Was macht eigentlich … Gabi Erbe? Malen und Zeichnen aus dem Unterbewussten – Die Entspannungspädagogin ist auf die Transformationsmethode der Neurografik spezialisiert

Gabi Erbe und mit dem noch nicht fertiggestellten Bild (siehe auch unten); Foto: Andrea Schüller

Von Wolf Stegemann

14. Februar 2019. – Sie vertritt die von dem Petersburger Architekten, Künstler, Business-Trainer und Doktor der Psychologie Pavel Piskarev entwickelte Neurographik, die seit 2014 vor allem in Russland gelehrt wird. Sie basiert auf Erkenntnissen der Neuropsychologie, analytischen Psychologie, Gestalt- und  Sozialpsychologie sowie modernen Management-Theorien. Aktuell wird sie bislang weltweit von etwa 15.000 Menschen in den Bereichen Pädagogik, (Kunst-)Therapie, Coaching/Training/Beratung und Malerei betrieben. – Geboren und aufgewachsen ist Gabi Erbe in Alpen, absolvierte eine Friseurinnen-Ausbildung, war im Einzelhandel tätig, heiratete 1999 in Dorsten, wurde Mutter von zwei Mädchen und wohnt seither im Stadtteil Altendorf-Ulfkotte. Seit einigen Jahren schon befasst sich die 52-Jährige bewusst mit Persönlichkeitsentwicklung, verstärkt wurde es durch ihre Erfahrung bei einem Aufenthalt in der Naturheilkundeklinik in Essen, in der sie sich aufgrund einer Schmerzerkrankung befand. Danach begann sie die Fortbildung zur Entspannungspädagogin und arbeitet seitdem selbstständig. Weiterlesen

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Blick in die lokale Medienwelt (II): Altstadtschützen erklärten 1984 den Journalisten zum „inneren Feind“, der das ganze gesellschaftliche Gefüge zum Einsturz bringen will

Schützen (Symbolbild)

Vorab gesagt: Warum dieser Artikel? Lokalzeitungen sind dazu da, ihre Leser über Geschehnisse in ihrer Stadt – u. a. in den Vereinen, Bürgerinitiativen, Kindergärten, Schulen, Schützenvereinen – zu informieren und auch und vor allem einen kritischen Blick auf das Tun und Lassen der Kommunalpolitik und städtischer Institutionen zu werfen, darüber zu berichten und es zu kommentieren. Nehmen Journalisten ihre Arbeit in diesem und im Sinne ihres journalistischen Ethos ernst, ecken sie mitunter zwangsläufig an. Dann kann es schon mal Abbestellungen der Zeitung und Diffamierungen von Journalisten geben. – In loser Folge schildern wir begrenzt solche Eposiden bzw. Vorfälle.

Schützen wechselten den äußeren Feind mit dem inneren aus

Im Jahre 1984 gab es eine heute als amüsant zu bewertende Auseinandersetzung über eine Film-Rezension, die der damalige Kulturredakteur der Dorstener „Ruhr-Nachrichten“, Wolf Stegemann, unter dem Titel „Filmemacher Garczyk stellt sich den Dorstenern“ schrieb. Eckhard Garczyk hatte in dem TV-Film des Bayerischen Rundfunks „Jeder hat sein Nest im Kopf“ vor allem über den Schützenbetrieb so berichtet, dass er „anfangs“ auch den Ehrenobersten und Ehrenvorsitzenden der Altstadtschützen, Hans Pasterkamp, „schockierte“, wie er in einem Leserbrief an die „Ruhr-Nachrichten“ vom 31. Mai 1984 schrieb. Garczyk nahm in diesem Film u. a. das militärische Gehabe der Schützen aufs Korn seiner Filmkamera. Doch seinen Unmut schüttete der Ehrenoberst nicht über den Filmemacher Garczyk aus, sondern über den Journalisten, der darüber schrieb und den Hans Pasterkamp mit einem Menschen verglich, der „wurzellos“ keine „Achtung vor der Tradition“ habe. Pasterkamp gab Nachhilfeunterricht: Weiterlesen

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Juden wurden auch in Dorsten von Kommunal- und Staatsbehörden ausgeplündert, bevor sie in die Todeslager kamen. Nach dem Krieg gab es Wiedergutmachungsämter (2)

Spottbild über die Vertreibung der Juden an einer Wand des SA-Lagers an der Schleuse in Dorsten

