Reaktion auf Dorsten-transparent-Artikel: „Michael, Du möchtest doch Landrat werden“ – Wie Bürgermeister Stockhoff mit der Meinung anderer umgeht

Reaktion aus dem Rathaus auf die Reaktion des Landtagsabgeordneten

Kommentar von Helmut Frenzel

6. Dezember 2019 – Vor einer Woche haben wir auf dieser Seite einen Artikel veröffentlicht, der von den Millionenüberschüssen der Stadt seit 2016 und den gewaltigen Abweichungen zu den geplanten Ergebnissen handelt. Da die Dorstener von dem Geldsegen nichts mitbekommen hatten, war das Interesse an dem Artikel groß. Manche unserer Leser können nicht glauben, was sie auf Dorsten-transparent lesen, und erwarten eine Reaktion der Verwaltung, die vermeintlich falsche Behauptungen richtigstellt oder, wenn sie denn nicht falsch sind, eine Erklärung dazu abgibt. Aber nichts davon. PR-Berater lernen im ersten Lehrjahr, dass man auf die Veröffentlichung unliebsamer Fakten nur antwortet, wenn es gar nicht mehr anders geht. Denn man weiß, dass erst die Reaktion darauf die öffentliche Wahrnehmung erst so richtig in Schwung bringt. Und genau das will man ja unbedingt vermeiden. Weiterlesen

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Jahresabschluss des Dorstener Haushalts 2018 liegt vor mit einem Überschuss von 10 Millionen Euro. Wie Bürgermeister und Rat der Stadt damit umgehen macht fassungslos

Im Rathaus wird entschieden; Foto: Frenzel

Von Helmut Frenzel

29. November 2019. – Mitte dieser Woche tagte der Rat der Stadt. Auf der umfangreichen Tagesordnung stehen gleich zu Beginn zwei Punkte, die mit dem Jahresabschluss des vergangenen Haushaltsjahrs zu tun haben. Der Ratsvorsitzende und Bürgermeister Tobias Stockhoff ruft zunächst den Punkt „Jahresabschluss 2018“ auf. Gemäß Beschlussvorschlag nimmt der Rat den Entwurf des Jahresabschlusses zur Kenntnis und leitet ihn zur Prüfung an den Rechnungsprüfungsausschuss weiter. Dem Vorschlag sind der 33-seitige Lagebericht und die Langfassung des Jahresabschlusses mit 730 Seiten beigefügt. Der Bürgermeister erkundigt sich, ob es Fragen oder Anmerkungen gibt. Nachdem das nicht der Fall ist, wird abgestimmt. Gibt es Enthaltungen? Stimmt jemand gegen den Beschlussvorschlag? Niemand meldet sich. Einstimmig angenommen. Als Stockhoff zum nächsten Punkt der Tagesordnung übergehen will, wird er darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Weiterleitungsbeschluss über die „Genehmigung von über-/außerplanmäßigen Aufwendungen für das Haushaltsjahr 2018“ zu beschließen war. Das holt der Bürgermeister nun nach und lässt nach demselben Verfahren abstimmen. Wieder einstimmig angenommen. In zwei Minuten ist das Thema Jahresabschluss 2018 durch. Weiterlesen

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Aktuelles aus der Partnerstadt Hainichen: Dem Bürgermeister platzte der Kragen, weil die Staatsanwaltschaft einen Sexualtäter und abgelehnten Asylbewerber wieder freiließ

Ausriss aus der BILD-Zeitung vom 16. November 2019: Bürgermeister Greysinger

Von Wolf Stegemann

17. November 2019. – Dorstens Partnerstadt Hainichen macht derzeit Schlagzeilen. Deren Bürgermeister Dieter Greysinger lehnte sich bei übergeordneten Stellen der Politik und Justiz auf, weil die zuständige Staatsanwaltschaft einen 30-jährigen vorbestraften Marokkaner, dessen Asylantrag abgelehnt worden war, und der jetzt versuchte hatte, eine Frau zu vergewaltigen, wieder auf freien Fuß setzte. Weiterlesen

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Arbeitslosenhilfe 1982 – Eine zum Schmunzeln anregende wahre Geschichte über 13 Pfennige die Woche

Ausriss aus den Ruhr-Nachrichten (heute DZ) von 1982; Foto: Andrea Schüller

15. November 2019. – Jedes Jahr prangern der Bund der Steuerzahler und der Bundesrechnungshof in ihrem Berichten die verschwenderischen Ausgaben von Verwaltungen und Politik an, schlichtweg der Bürokratie. Das war früher so und ist heute noch so. Die damalige Dorstener Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bonner Bundesverteidigungsministerium, Agnes Hürland-Büning (1926-2009; Foto), die mit ihrer Heimatstadt Dorsten stets verbunden blieb, berichtete in einer Presseerklärung vom November 1982, dass es in der Bürokratie auch Fälle gibt, in der Verwaltungen mit Geld gut umgehen. Dabei schilderte sie augenzwinkernd einen Fall aus Dorsten. Sie schrieb: Weiterlesen

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Dorstener Schulen auf dem Weg in die Digitalisierung. Es geht nicht nur um Hardware und Internetanschluss – entscheidend ist, wie die neuen Möglichkeiten im Unterricht genutzt werden

Whiteboard in der Neuen Schule Dorsten; Foto Claudia Engel (DZ)

Von Helmut Frenzel

10. November 2019. – Alle reden davon, wie wichtig die Digitalisierung der Schule ist. Dafür stellt die Bundesregierung den Schulen in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Euro zur Verfügung, Länder und Kommunen müssen ihrerseits 500 Millionen Euro beisteuern. Der überwiegende Teil dieses Geldes ist für die technische Infrastruktur vorgesehen, Kabel, Router und Schaltschränke. Die Schulen sollen überall auf schnelles Internet zugreifen können. Auch interaktive Tafeln (Whiteboards) sind förderfähig und in begrenztem Umfang digitale Endgeräte (Laptops, Tablets). Für diese sieht der Digitalpakt der Bundesregierung einen Anteil von maximal 10 Prozent vor. Die Mittel aus dem Digitalpakt sollen vorrangig für die Schaffung der technischen Voraussetzungen verwendet werden. Der darauf aufbauende Einsatz von Endgeräten ist dann Sache der Länder und Kommunen. Den Schulträgern obliegt es, Mittel aus dem Digitalpakt zu beantragen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Die Schulen müssen dazu Medienkonzepte vorlegen und die Frage beantworten, wie sie die gewünschte digitale Infrastruktur nutzen wollen. Weiterlesen

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Frühere patrizische Familie Rive in Dorsten: hoch angesehen, Bürgermeister, Schankwirte, Advokaten und grenzwertig blutschänderisch – Heute verstreut in ganz Europa

