseum in einen unterirdischen, fensterlosen und übel riechenden Ort hinab. Jahrelang zog sich der Streit über öffentliche Toiletten ohne Ergebnis durch Rat und Verwaltung. Immer gab es irgendeinen Grund, warum eine notwendige, saubere und öffentliche Toilette in der Stadt nicht eingerichtet wurde. Doch zum 750. Stadtjubiläum 2001 wurde das stille Örtchen in Gestalt einer behindertenfreundlichen WC-Fertigkabine mit Behinderten-Toilette und Wickeltisch an der Ecke Klosterstraße/Westgraben für 250.000 DM etabliert und die unterirdische Toilette am Marktplatz zugeschüttet.

Als diese Planung Mitte 2000 bekannt wurde, protestierte die benachbarte Caritas, die im früheren Schulgebäude der Franziskaner untergebracht ist, und meinte:

„Die Stadtväter, die vor 359 Jahren den Entschluss fassten, dieses Gebäude (gemeint ist das Schulgebäude) zu errichten, hatten im Traum nicht daran gedacht, dass zur Jubiläumsfeier unserer Stadt im Jahr 2001 dieses historische Gebäude durch eine öffentliche Bedürfnisanstalt in den Hintergrund gedrängt werden kann.“ Weiterlesen

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