Von Wolf Stegemann

27. Januar 2019. – Der 27. Januar, die Befreiung des Lagers Auschwitz 1945, ist in Deutschland der offizielle Erinnerungstag an die Vertreibung und Ermordung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Daher haben wir bereits in der letzten Woche einen Beitrag über jüdische Bürger in Dorsten veröffentlicht, die seit 1809 wieder in Dorsten leben und auch Besitz erwerben durften (Häuser, die einst Dorstener Juden bis 1942 gehörten, bevor sie vertrieben oder in Lagern ermordet wurden. Die Wiesenstraße war das geistige Zentrum des Dorstener Judentums – Ein Überblick (1)). Rund 130 Jahre später wurde ihnen der Besitz wieder abgenommen und auch ihr Leben – 41 Dorstener Bürger jüdischen Glaubens wurden ermordet, darunter als jüngste Kinder zwei Sechsjährige (siehe unten). – In dieser Folge befassen wir uns mit der Wegnahme des Besitzes jüdischer Bürger Dorstens durch (christliche) Bürger der Stadt, damals „arisch“ genannt, bzw. durch die Stadt selbst. Wir bitten um Verständnis, wenn wir die Namen derer, die sich am Vermögen jüdischer Bürger bereichert haben, aus Rücksicht auf ihre heutigen Familien nicht nennen. Wir bitten auch um Verständnis, wenn dieser Artikel – gemessen an den üblichen anderen – eine Überlänge hat, um das Thema umfassend zu erläutern und es abzuschließen. Weiterlesen

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Häuser, die einst Dorstener Juden bis 1942 gehörten, bevor sie vertrieben oder in Lagern ermordet wurden. Die Wiesenstraße war das geistige Zentrum des Dorstener Judentums – Ein Überblick (1)

Anzeige in der Dorstener Volkszeitung

A. Sch. – Zur Einführung: Ende des Monats, am 27. Januar, jährt sich die Befreiung des deutschen NS-Konzentrations- und Todeslagers Auschwitz in Polen, in dem Menschen, vor allem jüdischer Herkunft, fabrikmäßig ermordet wurden, darunter auch Juden aus Dorsten. Dieser Tag wurde in Deutschland zum Gedenktag. Juden, die nicht rechtzeitig Deutschland oder die besetzten Kriegsgebiete verlassen konnten, kamen in den Todeslagern ums Leben. Ihre Häuser und Grundstücke unterlagen der staatlichen „Arisierung“, besser gesagt der Beraubungspraxis der Behörden. Sie mussten nicht nur ihre Immobilien abgeben, der Erlös verblieb meist beim Finanzamt. Ihnen wurde von den örtlichen Behörden auch die persönliche Habe wie Wohnungseinrichtungen, Bilder, Schmuck, Kleidung, Teppiche und dergleichen abgenommen und zum Wohle der Stadt veräußert und öffentlich versteigert. Die Eigentümer waren bereits in den Todeslagern. So auch in Dorsten geschehen. Dazu 1951 Stadt- und Amtsdirektor Dr. Walter Banke: „Das Amt Hervest-Dorsten hat sich anweisungsgemäß und äußerst korrekt verhalten!“ Weiterlesen

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Gelddruckmaschine Abwasserbeseitigung – Kalkulatorische Zinsen auf Eigenkapital, aber keine Zinsen für Zwangskredit der Bürger

Von Helmut Frenzel

11. Januar 2019. – Vor einigen Tagen erschien in der Dorstener Zeitung (DZ) ein Artikel, der sich mit den hohen kalkulatorischen Zinsen befasst, die den Verbrauchern mit den Abwassergebühren abverlangt werden. Richtig daran ist, dass der angewandte Zinssatz mit 6 Prozent weit über dem seit Jahren viel niedrigeren Zinsniveau am Kapitalmarkt liegt. Alles andere in dem Artikel trägt mehr zur Verwirrung als zur Klarheit bei oder ist schlichtweg falsch. Da heißt es zum Beispiel: „Durch die kalkulatorischen Zinsen werden diese Kosten [der Anschaffung] auf 50 Jahre mit je 2 [Prozent] gestreckt“. Oder: „Die kalkulatorischen Zinsen sollen den Zinsaufwand ausgleichen, den die Kommune auf dem Kapitalmarkt zahlen muss, um das in den Gebührenhaushalten gebundene Kapital zu finanzieren.“ An diesen beiden Sätzen ist nichts richtig! Was dagegen fehlt ist eine Angabe über die Millionengewinne, die die Stadt mit der Abwasserbeseitigung erwirtschaftet, denn die stehen in einem engen Zusammenhang mit den kalkulatorischen Zinsen. Weiterlesen

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Zurückgeblättert: 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – Sieben Frauen aus Dorsten und heutigen Stadtteilen traten 1919 erstmals zu Wahlen an – allerdings ohne Erfolg

Ausschnitt aus einem Plakat 1918/19

Von Wolf Stegemann

6. Januar 2019. – In diesen Tagen vor 100 Jahren – am 19. Januar 1919 – fand mit der Wahl der Deutschen Nationalversammlung die erste reichsweite deutsche Wahl statt, bei der Frauen das aktive und passive Wahlrecht besaßen. Allerdings fanden vor dieser Reichtagswahl mehrere Landtagswahlen schon mit aktivem und passivem Frauenwahlrecht statt: Am 15. Dezember 1918 in Anhalt und Mecklenburg-Strelitz, am 22. Dezember 1918 in Braunschweig und am 12. Januar 1919 in Bayern, Baden und Württemberg. Wahlen in Dorsten bzw. in den Landgemeinden fanden nach dem Januar 1919 statt. Hier traten insgesamt sieben Frauen zur Wahl an, wurden aber nicht gewählt. Weiterlesen