Von Wolf Stegemann

Das weltweite Internet-Netz hat sicher seine rechtsformalen Nachteile, aber auch seine informativen Vorteile, weil dadurch weltweit wichtige und sinnvolle Kontakte hergestellt und Informationen aufgerufen und übermittelt werden können. Dies erfahren immer wieder die Herausgeber der Dorstener Online- Dokumentationen „Dorsten-Lexikon“ und „Dorsten unterm Hakenkreuz“ wie auch des Online-Magazins „Dorsten-transparent“. Mitglieder von Familien, deren Ahnen bereits in den letzten Jahrhunderten in die USA, nach Südafrika oder nach Russland ausgewandert waren, wann und aus welchen Gründen auch immer ausgewandert waren, nehmen Kontakt mit dem Herausgeber der Dorstener Online-Dokumentationen auf, wenn sie Namen ihrer Vorfahren dort entdecken. Unlängst in den USA, in Brasilien, in Südafrika und Schweden. Auch ein direkter Nachfahre der Dorstener „Hexe“ Spikermann, die 1704 verbrannt wurde, meldete sich vor wenigen Wochen. Dieser Tage kam eine Anfrage von einem Deutschstämmigen aus Kasachstan in Russland. Der 44-jährige Sergey Rive (Bild oben) wurde dort geboren und arbeitet derzeit seine Familiengeschichte auf. Rive ist ja kein russischer Name und wer sich in der Dorstener Geschichte auskennt, für den ist der Name nicht unbekannt. Die Rives waren einst eine hoch angesehene patrizische Familie in Dorsten, stellten Bürgermeister, Ärzte, Juristen und Postmeister. Einer von ihnen zog mit Napoleon 1812 nach Russland, gilt seit der Schlacht an der Beresina 1812 als vermisst. Doch sein Name tauchte nach 1812 in einem Stargarder Lazarett auf und nach dessen Entlassung 1818 auch im nahen Danzig. Zwei Rive-Namen sind 1820 in Danzig verzeichnet: ein ehemaliger Soldat Carl Ignaz Rive und dessen Sohn Bernhard Rive. Der Vater ist namens- und berufsidentisch mit dem Dorstener und dessen Sohn hat den Vornamen seines Dorstener Großvaters. Weitere Informationen sind hier leider nicht bekannt.  Jetzt traf die Anfrage aus Kasachstan über Danziger Rives ein. Sergey Rive schrieb: Weiterlesen

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„Ein feste Burg ist unser Gott!“ – Reformationstag erinnert an Martin Luther. In Dorsten wurde der Aufenthalt evangelischer Christen 300 Jahre lang verboten

Martin Luther-Denkmal in Worms – für ihn galt das Wort Gottes und nicht das des Papstes

Von Wolf Stegemann

Am 31. Oktober jährt sich der Reformationstag. Für die evangelische Kirche ein besonderer Tag, in manchen Bundesländern sogar ein gesetzlicher Feiertag. Seit der deutschen Wiedervereinigung in Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch in Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein. In Baden-Württemberg ist lediglich schulfrei, in Niedersachsen dürfen Schüler, die in den Gottesdienst gegen wollen, für diese Zeit dem Unterricht fernbleiben. In Bundesländern mit einem größeren evangelischen Bevölkerungsanteil hat der Tag oft eine besondere gesetzliche Stellung, die mit der der „Stillen Tage“ vergleichbar ist. Nur: Halloween-Fans feiern nach amerikanischem Vorbild an diesem Tag seit etlichen Jahren zunehmend kostümiert das gruselige Fest. Die evangelische Kirche erinnert mit diesem Tag an das Anschlagen der Thesen des (noch) katholischen Mönchs Martin Luther an das Tor der Wittenberger Kirche. Ob das tatsächlich so war, oder nur ähnlich, darüber streiten sich die Gelehrten. Letztlich mag es ohne Belang sein, denn der 31. Oktober ist der festgelegte Tag der Erinnerung an Luthers mutige Tat des Protestes gegen unhaltbare Zustände und den Pomp in der katholischen Kirche des 16. Jahrhunderts sowie gegen das Fehlen einer bereits lange geforderten Reform der Kirche. Dies ist Anlass, diesen Tag mit einem Rückblick auf die Dorstener Verhältnisse der Reformation zu werfen, wie in einer absolut katholischen Stadt und einem solchem Umfeld die Lutheraner trotz Verfolgung und Verboten Fuß fassten. Von einem einzigen Menschen, der Anfang des 16. Jahrhunderts unter dem Verdacht stand, Lutheraner zu sein, zieht sich dieser Weg bis zu rund 20.000 Protestanten in der Stadt von heute. Das Foto zeit den Ausschnitte eines Gemäldes von Lucas Cranach d. Ä., 1529. Weiterlesen

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Historische Charakterisierung der Dorstener Land- und Stadtbevölkerung: Zu früh entwickelter Geschlechtstrieb. wenig ausgebildeter Verstand… – Blick in frühere Veröffentlichungen

Von Wolf Stegemann

Auf die Frage, warum Dorstener so sind wie sie sind, antwortete mir ein gebürtiger Dorstener, dessen Familie bereits seit Ururgroßvaters Zeiten hier ansässig ist: „Sie sind so, weil sie eigentlich noch in ihren Festungsmauern leben, weil die nicht mehr vorhandenen Zugbrücken immer noch einschränken, weil die Lippe immer noch trennt, die Stadtteile immer noch Dörfer sind und die Kirche immer noch in der Mitte steht.“ Das Durchblättern historischer Schriften brachte dann zum Thema folgende Charakterisierungen zutage, über die man heute getrost schmunzeln darf: Weiterlesen

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In eigener Sache: „Dorsten-transparent“ mit bislang über eine dreiviertel Million Artikel-Aufrufe. Zahlen und Fakten – auch über „Dorsten-Lexikon“ und „Dorsten unterm Hakenkreuz“

Von Wolf Stegemann

7. Oktober 2019. – Immer wieder werden die Herausgeber Dr. Helmut Frenzel und Wolf Stegemann gefragt, wie denn dieser oder jener Artikel gelesen wurde. Wir geben dann dem individuellen Anfrager Auskunft. Denn wir können anhand unserer sehr detaillierten Aufzeichnungen neben den echten Besucher- und tatsächlichen Aufrufzahlen auch feststellen, aus welchem Land wie viele Besucher Artikel in Dorsten-transparent anklicken. Und immer wieder sind wir erstaunt, dass unsere Artikel aus dem kleinen Dorsten überall gelesen werden und von wo überallher wir Kommentare bekommen. Zwar ist „Dorsten-transparent“ seit 2012 im Netz, doch beziehen sich die Zahlen insgesamt lediglich auf die letzten rund zweieinhalb Jahre, genau 31 Monate. Dies hat zu tun mit einem Update der Software des Providers word press, die seither eine detallierte Aufgliederung der Besucherzahlen nach verschiedenen Kriterien ermöglicht. Das ehrenamtlich und ohne Unterstützung von wem auch immer sowie unter Verzicht auf Werbung herausgegebene Online-Magazin zeigt seinen Lesern auch in eigener Sache Transparenz. Daher hier einige Fakten zur bisherigen redaktionellen Arbeit und Zahlen, die zeigen, wie dieses Magazin von den Lesern angenommen wird. Das Layout und die Handhabung aller Seiten entwarf Jörn Fester. Weiterlesen