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Das Porträt: Edith Schulte-Huxel bringt in Indien ehrenamtlich Frauen das professionelle Nähen bei, damit sie in ihrer Stadt Ponugodu Geld verdienen und besser überleben können

Edith Schulte-Huxel; Foto: privat

Von Wolf Stegemann

Die gebürtige Bottroperin war schon immer sozial engagiert, suchte die Nähe von Menschen, denen sie helfen und mit denen sie kommunizieren konnte. In Bottrop, Oberhausen und auch in Dorsten machte die Lembeckerin Edith Schulte-Huxel feinmotorische Übungen mit Senioren in Heimen  und ist seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Barkenberg tätig, wo sie im Gemeinschaftshaus Wulfen-Barkenberg Mädchen und Frauen kostenlos das Nähen beibringt, damit sich Flüchtlinge unter ihrer Anleitung ihre Kleidungsstücke selbst nähen können. Weiterlesen

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Stilles und aufdringliches Betteln. Einst heidnisch ritualisiert, christlich motiviert, dann kriminalisiert und erst seit Kurzem straffrei – jedoch ein unschönes Bild in den Straßen (Essay)

Von Wolf Stegemann

21. Dezember 2018. – Wer durch die Straßen der Dorstener Innenstadt geht, sieht häufig auch Frauen und vorwiegend Männer, die betteln oder bettelnd eine Zeitung verkaufen wollen. Besonders an Markttagen sind sie in der Innenstadt zu finden: Menschen, die Geld erbetteln oder für Organisationen Spenden sammeln. Nicht allen gefällt das, doch erlaubt ist das schon. Zumindest, solange es nicht aggressiv ausgeführt wird. Das Betteln hat eine lange kirchliche, spendensoziale, gesellschaftssoziale und strafsoziale Geschichte des Gebens und Nehmens. Auch in Dorsten bis in die Gegenwart. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Manche Städte gaben Verordnungen heraus, die das Betteln einschränkten, wenn nicht gar verboten hatten. Doch diese sind allesamt rechtsungültig, weil Bundes- beziehungsweise Landesrecht Kommunalrecht bricht. Das Betteln stellt in Deutschland seit 1974 keinen Straftatbestand dar. Der entsprechende Paragraph „Bettlerei und Landstreicherei“ wurde aus dem Strafgesetzbuch (StGB) entfernt. Daher gibt es auch in Dorsten keine städtischen Verordnungen über das Betteln. Weiterlesen

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Hermann Bogdal, bis 1945 verfolgter Kommunist und Widerstandskämpfer, danach Journalist („Neues Deutschland“) und Buchautor, ist in Dorsten in bester Erinnerung

Hermann Bogdal (r,) am Lagerfriedhof Bockhorst in den 1980er-Jahren

Von Wolf Stegemann

14. Dezember 2018. – Mit Dorsten verbanden ihn viele Freunde und politisch Gleichgesinnte. Darunter vor allem Bogdals politischer Weggefährte Edmund Labendz (Jahrgang 1931), der in den 1950er-Jahren wegen seiner Zugehörigkeit zur KPD im Zuchthaus saß. Hermann Bogdal wurde ebenfalls in den 1950er- und 60er-Jahren bestraft bzw. angeklagt, allerdings mit der Einstellung der Verfahren endete. Mit Dorsten verband Bogdal auch wochenlange Recherche im Stadtarchiv, die ihren Niederschlag vor allem in seinen beiden 1984 erschienenen Bänden „Rote Fahnen im Vest“ gefunden haben. Darin beschreibt er die Geschichte in den revolutionären Novembertagen 1918 im Kreis Recklinghausen und die Niederschlagung des Kapp-Putsches. Vor allem die historischen Dorstener Begebenheiten jener Zeit hat Hermann Bogdal in diesen beiden Büchern geschildert. Daher ist er auch immer wieder zu Lesungen und Diskussionen nach Dorsten eingeladen worden. Auf Einladung des Schulleiters Wolfgang Triptrap referiert er zur 40. Wiederkehr des Kriegsendes am 8. Mai 1985 in der Gesamtschule Wulfen. Zudem war Bogdal bei vielen ähnlichen Veranstaltungen in Dorsten anwesend, so dass mit der Zeit auch in Dorsten ein breitgefächerter Kreis von Gleichgesinnten, Freunden und Gesprächspartnern der Nachkriegsgeneration entstand. Darunter der bereits erwähnte Edmund Labendz, dann Karl Möhring und Uli Hengemühle. Auch Dirk Hartwich hat sich mit ihm politisch ausgetauscht und sein Leben, seine feste Haltung und sein Engagement stets gewürdigt. Auch die Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ hatte Kontakte zu Bogdal. Die „Ruhr-Nachrichten“ schrieben 1983: „’Rote Fahnen im Vest’ ist der Versuch, Geschichte von unten aus eindeutig politischer Sicht zu schreiben. Deshalb ist es ein beeindruckendes Buch, und trotz der eingeschränkten politischen Sicht ein notwendiges Buch.“ Weiterlesen

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Blick in die lokale Medienwelt (I): Seminararbeit von Polizeistudenten über Gewalt an Dorstener Schulen – wie sich 1994 der Schulleiter des Petrinum über einen Zeitungsartikel aufregte

Symbolbild

Von Wolf Stegemann

Vorab gesagt: Warum dieser Artikel? Lokalzeitungen sind dazu da, ihre Leser über Geschehnisse in ihrer Stadt – u. a. in den Vereinen, Bürgerinitiativen, Kindergärten, Schulen – zu informieren und auch und vor allem einen kritischen Blick auf das Tun und Lassen der Kommunalpolitiker und der städtischen Institutionen zu werfen, darüber zu berichten und zu kommentieren. Nehmen Journalisten ihre Arbeit in diesem und im Sinne ihres journalistischen Ethos ernst, ecken sie mitunter zwangsläufig an. Dann kann es schon mal Abbestellungen der Zeitung geben, Diffamierungen von Journalisten, vor allem durch Politiker, die dann beim Verleger oder Chefredakteur gegen den Journalisten agieren und auch Entlassungen fordern. Für Beschwerden, bei wem auch immer, genügen   betreffenden Politiker oft auch nur missfallende Überschriften. Darüber erfährt der Leser in der Regel nichts. Die Beziehung zwischen Politik und Presse ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie, auch auf lokaler Ebene. Daher mag man es uns nachsehen, wenn wir die Beziehung zwischen Lokalpolitik und Presse aufgreifen. Denn auch auf lokaler Ebene  gibt es hinter den Kulissen manch unschönen Druck auf Journalisten, wenn diese durch kritische Berichterstattung „auffallen“. – In loser Folge werden wir aus dem persönlichen Leben und der Feder des Verfassers einige Auseinandersetzungen zwischen Institutionen der Stadt, Parteien und der Lokalpresse schildern.

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Wie die katholische „Dorstener Volkszeitung“, Vorgängerin der heutigen „Dorstener Zeitung“, zu Beginn der NS-Zeit gleichgeschaltet und ihr von der NSDAP der Maulkorb verpasst wurde

Verlagshaus am Südwall

Von Maja Lendzian

In den überregionalen Teilen der Tageszeitungen löste Ende 1932 und Anfang 1933 eine  besorgniserregende Schlagzeile die nächste ab: „Wieder einmal große Prügelei zwischen NSDAP und KPD“, „Strassers Rücktritt von seinen Parteiämtern“, „Reichstags- und Landtagspräsident bei Hindenburg“, „Politischer Umschwung in Vorbereitung“, ,,Die Harzburger Front am Ziel – Hitler auf dem Stuhl Bismarcks“. Weiterlesen

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Rolltreppen – die erste in Dorsten wurde 1951 eingerichtet, die zweite kam erst annähernd 30 Jahre später und danach aber mehrere

Von Wolf Stegemann

Heute sind Rolltreppen, die in Fachkreisen Fahrtreppen genannt werden, in öffentlichen Gebäuden, Kaufhäusern und anderen Gebäuden ein ganz normaler Anblick und eine Einrichtung, die ohne Bedenken und Muskelkraft benutzt wird. Das war nicht immer so. Vermutlich die erste Rolltreppe, die in Dorsten zu sehen und zu benutzen war, gab es ab 1951 im Kaufhaus Albert Bieker an der Essener Straße. Das war schon ein Ereignis, denn nur 58 Jahre früher, im Jahr 1893 wurde die erste „mittels Elektrizität getriebene endlose schräge Wandelbahn“ (=Rolltreppe) in einem nicht genauer benannten New Yorker Bahnhof eingebaut, die auch ein bewegliches Geländer besaß. Der Höhenunterschied betrug bei 16 Meter Länge sechs Meter. Weiterlesen

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In eigener Sache: DORSTEN-transparent seit sieben Jahren im Netz! Über eine halbe Million Aufrufe. Zahlen und Fakten – auch „Dorsten-Lexikon“ und „Dorsten unterm Hakenkreuz“