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Das Porträt: Gregor Duve – ein waschechter Holsterhausener Geschichten- und Anekdotenschreiber war „Holsterhausens wandelndes Lexikon“. Er starb vor wenigen Tagen

Gregor Duve und seine Frau Anne im Jahr 2018; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

28. September 2019. – Vor wenigen Tagen, am 24. September 2019 starb der 1937 in Holsterhausen geborene Gregor Duve, ein waschechter Holsterhausener. – Der Name Duve hat im heutigen Dorstener Stadtteil Holsterhausen einen guten Klang. Die Duves gehören zu den Alteingesessenen, waren Handwerker, Gast- und Landwirte und waren auch immer irgendwie mit der katholischen Kirche verbunden. Einer von ihnen lief Anfang des 20. Jahrhundert zu Fuß nach Jerusalem und bekam auf dem Rückweg vom Papst in Rom eine Audienz. Über die Duves gäbe es viel zu erzählen, so auch über Gregor Duve, dessen Leben von Kindheit an in Holsterhausen kirchlich und heimatkundlich geprägt war.
Seine Eltern waren bereits 17 Jahre lang verheiratet und noch immer stellte sich kein Kind ein. Doch dann, 1937, kam Gregor zur Welt. Aus Dankbarkeit Gott gegenüber und aus Freude baute der Vater Leo, von Beruf Maurer, die Bonifatius-Wegekapelle im Emmelkamp. So wuchs der kleine Gregor in sein katholisches Leben hinein, las am 10. November 1945 als Achtjähriger das erste Mal die Messe in Latein und brauchte dafür Nachhilfe von der Pfarrhelferin. Von 1955 bis 1972 war er Messdiener an St. Antonius, besuchte die Antoniusschule und später die Wilhelmsschule in Holsterhausen. Bis zur Rente arbeitete Gregor Duve als Hausmeister bei der Nato in Erle und seine Freizeit widmete er viele Jahrzehnte dem Taubensport. Als er in seinem Garten an der Martin-Luther-Straße ein Schwimmbassin ausheben ließ, stießen die Arbeiter auf einen Teil des Grenzwall eines römischen Lagers, was die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe inspizierten und dokumentierten. Weiterlesen

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Antoniusplatz in Holsterhausen: Grünanlage mit altem Baumbestand weicht einem städtischen Kindergarten. Wieder geht ein Stück gewachsene Natur in einem Wohngebiet verloren

Antoniusplatz, früher Marktplatz und “Adolf-Hitler-Platz”; Fotos (3):  Stegemann

Von Wolf Stegemann

25. September 2019. – Ende 2017 beschloss der Rat der Stadt, auf Vorschlag der Verwaltung die Grünanlage des Antoniusplatzes mit einer 4400 Quadratmeter großen Tageseinrichtung für Kinder in städtischer Trägerschaft zu bebauen. Die Größe nimmt die gesamte Grünanlage ein. Die Baukosten werden mit rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Denn dieser Standort, so die Stadtverwaltung, decke ein größtmögliches Einzugsgebiet in Holsterhausen ab. Der neben der Parkanlage liegende Kinderspielplatz soll erhalten und in das Gesamtkonzept eingebettet werden. Der alte Baumbestand (siehe Foto) würde aber erhalten bleiben, so die Verwaltung 2017 in der „Dorstener Zeitung“. Weiterlesen

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Dorstener karrten Siegmund Reifeisen in der Schubkarre durch die Stadt und verhöhnten ihn – Ostjuden wurden Anfang 1938 als unerwünschte Ausländer abgeschoben

Ilse (Elise) Hallin-Reifeisen 2019 in Jüdischen Museum; Foto: DZ

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung/19. September 2019. – Die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises (Kirche + Kino) und das Jüdische Museum Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Central-Kino war es gelungen, Mitte September 2019 den erst im Frühjahr 2020 in den Kinos anlaufenden sehr bemerkenswerten und exzellenten Dokumentarfilm „Kindertransporte nach Schweden“ in einer außerordentlichen „Welturaufführung“ nach Dorsten zu holen und öffentlich vorzuführen. Die Produzentin und Regisseurin Gülseren Şengezer und eine der vier in diesem Film mitwirkenden Zeitzeugen, von denen der Film getragen wird, die in Dorsten gebürtige heute 93-jährige Ilse Reifeisen-Hallin aus Schweden, standen nach der Vorstellung den Fragen der Zuschauer zur Verfügung. Dr. Norbert Reichling, Leiter des Jüdischen Museums Westfalen, moderierte. Zudem konnte das neu aufgelegte vorzüglich edierte Buch „Mein liebes Ilsekind: Mit dem Kindertransport nach Schweden – Briefe an eine gerettete Tochter“ erworben werden (nebenstehendes Titelfoto). Autorin ist die Dorstenerin Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel, Mitbegründerin und Vorstand des Museums, die seit Jahren regen Kontakt mit der Ex-Dorstenerin Ilse Reifeisen unterhält und die tragische Familiengeschichte aufgearbeitet hat. Der bedrückende Dokumentarfilm erzählt vom Schicksal von vier überlebenden Juden, die von ihren Eltern im Dritten Reich allein nach Schweden geschickt wurden, um sie vor dem nationalsozialistischen Terror zu retten – und ein Trauma erlebten. Bis heute leben sie mit dem Gefühl von Verlust, Einsamkeit, Entwurzelung und Schuld. Ihre Eltern haben sie meist nie wieder gesehen. Schweden gab nur 500 jüdischen Kindern Schutz. Eine Geschichte aus der nahen Vergangenheit, ein Zeichen für Hoffnung, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Weiterlesen

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Blick zurück: Seltersbuden und Trinkhallen in Holsterhausen – Ein Stück verschwundener Geschichte in der Gemeinde, die 1943 Stadtteil von Dorsten wurde

Kiosk Tellner, Borkener Straße 163, um 1930

Von Gregor Duve

Markante Plätze in Holsterhausen, wo sich Menschen trafen, waren die zahlreichen Seltersbuden und Trinkhallen. Da es zwischen den Weltkriegen und auch später nur wenige Gaststätten gab, und wegen der hohen Arbeitslosigkeit vielen Holsterhausenern das Geld fehlte, um in die Gaststätten zu gehen, waren die Seltersbuden und Trinkhallen die Ersatzkneipen, wo man sein Bier trank – natürlich aus der Flasche – und mit Freunden, Nachbarn und Bekannten über Gott und die Welt klönen konnte. Das Wort Trinkhalle klingt zwar pompös, in der Regel waren es aber einfache kleine Häuschen, vielfach nur aus Holz gebaut. Auch wenn bei der Kundschaft das Geld nicht locker saß, machten die Buden doch einen beträchtlichen Umsatz. In Holsterhausen sind heute die meisten dieser Trinkhallen verschwunden. Sowohl von den Straßen und Plätzen, wo sie waren, wie auch aus dem Gedächtnis. Nur noch die betagten Holsterhausener können sich an die eine oder andere Trinkhalle an ihrer Ecke erinnern. Weiterlesen