15. November 2018. – Das seit 2012 ehrenamtlich und ohne Werbung herausgegebene Online-Magazin DORSTEN-transparent zeigt seinen Lesern auch in eigener Sache Transparenz. Daher hier einige Fakten zur bisherigen redaktionellen Arbeit und Zahlen, wie dieses Magazin von den Lesern angenommen wird. Damit beantworten wir auch Nachfragen, die uns immer wieder telefonisch oder per Email erreichen. Gleiches gilt für die Online-Seiten bzw. -Dokumentationen „Dorsten-Lexikon“ und „Dorsten unterm Hakenkreuz“, die ebenfalls von einem der beiden DORSTEN-transparent-Herausgeber ediert werden. Das von vielen Nutzern als hervorragend bezeichnete Layout und die Handhabung aller Seiten entwarf Jörn Fester. In DORSTEN-transparent sind inzwischen 370 Artikel zu den Themen Lokalpolitik, Kultur, Geschichte, Gesellschaftliches und Soziales veröffentlicht, die mit 609 Kommentaren bedacht wurden (Stand 8. November 2018). Neben der Behandlung aktueller Themen ist es unser Anliegen, Vergessenes wieder in Erinnerung zu bringen. Die Zielsetzung des Magazins mag mit einem Wort von Bodo Hombach, damals Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, illustriert werden. In einer Rede beim „Dorstener Wirtschaftsgespräch“ 2011 sprach er davon, dass das, was vor der Haustüre geschehe, 85 Prozent der Aufmerksamkeit der Bürger auf sich ziehe. „Der lokale Journalist muss realitätssüchtig sein. Er muss auch dort Transparenz schaffen, wo sie nicht erwünscht ist. Er muss nicht die Antworten haben, aber die richtigen Fragen stellen. Transparenz schaffen, wo Mächtige lieber Dunkelheit wollen.“ Weiterlesen

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Demographie: Dorstener Einwohnerzahl 2017 unverändert. Der langfristige Trend des Bevölkerungsrückgangs ist damit nicht gebrochen

Von Helmut Frenzel

8. November 2018. – Die demographische Entwicklung in Deutschland ist wegen ihrer dramatischen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Top-Thema avanciert. Der grundlegende Trend des Bevölkerungsrückgangs ist hierzulande überall wirksam. Deswegen ist es auch in Dorsten von Interesse, die lokale Entwicklung im Auge zu behalten. Inzwischen liegen die Zahlen für 2017 vor und es stellt sich die Frage, welche Erkentnisse man daraus gewinnt. Die drei Tabellen (siehe unten) geben einen Überblick über die Entwicklung relevanter Daten 2012 bis 2017. Die Angaben für 2017 wurden erst kürzlich veröffentlicht. Weiterlesen

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Höchster SA-Führer zu Besuch in der Stadt – Stabschef Viktor Lutze war früher Briefträger in Dorsten

Adolf Hitler, Viktor Lutze, Gauleiter Meier

Von Wolf Stegemann

Kaum einer weiß noch, dass der „Alte Kämpfer“ der NSDAP und höchste SA-Führer Viktor Lutze vor seinem Aufstieg in nationalsozialistischer Zeit in Dorsten als Postbote Briefe ausgetragen hatte. Ende der 1920er-Jahre war er als Postbeamtenanwärter im Dorstener Postamt beschäftigt und wohnte zur Untermiete bei der Familie Nuyken in der Lippestraße. Daher kam er im August 1935, als er bereits Nachfolger des von Hitler ermordeten SA-Stabschefs Ernst Röhm geworden war, zur Inspektion seiner SA-Truppen nach Dorsten. Darüber schrieb der dem Regime nahe stehende „Generalanzeiger“ am 22. August 1935: Weiterlesen

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Schreiben nach Gehör – Das zähe Ende einer ungeeigneten Lernmethode. Es ist auch ein Schlag gegen das selbstbestimmte Lernen

Kommentar von Helmut Frenzel

26. Oktober 2018. – Die Eltern wussten es, die Lehrer wussten es und die Schulpolitiker wussten es auch: Die flächendeckend angewandte Lernmethode des „Schreiben nach Gehör“ ist wenig geeignet, den Grundschülern eine fehlerfreie Rechtschreibung beizubringen. Das ist auch in Dorsten ein Thema. Viele Kinder verlassen die Grundschule nach der vierten Klasse mit mangelhaften Kenntnissen dieser elementaren Kulturtechnik – und leiden während ihrer restlichen Schullaufbahn darunter. Die Medien berichten seit Jahren darüber. Aber alles half nichts. Auch nachdem in Hamburg die Anwendung der Methode verboten wurde und andere Bundesländer folgten, blieb das Schreiben nach Gehör weiterhin die vorherrschende Methode zum Erlernen der Rechtschreibung, auch in NRW. Es brauchte erst eine wissenschaftliche Studie der Universität Bonn, um ihr Ende einzuläuten. Die Wissenschaftler verglichen über mehrere Jahre die Rechtschreibleistungen der Kinder, die das Schreiben mit drei unterschiedlichen Methoden erlernten. Die Ergebnisse bestätigen, was alle wussten: Das Schreiben nach Gehör führt zu sehr viel schlechteren Lernergebnissen als die herkömmliche Fibelmethode. Zudem benachteiligt sie besonders Kinder mit Migrationshintergrund. Die Defizite sind so groß, dass man an ihrer Abschaffung kaum mehr vorbei kommt. Weiterlesen

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Der Russenfriedhof in Holsterhausen: Über 400 zwangsdeportierte Frauen und Männer, auch Kinder. Eine Augenzeugin: „Sie starben wie die Fliegen!“ – Heute ein Ort der Stille

Massengräber auf dem russischen Friehof in Holsterhause; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

Friedhöfe erfüllen wichtige und in vielen Kulturen bestehende individuelle und kollektive Funktionen. Vor allem sind sie dazu bestimmt, ein ungestörtes Totengedenken in einem Raum zu ermöglichen, der deutlich von dem der Lebenden abgetrennt ist und unter besonderem Schutz vor Verwahrlosung, Entweihung und Verletzung der Totenruhe steht. Äußere Zeichen zum Schutz der Totenruhe sind Zutrittsbeschränkungen, Umfassungsmauern, verschließbare Zugänge. Daher befremdet es, wenn die für Friedhöfe Verantwortlichen nicht auf die Würde der dort bestatteten Toten achten, gleich welcher Nation und Religion. Der Russenfriedhof in Holsterhausen gibt in diesen Tagen ein verwahrlostes Bild ab. Der an Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff gerichtete Brief vom 27. September 2018 informiert darüber: Weiterlesen

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Blick in Dorstens Nazi-Zeit: Hauptsturmführer Otto Weißenberg war Dorstens ranghöchster und brutaler SA-Führer – er starb 1961 als Nachtwächter im Sauerland

Dorsten 1936: Otto Weißenberg (l) und Kaspar Laukemper (r); Foto: Sammlung Stegemann

 

Von Wolf Stegemann

21. September 2018. – Er war als Hauptsturmführer (Rang hieß bis 1934 Sturmhauptführer) der ranghöchste SA-Führer im Einsatzgebiet Dorsten. Mit ihm und seinem Namen verbanden die Dorsten den Typ von SA-Mann, der gewalttätig und bösartig war. Selbst seine Tochter sagte über ihn Mitte der 1980er Jahre: „Wenn er blau war, hat er schon einem eine vor die Klappe gehauen!“ So ist er auch vielen Dorstenern, die ihn kannten, in Erinnerung. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Andrea Schüller? Demenzkranke zu betreuen, sie zum Lachen und in gute Stimmung zu bringen, ist für sie ein Herzensbedürfnis

Von Wolf Stegemann

12. September 2018. – Einfühlsamkeit, Aufmerksamkeit, Zuvorkommenheit mit ein wenig Charme, Hilfsbereitschaft, Ausdauer und auch Humor erfordert ein Beruf, der seit geraumer Zeit in aller Munde, auch in dem der Politiker ist. Das sind „Altenbetreuer“, über die Politiker viel reden und letztlich nicht viel tun, um die Lücken zu schließen und die Gehälter an das verantwortliche Tun anzupassen. Es gibt immer mehr alte Menschen, die betreut werden müssen, vor allem die unter den Senioren, die dazu noch dement sind, entweder die „normale“ und häufiger vorkommende Altersdemenz (50-60 %), bekannt als Alzheimer-Demenz, oder eine der vielfach stärker ausgebildeten Demenz-Formen, von denen es etliche gibt. Der Begriff Demenz leitet sich ab vom lateinischen demens, d. h. unvernünftig und ohne Verstand, Denkkraft oder Besonnenheit. Anders gesagt: Nachlassen der Verstandeskraft und auch der Motorik. Dann brauchen die Menschen Hilfe und Betreuung; das die Gesundheitskassen über die Pflegegrade auch bezahlen. Manchmal ist auch Heimunterbringung angesagt. Weiterlesen

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Bischof Clemens August Graf von Galens Besuch in Dorsten vom 8. bis 16. September 1936. NSDAP-Mitglied Hoffrogge kutschierte den Oberhirten durch die Stadt

Bischof von Galen wird am 8. September 1936 mit der Kutsche an der Lippebrücke abgeholt

Von Wolf Stegemann

6. September 2018. – Nach ihm sind fast in jeder münsterländischen Stadt und in jedem Dorf Straßen benannt, wie beispielsweise in Dorsten die Clemens-August-Straße. In Altendorf-Ulfkotte ist er Namensträger der Hauptschule. Denn der Graf war von 1933 bis zu seinem Tod im Jahre 1946 Bischof von Münster und besuchte in dieser Zeit mehrmals Dorsten und umliegende Landgemeinden. Er war als Angehöriger des konservativen Flügels des Zentrums auch politisch engagiert. Bekannt wurde er unter anderem durch sein öffentliches Auftreten gegen die Tötung so genannten „lebensunwerten Lebens“. 1946 wurde er zum Kardinal erhoben und 2005 selig gesprochen. Bischof Clemens August besuchte vom 8. bis 16. September 1936 die St. Agatha-Gemeinde in Dorsten. Vorstand und Bevölkerung holten ihn, wie es üblich war, an der Lippebrücke mit Pomp ab und geleiteten ihn zur Kirche. Pfarrer Heming schrieb in die Kirchenchronik am 8. September: Weiterlesen