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Das Porträt: Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst – Seine Jugendzeit in Holsterhausen prägte den späteren erfolgreichen Unternehmer

Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Delmenhorst und seine Frau Ulla

Von Wolf Stegemann

5. September 2019. – Ältere Holsterhausener am Söltener Landweg werden ihn noch als den Jungen namens Rolf mit dem Familiennamen Christoffer gekannt haben. 1992 hatte er den Namen seines kanadischen Onkels „Baron de Sedang-Wolfeé“ angenommen und ihn namensrechtlich mit seinem eigenen Namen eingedeutscht, so dass er fortan Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst hieß. Wer seinen Lebenslauf liest, stellt fest, dass der einstige Holsterhausener einen bis in die Facetten hinein phänomenalen Lebensweg hinter sich und ein Familienunternehmen mit rund 460 festangestellten Mitarbeitern gegründet hatte. Die familieneigene „Juvare-Heimbetriebsgesellschaft mbH“ betreut im Kreis Minden-Lübbecke im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens in zehn Landsitzen, Parkschlösschen und Villen über 500 Bewohner. Weiterlesen

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Mit dem Angriff Deutschlands auf Polen begann am 1. Septem-ber vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg. Insgesamt 3.300 Bom-ben zerstörten die Innenstadt, 319 Dorstener kamen dabei ums Leben – Ein Überblick

Flakbatterie „Krämer“ 1943 in Dorsten

Von Wolf Stegemann

29. August 2019. – Am 1. September jährt sich zum 80. Mal der Überfall Deutschlands auf Polen, was zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte, in dem nach vorsichtigen Schätzungen rund 60 Millionen Menschen vernichtet wurden.  Während beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs in den Gaststätten und auf dem Marktplatz gejubelt wurde, nahmen die Dorstener den Beginn des Zweiten Weltkriegs in gedrückter Stimmung hin. Pfarrer Ludwig Heming schrieb in die Chronik St. Agatha:

„Die letzten Augusttage waren voll unerhörter politischer Spannung, immer dichteres Gewölk zog sich am politischen Horizont zusammen, bis am 1. Sept. früh morgens der Krieg mit Polen begann. Bald folgte die Kriegserklärung Englands und Frankreichs – der 2. Weltkrieg hatte seinen Anfang genommen. Während 1914 bei Kriegsausbruch die Kirchen gefüllt und Beichtstühle und Kommunionbänke umlagert waren, war jetzt derartiges nicht zu bemerken. Wohl fanden sich manche, die zu den Waffen gerufen wurden, ein, um ihre Rechnung mit dem Herrgott in Ordnung zu machen, im Ganzen aber hatte das große politische Geschehen ein schwaches religiöses Echo“. Weiterlesen

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Der Innenstadt fehlt seit Jahren die Gemütlichkeit. Die Stadtverwaltung trägt dazu bei. Jetzt wird der harmonisch ins Straßenbild passende „Granatapfel“-Brunnen entfernt

Granatapfel-Brunnen ohne Wasser vor dem derzeitigen Umbau; Foto: Stegemann

Essay von Wolf Stegemann

16. August 2019. – Vor der Franziskanerkirche in der Lippestraße wurde 1979 ein Brunnen des Berliner Künstlers Paul Brandenburg errichtet, der in einem weiten runden Becken aus einer Aluminiumkugel besteht, welche die aufbrechende Frucht eines Granatapfels darstellt. Im Neugestaltungsprogramm der Innenstadt „Wir machen Mitte“ sollte der seit Jahren von der Stadt vernachlässigte „Granatapfelbrunnen“ wieder Wasser speien. Geplant war zudem, dass dann der Brunnen in den Sommermonaten zum Wasserspielplatz für Kinder werden soll. Dafür müsste das in sich geschlossene Kunstwerk einen neuen Sockel erhalten, wozu der Bildhauer bereits sein Einverständnis gegeben hatte. Dies teilte die Stadt den Medien und der Bevölkerung mit. Diese Planung war ein Versprechen an die Bürger. Doch für kritische Bürger blieb die Frage offen, wer die etwa 2800 Euro teure Jahresrechnung des Wassers für den städtischen Brunnen zahlen sollte. Zu häufig plante und baute die Stadt etwas, wofür sie sich loben ließ. Doch an den Folgekosten scheiterten manche der Projekte, nachdem sie erstellt worden waren. So auch der Granatapfelbrunnen. Die Stadt stellte das Wasser ab. Der Brunnen erfüllte nicht mehr seinen Zweck. Und dann die offizielle Meldung, er wird wieder sprudeln und danach die gegenteilige, wieder offiziell, der Brunnen wird doch nicht sprudeln. Darüber kann man sich Gedanken machen. Weiterlesen

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Dorsten verlor im Jahr 2018 über 500 Einwohner. Mit dem Abebben der Flüchtlingswelle kehrt der Abwärtstrend zurück

Der Einwohnerschwund ist nicht mehr zu übersehen

Von Helmut Frenzel

1. August 2019. – Es kam wie zu erwarten war: Ende 2018 zählte Dorsten 74.736 Einwohner, das waren 516 weniger als im Jahr davor (s. Tabelle unten). Es ist die Wende zurück zu den früheren Verhältnissen. Seit 2014 hatten die von dem Flüchtlingsstrom ausgelösten Wanderungsbewegungen ausländischer Staatsangehöriger die langfristig wirkenden Ursachen der negativen Bevölkerungsentwicklung Dorstens überdeckt. Die Zahl der ausländischen Zuwanderer stieg stark an und erreichte 2017 mit 1524 einen vorläufigen Höhepunkt. Erst mit zeitlicher Verzögerung folgte die Zahl der Abwanderer diesem Muster. Daraus entstand ein jährlicher Wanderungsüberschuss von mehreren Hundert Personen. Dieser kompensierte weitgehend den Rückgang des deutschen Bevölkerungsanteils. Weiterlesen

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Braucht Dorsten wirklich einen Zusatznamen wie „an der Lippe“? Eher nicht! Denn es gibt kaum einen stadtbezogenen Begriff, der ein Alleinvertretungsmerkmal erfüllen würde

Sollte hier noch “an der Lippe” drauftehen? Foto: Stegemann

Von Wolf Stegemann

18. Juli 2019 – Mit dem Antrag der SPD, die Stadt möge in ihrem Namen „Dorsten“ den Zusatz „an der Lippe“ führen, mag sich der Bürger fragen, warum eigentlich. Denn einen Ort wie Dorsten gibt es schließlich nur einmal in Europa und vielleicht auch in der ganzen Welt. Daher braucht man kein Unterscheidungsmerkmal anführen wie Städte, von denen es mehrere gleichen Namens gibt wie beispielsweise Rothenburg, wovon die bekannteste Stadt dieses Namens „Rothenburg ob der Tauber“ heißt. Dann könnte man einen Zusatz auch als Werbung für die Stadt nutzen. Haltern macht das mit „Haltern am See“. Das klingt einladend. Die Stadt muss dann auch durch das Ambiente am See einladend sein. Und Dorsten an der Lippe? Ist die Lippe für das gesamte Stadtbild einladend? Eher nicht. Seit etlichen Jahrzehnten versuchte die Stadtverwaltung, dann der Rat, dann wieder die Wirtschaftsförderung, dann wieder ein Beigeordneter aus der Lage der Stadt an der Lippe und am Kanal, den Begriff „Dorsten am Wasser“ irgendwie mit Projekten, Cafés, besucherfreundlichen Zugängen und weiteren Aktionen zu prägen. Dies gelang bis heute nicht, weder der Verwaltung noch den Politikern. Wer die letzten 40 Jahre Beobachter dieses Schauspiels war, der wunderte sich oft über das Hin und Her, was in den Medien auch als „Herumgeeiere“  genannt wurde. Die Verantwortlichen taten gerade das Gegenteilige von dem, was in den offiziellen Flyern und über die Medien propagierte wurde. Zuletzt mit dem Kolossalbau „Mercaden“, mit dem der Zugang zur Lippe, entgegen anfänglichen Zusagen, „zugemauert“ wurde. Weiterlesen

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Wulfener Gesamtschüler sehen im KZ Buchenwald lebende Geschichte, die das dunkelste Kapitel Deutschlands widerspiegelt. Seit drei Jahren gehören die Besuche zum Unterricht

Eingang zur Gedenkstätte KZ Buxchenwald

Von Wolf Stegemann

11. Juli 2019. – Goethe, Schiller und anderen Geistesgrößen, deretwegen sich Weimar mit dem Attribut „Stadt der Dichter und Denker“ schmückt und darüber immer viel nachgedacht und geschrieben wird, ist natürlich immer wieder „der“ Besichtigungsort für Kulturbeflissene und Schulklassen. So auch Ende November 2018 von den Schülern und Schülerinnen der Leistungskurse Geschichte der Gesamtschule Wulfen. Dabei besuchten die 34 Schüler und Schülerinnen unter Leitung der Lehrer Werner Thies und Niels Kohlhaas auch das nur wenige Kilometer von Weimar entfernte einstige Konzentrationslager Buchenwald. Weiterlesen

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Das Auf und Ab der Dorstener Sozialdemokratie in politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik, unterm Nationalsozialismus, in der Nachkriegszeit bis heute

Weist der metallene Willy Brandt auf sein Vermächtnis hin? Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

5. Juli 2019. Die Partei rief und wenige kamen. „125 Jahre SPD in Holsterhausen“ hieß das Schlagwort, mit dem der SPD-Ortsverein Holsterhausen im Juni 2019 Parteimitglieder und Gäste zu Kaffee und Kuchen sowie Grillwürstchen eingeladen hatte. Die beiden regionalen SPD-Parlamentarier Michael Gerdes (Bundestag) und Michael Hübner (Landtag) sagten ihr Erscheinen schon vorab zu. Vielleicht mag es auch am heißen Wetter dieser Tage gelegen haben, dass – gemessen an dem Ereignis und der Mitgliederzahlen der Dorstern SPD-Ortsvereine – nur eine „Handvoll“ kamen, darunter natürlich besuchspflichtige Parteifunktionäre aus dem Rat und der Stadt. Wer aber erwartete, dass irgendeiner, vielleicht der Ortsvereinsvorsitzende kurz über den Grund der Einladung spricht und einen Rückblick über die 125 Jahre SPD in Holsterhausen mit dem politischen Auf und Ab beispielsweise der 1920er-Jahre gab, wurde enttäuscht. Über den Grund der Zusammenkunft wurde kein Wort gesprochen. Lediglich wurden von Gerdes und Hübner einige Genossen und  Genossinnen wegen ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur SPD mit Urkunden ausgezeichnet und ein junger Mann von etwa 18 oder 20 Jahren als Zukunft der Partei vorgestellt, der gerade erst in die Partei eingetreten war. Dann gab es Kaffee und Kuchen und anschließend Grillwürstchen. Das war’s. Weiterlesen

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Baldurschule Holsterhausen: 1920/21 streikten Eltern für religionslosen Unterricht. Ein Ereignis, auf das die Reichsregierung aufmerksam wurde und das die Bezirksregierung ahndete

Baldurschule 1922, im Volksmund Gottlosenschule genannt

Von Wolf Stegemann

30. Juni 2019 – Der „Ökumenischen Geschichtskreis Holsterhausen“, in persona Walter Biermann, tritt dafür ein, dass an dem Ort, wo einst die Baldurschule stand, eine Informationstafel angebracht wird, welche auf die bemerkenswerte Geschichte dieser im Volksmund als „Gottlosenschule“ genannte Volksschule hinweist. Wie kam es vor fast 100 Jahren dazu?
Streiks sind im Ruhrrevier und vor allem in Bergbaugemeinden nichts ungewöhnliches, da die Stahl- und Bergarbeiter an der Ruhr nicht nur gewerkschaftlich, sondern die meisten von ihnen auch politisch organisiert waren. Dass aber ein Schulstreik so hohe Wellen schlug, dass die Regierung in Berlin darauf aufmerksam wurde und nicht so recht wusste, wie sie den Müttern und Vätern beikommen konnte, die ihre Kinder nicht mehr zur Schule schickten – und zwar monatelang. Das hat es nicht oft gegeben. Die „Dorstener Volkszeitung“ berichtete am 18. Dezember 1920: Weiterlesen

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Landeserziehungsheim Kreskenhof in Dorsten-Holsterhausen: Ein trauriges Kapitel im Leben vieler Jugendlicher, die an den Erziehungsmethoden zerbrachen

Landeserziehungsheim Kreskenhof in Holsterhausen um 1960

Von Wolf Stegemann

7. Juni 2019. – Fragt man ältere Holsterhausener nach ihrem Wissen um das frühere Landeserziehungsheim Kreskenhof in Holsterhausen, dann ist der Name den meisten bekannt und dass dort schwer erziehbare Jugendliche untergebracht waren. Fragt man sie nach der Unterbringung und Methoden der Erziehung der dort vom Landschaftsverband untergebrachten Mädchen und Jungen, hört man sofort den Satz: „Die haben doch die Prügel verdient!“ Disziplinierende Drohungen wie „Benimm Dich, sonst kommst Du ins Heim“ waren bis Ende der 70er-Jahre im Volksmund und in Familien verbreitet. Nicht selten bestätigte sich die Drohkulisse in der Wirklichkeit. Die Berichte Betroffener aus der Praxis der Heimerziehung erschüttern. Das Jugendamtsgesetz gibt darüber Auskunft. Der Satz „… dem Vorstande der Anstalt stehen gegen den Minderjährigen die den Eltern zustehenden Zuchtmittel zu“, verhieß nichts Gutes. Weiterlesen

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Ex-Mercaden-Manager redet von „Geilheit am Scheitern“ – Woher kommt die negative Stimmung gegenüber dem neuen Einkaufszentrum?