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40-Millionen-Rechnung ohne den Wirt. Wie die Politik sich am Bürger vorbei einen Rathausneubau genehmigt – grundlegende Einzelheiten werden zur Verschlusssache erklärt

Von Helmut Frenzel

24. August 2018. – In seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien beschloss der Rat der Stadt, das Rathaus am Gemeindedreieck zu sanieren und die gemieteten Büroflächen gegenüber an der Bismarckstraße und an der Halterner Straße durch einen Anbau zu ersetzen. Dafür will die Stadt 40 Millionen Euro ausgeben. Das erfuhren die Bürger nicht etwa durch die entsprechende Ratsvorlage, wie sonst üblich. Die Entscheidung wurde hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlicher Sitzung abgehandelt. Der Tagesordnungspunkt lautete ziemlich unverfänglich: „Untersuchung geeigneter Handlungsvarianten im Rahmen einer NKF-Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zum Rathaus Dorsten“. Dass der Rat dann Sanierung und Anbau einstimmig beschloss, durften die Bürger der „Dorstener Zeitung“ (DZ) entnehmen. Zwei Wochen später veröffentlichte die Stadt auf ihrer Interseite eine Stellungnahme zu dem Projekt, ohne konkrete Zahlen zu nennen, die es dem Bürger erlauben würden, sich eine Meinung zu bilden. In einer Anlage wandte sich Bürgermeister Tobias Stockhoff mit einer „Erläuterung“ der Ratsentscheidung direkt an die Bürger, in der er das Vorhaben verteidigt. Weiterlesen

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Die hiesigen Gruppen des „Stahlhelm“, vor hundert Jahren gegründet, feierten zum letzten Mal in Lembeck, bevor sie sich 1934 freiwillig auflösten und SA-Reserve wurden

Fahneneid von „Stahlhelm“-Angehörigen 1918; Foto: Bundesarchiv

Von Wolf Stegemann

12. August 2018. – Der „Stahlhelm“ war als „Bund der Frontsoldaten“ ein paramilitärisch organisierter Wehrverband, der 1918 gegründet wurde und 1934 durch Gleichschaltung in die NSDAP aufging. Die hiesigen Ortsgruppen des „Stahlhelm“ hatten 1933 ihre letzte große Veranstaltung in Lembeck. Die Parteiführer Franz Seldte und Theodor Duesterberg gründeten den Frontkämpferverband im Dezember 1918 in Magdeburg. Er galt als bewaffneter Arm der Deutschnationalen Volkspartei DNVP und stellte für diese nationale Partei den „Saalschutz“. Der „Stahlhelm“ war stark an der vergangenen Kaiserzeit orientiert und stand in eindeutiger Gegnerschaft zur Weimarer Republik, war demokratiefeindlich und antisemitisch. Deutschen Frontsoldaten jüdischen Glaubens war die Mitgliedschaft verwehrt. Daher gründeten diese eine eigene Organisation, den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der bis 1935 am Freudenberg das Erholungsheim für Kinder ihrer Mitglieder, Haus Berta, unterhielt, bis es von der Gestapo geschlossen wurde. Ziele des „Stahlhelm“ waren die Errichtung einer Diktatur in Deutschland, die Vorbereitung eines Revanchekrieges und die Errichtung eines antiparlamentarischen Ständestaates. Der „Stahlhelm“ bekämpfte die Sozialdemokratie und den „Händlergeist des Judentums“ und forderte „Lebensraum im Osten“. Bis 1930 hatte der „Stahlhelm“ rund 500.000 Mitglieder, die sich als Reserve für das durch den Versailler Vertrag auf 100.000 Mann beschränkte Heer der Reichswehr verstanden hatten. Weiterlesen

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Was verbindet die neue deutsche Botschafterin in Washington mit Dorsten, das sie aus ihrer Kinder- und Jugendzeit her kennt? Familiäre Beziehungen zur Familie Schürholz

Von Wolf Stegemann

4. August 2018. – Im April 2018 tauchte in den Schlagzeilen der Presse und in Nachrichtensendungen in Zusammenhang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und am Rande auch mit US-Präsident Trump ein Name auf, der im diplomatisch-politischen Deutschland einen guten Klang hat, ansonsten als Name teils weniger teils gar nicht bekannt sein dürfte. Das ist der Name Emily Haber. Trägerin des Namens ist die neue Botschafterin der Bundesrepublik in Washington. Sie gehört ohne Übertreibung zu den angesehendsten Exzellenzen auf der diplomatischen Bühne, deren Leben und Karriere als öffentliche Person ein offenes Buch ist. Nicht in diesem Buch ist allerdings zu finden, dass Dr. Emily Haber nicht nur die großen Städte rund um den Erdball kennt, sondern auch das kleine Dorsten an der Lippe. Denn mit der Stadt verbindet sie Kindheits- und Jugenderinnerungen, da sie mit der Familie Schürholz am Dorstener Markt verwandt ist, ebenso mit der Familie Beisenbusch, denn ihre Großmutter Paula Schürholz war eine geborene Beisenbusch. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Dr. med. Jürgen Jenke verbrachte seine Schulzeit in Dorsten und musste katholisch werden, um im Franziskaner-Internat wohnen zu können