Das Mercaden am Lippetor; Foto: Wolf Stegemann

Von Helmut Frenzel

23. Mai 2019 – Nun also hat der dritte Center-Manager des Mercaden hingeworfen. Er tat es nicht, ohne seinen Frust über die Anfeindungen aus Teilen der Öffentlichkeit gegen das Mercaden herauszulassen. Die „Geilheit am Scheitern“ habe ihn fassungslos gemacht, sagte er. Nirgendwo habe er eine so negative Stimmung gegenüber einem Einkaufszentrum erlebt. Niemand könne sich vorstellen, was die fortwährende Kritik und unflätige Äußerungen bei Facebook mit Mitarbeitern und Mietern mache. Die einzige Dorstener Tageszeitung legte nach mit einem Rundumschlag gegen Besserwisser, Dauernörgler, Ahnungslose und Neunmalkluge. Sie werden mitverantwortlich gemacht für den Misserfolg des Mercaden. Denn: „Wer kommt schon in eine Stadt, in der man vielen Menschen (und Kunden) offenbar nichts recht machen kann?“ (DZ vom 17. Mai 2019). Das geht in die Richtung, die Helmut Koprian bei der Vorstellung der Umbaupläne vorgab: Es liegt doch an euch Dorstenern, das Einkaufszentrum zum Erfolg zu machen. Ihr müsst euren Bedarf halt hier im Mercaden einkaufen. So einfach ist das. Und eben auch aufhören mit der hässlichen Nörgelei und Besserwisserei. Dann wird das schon. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Andre William? Reggae, Jazz, Gregorianik. Der Sänger von den Seychellen liebt in Dorsten fast alles: seine Frau, die Jahreszeiten, die Leute, die Bäume …

Wahl-Dorstener Andre William alias Yam; Foto: Andrea Schüller

Von Wolf Stegemann

17. Mai 2019 – Wer in Dorsten und Umgebung Rock-Konzerte mit Gesang besucht, der könnte einem 43-jährigen Sänger begegnen, dessen Stimme einen sofort in den Bann zieht. Der, von dem die Rede ist, ist weder Deutscher noch Europäer. Er ist ein Seychelloir, heißt Andre William, und lebt seit anderthalb Jahren in Dorsten. Die Stadt liebt er von Anfang an (fast) über alles. Gefragt, was im Einzelnen: „Das Licht, die Jahreszeiten, die Straßen, die Ruhe, die Bäume, den Kanal, die Lippe und auch die Dorstener.“ Und eine dieser Dorstenerinnen liebt er über alles. Das ist seine Frau Janina Filippin, eine der Töchter des legendären Eismachers und Künstlern Antonio Filippin am Marktplatz, der 1993 auf die Seychellen ausgewandert ist und von der Insel Mahé nicht mehr weg möchte. Sein Seychelloir-Schwiegersohn hingegen liebt mit Dorsten den extremen Gegensatz. „Hier“, so sagt er, „ist alles wou!“ Daher entschied er sich, nach einem Urlaub 2016 mit seiner Frau in ihrer Heimatstadt, ein Jahr später ganz nach Dorsten zu übersiedeln. Für Janina war es ein Heimkommen, für ihn ein Weggehen. Das Ankommen war gar nicht so einfach, denn das Dorstener Ausländeramt verweigerte ihm, dem Ehemann einer Dorstenerin, zunächst den Aufenthalt in Dorsten, da er keine Deutschkenntnisse per Bescheinigung „des dortigen Goethe-Instituts“ nachweisen konnte. Die Ablehnung wurde allerdings rückgängig gemacht, als dem Ausländeramt mitgeteilt wurde, dass es im ganzen Staat der Seychellen überhaupt kein Goethe-Institut und somit die Möglichkeit gibt, Deutsch zu lernen. Dafür hätte er zum Unterricht 1580 Kilometer nach Kenia fliegen müssen. Mittlerweile kann Andre William leidlich Deutsch. Weiterlesen

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Gespräch mit dem SPD-Ratsfraktionsvorsitzenden Friedhelm Fragemann über Straßenbaubeiträge und Fehlbeträge im Haushalt der Stadt. Was sagt er als Kommunalpolitiker dazu?

12. Mai 2019 – Friedhelm Fragemann (68) sitzt seit 35 Jahren im Rat der Stadt und ist daher einer von denen, die in diesen Jahrzehnten an dem mitgewirkt haben, was Dorsten heute ist. 1984 wurde er in den Rat der Stadt gewählt und führte von 1991 bis 1994 die SPD-Fraktion, dann wieder ab 2010 bis heute. Als SPD-Ratsmitglied saß er im Rathaus meist auf der „Oppositionsbank“, einige Jahre auch auf der „Regierungsbank“ und dann war er zwischendrin für ein paar Monate auch mal Bürgermeister. Der pensionierte Lehrer kennt daher die Kommunalpolitik aus dem FF: ihre Niederungen und Erfolge, ihre Versäumnisse und Vertuschungen. Grund genug, Friedhelm Fragemann einige Fragen zu gegenwärtigen Befindlichkeiten Dorsten zu stellen. Fragesteller waren Helmut Frenzel und Wolf Stegemann.

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Windiges Finanzgebaren der Stadt mit Millionenverlusten bei WinDor durch spekulative Wetten und Währungsgeschäfte. Und danach ein Meisterstück der Verschleierung der Bilanzen

WinDor-Gebäude neben dem Rathaus; Foto: Wolf Stegemann

Von Helmut Frenzel

2. Mai 2019. – Ja, es ist wahr: Die Vorgänge, um die es geht, liegen lange zurück. Und die Verantwortlichen hatten schon deswegen allen Grund anzunehmen, dass sie niemals mehr an das Licht der Öffentlichkeit gelangen würden. Aber wie immer in solchen Fällen kommt der Zufall ins Spiel. Und auf einmal gerät WinDor, die mit vollem Namen „Wirtschaftsförderung in Dorsten GmbH“ heißt, in den Blick. WinDor ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Dorsten. Sie hat alle Aufgaben, die mit der Förderung der Wirtschaftsentwicklung zu tun haben, übertragen bekommen. Geschäftsführer war von 2001 bis 2015 der frühere Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, bis 2013 Alleingeschäftsführer. WinDor hat in den Jahren 2006 bis 2008 mit Zinsswaps einen Verlust von 1,4 Millionen Euro erlitten. Das ist für sich alleine eine Überraschung, denn niemand wird erwartet haben, dass eine Tochtergesellschaft der Stadt, deren Aufgabe die Wirtschaftsförderung ist, in verlustreiche Finanztransaktionen verstrickt ist. Zinsswaps sind Wetten und gelten als spekulativ. Darüber hinaus hat WinDor mindestens seit 2009 und bis 2015 Kredite in Schweizer Franken gehalten und in dieser Zeit einen Verlust von über 800.000 Euro hinnehmen müssen. Diese Verluste sind in den Jahresabschlüssen der Gesellschaft belegt. Hinsichtlich der Swap-Geschäfte ist eine weitere Zahlung in den Dokumenten erwähnt, aber nicht beziffert. Möglicherweise liegt der Verlust noch höher. Die Swap-Geschäfte wurden 2009 beendet. Bezüglich der Schweizer Franken-Kredite gab es seit 2015 einen Beschluss des Wirtschaftsausschusses, aus den Währungsgeschäften auszusteigen. Inwieweit das inzwischen erfolgt ist, lässt sich bislang nicht nachprüfen, da öffentlich zugängliche Dokumente dazu fehlen. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … David William Fairclough? Der Brite lebt als Rentner seit fünf Jahren in Dorsten und wartet auf das Ende des Brexit – so oder so!

David W. Fairclough in Dorsten, im Hintergrund der Kanal; Foto: Andrea Schüller

Von Wolf Stegemann

Der Brexit nervt. Nicht nur die beteiligten Europa-Politiker, auch die Bürger, wenn sie Nachrichten hören, wenn sie im Fernsehen den wie Theater anmutenden ergebnislosen Debatten im britischen Parlament zuschauen. Und es nervt die Zeitungsleser, wenn sie wieder und  wieder über die gleiche Erfolglosigkeit der Politik lesen. Und noch mehr nervt es den mit einer Dorstenerin liierten Briten David William Fairclough (68), nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen englischen Top-Fußballer. Vor zwanzig Jahren wanderte er von Britannien nach Spanien aus und arbeitete dort als selbständiger Maurer. Seine Kunden waren Landsleute, die in Südspanien sesshaft geworden waren. Dort baute er sich in den Bergen von Malaga ein Finka. Vor fünf Jahren lernte er dort die passionierte Autocamperin Sigrid aus Dorsten kennen und folgte ihr nach Dorsten. Seither wohnt er in der Lippestadt. Zuvor war David noch nie in Deutschland. Doch jetzt fühlt er sich wohl in der Lippestadt und unter seinen deutschen Freunden, mit denen er sich jeden Samstag, so er nicht verreist ist, trifft und sich austauscht. In letzter Zeit natürlich vor allem über den Brexit, der für ihn zum Problem wird, wenn er ohne „Deal“ mit der Europäischen Union vom Parlament angenommen werden sollte. Weiterlesen

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Katastrophale Haushaltslage gab den Anstoß zur Erhöhung der Straßenbaubeiträge. Die Frage der Gerechtigkeit spielte keine Rolle. Blick zurück in das Jahr 2010

Von Helmut Frenzel

4. April 2019. – Die Höhe der Straßenbaubeiträge, die Anlieger bei der Erneuerung ihrer Straße an die Stadt zahlen müssen, hängt von zwei Komponenten ab. Da sind zunächst die Kosten der Maßnahme. Hier spielen zahlreiche Einflussfaktoren eine Rolle: das Baugesetzbuch, in dem Ausbaustandards geregelt sind, dann die einzelnen Bestandteile wie Fahrbahn, Gehweg, Radweg, Parkplätze, Beleuchtung und nicht zuletzt die daraus resultierenden Baukosten. Diese Faktoren sind kaum beeinflussbar. Die zweite Komponente allerdings ist der Anteil der Baukosten, den die Stadt den Anliegern aufbürdet. Diesen Anteil legt die Stadt in eigener Verantwortung fest. Die daraus resultierenden Zahlungsverpflichtungen haben eine Höhe erreicht, die von den Anliegern nicht mehr akzeptiert wird und sie dagegen rebellieren lässt. Das mag mit zwei Entwicklungen zusammenhängen: infolge der guten Baukonjunktur sind die Baukosten in den letzten Jahren sehr viel stärker als der Lebenshaltungskostenindex gestiegen und gleichzeitig hat die Stadt Dorsten die Anliegeranteile massiv erhöht. Jetzt geht es um die Frage, wie gerecht die Anliegerbeiträge sind. Weiterlesen

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Straßenbaubeiträge schlagen hohe Wellen – Bürgermeister Stockhoff wollte die Wellen glätten. Doch er verursachte eine Monsterwelle – kommentierende Beschreibung einer misslungenen Veranstaltung

Von Wolf Stegemann

28. März 2019. – Eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Unverständnis, Ratlosigkeit, Enttäuschung und auch verbale Empörung schlug am letzten Donnerstag Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff entgegen, der mit seinem bekannt-berüchtigten Geschick, bei Bürgerversammlungen Kritiker mit einem Erklärungsredeschwall still zu halten, hier keinen Erfolg hatte. Diesmal schlug seine Taktik fehl. Die meisten der rund 200 Bürger, die seiner Einladung ins Forum der Volkshochschule gefolgt waren, ließen sich das nicht bieten und boten dem Bürgermeister und seiner anwesenden Verwaltungs-Entourage lautstarken Widerstand. Dazu hatten sie auch allen Grund. Weiterlesen

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Wirbel um Straßenbaubeiträge. Es geht um den feinen Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit

Luisenstraße – derzeit in der Diskussion um Straßenbaubeiträge; Foto: H. Frenzel

Von Helmut Frenzel

11. März 2019. – Im Zusammenhang mit der Sanierung kommunaler Straßen sorgen die Straßenbaubeiträge, welche die Städte von den Anliegern fordern, für viel Unmut bei den betroffenen Bürgern. Dorsten ist da keine Ausnahme. Wer Mitglied in einem Verein ist zahlt einen monatlichen oder jährlichen Beitrag, der im allgemeinen moderat ist und die Haushaltskasse nicht über die Maßen belastet. Oft erhalten die Mitglieder eine unmittelbare Gegenleistung, zum Beispiel die Möglichkeit, ihren Sport ausüben zu können. Mit ihrem Beitrag unterstützen sie die Ziele des Vereins und sie tun es freiwillig und gerne, sonst würden sie dem Verein nicht beigetreten sein. Analog gilt dies auch beispielsweise für einen Versicherungsbeitrag. Vor diesem Hintergrund ist der Begriff „Beitrag“ bei den Bürgern in aller Regel positiv besetzt. Wenn es aber um den Straßenbaubeitrag geht, schrillen bei den Betroffenen alle Alarmglocken. Denn an diesem „Beitrag“ ist nichts freiwillig und nichts moderat und deswegen löst alleine die Ankündigung, zur Zahlung herangezogen zu werden, Ängste und Stress aus. Auch in Dorsten sind die Straßenbaubeiträge mittlerweile zu einem beherrschenden Thema geworden. Weiterlesen