Jürgen Jenke (2. v. r.) mit dem Kölner Dreigestirn und Hofstaat 2010

Von Wolf StegemannEr gehört zu denen, die im Ruhestand unruhig sind, weil sie endlich Zeit haben, das zu tun und zu erledigen, was sie aus Zeitgründen während ihres Berufslebens nicht konnten. So ist es bei Dr. med. Jürgen Jenke das Recherchieren, Sammeln und Dokumentieren seiner Familiengeschichte. Das weist schon darauf hin, dass er ein ausgeprägter Familienmensch ist, der sich stets nicht nur um seine fünf Kinder Rolf, Sabine, Karin, Petra und Ute kümmerte, sondern heute in Fortsetzung auch intensiv um die fünf in Köln lebenden seiner acht Enkelkinder. Da kommt er dann schon mal in einen rappeligen Zustand. Vielleicht liegt’s auch daran, dass er als Anästhesist und Koordinator in einem großen OP-Betrieb mit sieben OP-sälen für Ruhe und einen geregelten Ablauf sorgen und dies auch für sich selbst bewahren musste. Weiterlesen

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Kalksandsteinwerk in Holsterhausen: An der B 224 wurden ab 1955 täglich rund eine halbe Million Steine hergestellt – Danach kamen die Maschinen nach China

Ansicht des Kalksandsteinwerks im Jahre 1966; Foto: Jenke

Von Wolf Stegemann

20. Juli 2018. – Nördlich stadtauswärts an der B 224 lag linker Hand, kurz bevor man die Freudenberger Straßenkreuzung mit der B 58 erreicht, das Kalksandsteinwerk von Dr. Herbert Bauer & Gustav Rüskamp, Inhaber der gleichnamigen Kalksandsteinwerke in Coesfeld-Klye. Das Zweigwerk Holsterhausen wurde 1955 gegründet und stellte 2001 die Produktion ein. Die Gebäude sind mittlerweile abgerissen. Auf dem Areal, auf dem die Gebäude des Kalksandsteinwerkes lagen, befindet sich heute eine Biogasanlage der Firma Odas. Die ehemalige Sandgrube wurde zurückgebaut und mit Nadelbäumen aufgeforstet, so dass diese Flächen heute ein vorzeigbares Beispiel für eine gelungene Rekultivierung sind. Die Flächen, die sich nördlich der ehemaligen Sandgrube befinden und durch den Emmelkämper Weg, die B 58 und die B 224 begrenzt werden, nutzt man seit 2001 bis heute weiter für die Gewinnung von Sand für anderweitige Zwecke. Die Straße, die vom Emmelkamp bis zur B 224 (Borkener Straße) führt, heißt heute noch „Am Steinwerk“. Bei der Gründung im Jahre 1955 lag das Werk auf Altschermbecker Gebiet (Alter Postweg 75), das zum Amt Hervest-Dorsten gehörte, nicht aber zur Stadt Dorsten. Die in den Briefköpfen der Firma verwendete Anschrift lautete: 4270 Dorsten-Freudenberg. Im Zuge der Eingemeindung der Gemarkung „Emmelkamp“ in den Stadtteil Dorsten-Holsterhausen im Jahr 1975 wurde der Straßenname in „Am Steinwerk“ geändert, da es in der Stadt Dorsten bereits eine Straße namens „Alter Postweg“ gab. Weiterlesen

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Das Mercaden-Debakel: Welchen Anteil daran hat die Politik? Realitätsverweigerung und falsche Weichenstellungen haben den Weg bereitet

Tristesse im Erdgeschoss; Foto: H. Frenzel

Kommentierender Rückblick von Helmut Frenzel

20. April 2018 – Das Mercaden-Debakel hat viele Väter, aber einen an vorderster Stelle: den ehemaligen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst. Es ist auch sein Debakel. Er wollte dieses Projekt und er wollte Herbert Krämer. Er war es, der zusammen mit einigen Gefolgsleuten die Strippen zog, um das Projekt über alle Hürden zu bringen. 2009 hatte er an der Eröffnung der RheinBerg-Galerie in Bergisch-Gladbach teilgenommen, ein Vorhaben des späteren Mercaden-Entwicklers. So etwas wollte Lambert Lütkenhorst auch für Dorsten. Es sollte sein Denkmal werden. Und er bekam es. Wie das Projekt durchgesetzt wurde und wie es scheiterte wird hier noch einmal aufgerollt. Weiterlesen

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