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Mercaden – Nach erstem Scheitern soll nach einem innenarchitektonischen Umbau ein zweiter Anlauf erfolgen – viele Fragen bleiben offen. Eine kommentierende Betrachtung

Von Wolf Stegemann

1. März 2019. – Rückblick und Gegenwart. Über die Vergangenheit des Einkaufszentrums „Mercaden“ am Lippetor wurde in den letzten Jahren viel gesagt und veröffentlicht. In den Printmedien eigentlich nur Gutes. Zeichnungen zeigten Sonnenschirme und gläserne Durchgänge zum Wasser. Von „Dorsten am Wasser“ war die Rede vor allem im Rathaus. Mercaden als Anziehungspunkt für die Menschen in den entlegenen Stadtteilen, die doch ihre eigene Nahversorgung haben, sowie für die Bewohner der umliegenden Städte werde die Innenstadt beleben, hieß es unisono von den Sprechern der Kaufmannschaft und aus der Chefetage des Rathauses, wiedergegeben in den Medien wie die Aussage des damaligen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst am 19. November 2015: „Die Mercaden beleben die Innenstadt und werden ganz sicher ein Erfolgsmodell.“ Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Gabi Erbe? Malen und Zeichnen aus dem Unterbewussten – Die Entspannungspädagogin ist auf die Transformationsmethode der Neurografik spezialisiert

Gabi Erbe und mit dem noch nicht fertiggestellten Bild (siehe auch unten); Foto: Andrea Schüller

Von Wolf Stegemann

14. Februar 2019. – Sie vertritt die von dem Petersburger Architekten, Künstler, Business-Trainer und Doktor der Psychologie Pavel Piskarev entwickelte Neurographik, die seit 2014 vor allem in Russland gelehrt wird. Sie basiert auf Erkenntnissen der Neuropsychologie, analytischen Psychologie, Gestalt- und  Sozialpsychologie sowie modernen Management-Theorien. Aktuell wird sie bislang weltweit von etwa 15.000 Menschen in den Bereichen Pädagogik, (Kunst-)Therapie, Coaching/Training/Beratung und Malerei betrieben. – Geboren und aufgewachsen ist Gabi Erbe in Alpen, absolvierte eine Friseurinnen-Ausbildung, war im Einzelhandel tätig, heiratete 1999 in Dorsten, wurde Mutter von zwei Mädchen und wohnt seither im Stadtteil Altendorf-Ulfkotte. Seit einigen Jahren schon befasst sich die 52-Jährige bewusst mit Persönlichkeitsentwicklung, verstärkt wurde es durch ihre Erfahrung bei einem Aufenthalt in der Naturheilkundeklinik in Essen, in der sie sich aufgrund einer Schmerzerkrankung befand. Danach begann sie die Fortbildung zur Entspannungspädagogin und arbeitet seitdem selbstständig. Weiterlesen

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Blick in die lokale Medienwelt (II): Altstadtschützen erklärten 1984 den Journalisten zum „inneren Feind“, der das ganze gesellschaftliche Gefüge zum Einsturz bringen will

Schützen (Symbolbild)

Vorab gesagt: Warum dieser Artikel? Lokalzeitungen sind dazu da, ihre Leser über Geschehnisse in ihrer Stadt – u. a. in den Vereinen, Bürgerinitiativen, Kindergärten, Schulen, Schützenvereinen – zu informieren und auch und vor allem einen kritischen Blick auf das Tun und Lassen der Kommunalpolitik und städtischer Institutionen zu werfen, darüber zu berichten und es zu kommentieren. Nehmen Journalisten ihre Arbeit in diesem und im Sinne ihres journalistischen Ethos ernst, ecken sie mitunter zwangsläufig an. Dann kann es schon mal Abbestellungen der Zeitung und Diffamierungen von Journalisten geben. – In loser Folge schildern wir begrenzt solche Eposiden bzw. Vorfälle.

Schützen wechselten den äußeren Feind mit dem inneren aus

Im Jahre 1984 gab es eine heute als amüsant zu bewertende Auseinandersetzung über eine Film-Rezension, die der damalige Kulturredakteur der Dorstener „Ruhr-Nachrichten“, Wolf Stegemann, unter dem Titel „Filmemacher Garczyk stellt sich den Dorstenern“ schrieb. Eckhard Garczyk hatte in dem TV-Film des Bayerischen Rundfunks „Jeder hat sein Nest im Kopf“ vor allem über den Schützenbetrieb so berichtet, dass er „anfangs“ auch den Ehrenobersten und Ehrenvorsitzenden der Altstadtschützen, Hans Pasterkamp, „schockierte“, wie er in einem Leserbrief an die „Ruhr-Nachrichten“ vom 31. Mai 1984 schrieb. Garczyk nahm in diesem Film u. a. das militärische Gehabe der Schützen aufs Korn seiner Filmkamera. Doch seinen Unmut schüttete der Ehrenoberst nicht über den Filmemacher Garczyk aus, sondern über den Journalisten, der darüber schrieb und den Hans Pasterkamp mit einem Menschen verglich, der „wurzellos“ keine „Achtung vor der Tradition“ habe. Pasterkamp gab Nachhilfeunterricht: Weiterlesen

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Juden wurden auch in Dorsten von Kommunal- und Staatsbehörden ausgeplündert, bevor sie in die Todeslager kamen. Nach dem Krieg gab es Wiedergutmachungsämter (2)

Spottbild über die Vertreibung der Juden an einer Wand des SA-Lagers an der Schleuse in Dorsten

Von Wolf Stegemann

27. Januar 2019. – Der 27. Januar, die Befreiung des Lagers Auschwitz 1945, ist in Deutschland der offizielle Erinnerungstag an die Vertreibung und Ermordung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland. Daher haben wir bereits in der letzten Woche einen Beitrag über jüdische Bürger in Dorsten veröffentlicht, die seit 1809 wieder in Dorsten leben und auch Besitz erwerben durften (Häuser, die einst Dorstener Juden bis 1942 gehörten, bevor sie vertrieben oder in Lagern ermordet wurden. Die Wiesenstraße war das geistige Zentrum des Dorstener Judentums – Ein Überblick (1)). Rund 130 Jahre später wurde ihnen der Besitz wieder abgenommen und auch ihr Leben – 41 Dorstener Bürger jüdischen Glaubens wurden ermordet, darunter als jüngste Kinder zwei Sechsjährige (siehe unten). – In dieser Folge befassen wir uns mit der Wegnahme des Besitzes jüdischer Bürger Dorstens durch (christliche) Bürger der Stadt, damals „arisch“ genannt, bzw. durch die Stadt selbst. Wir bitten um Verständnis, wenn wir die Namen derer, die sich am Vermögen jüdischer Bürger bereichert haben, aus Rücksicht auf ihre heutigen Familien nicht nennen. Wir bitten auch um Verständnis, wenn dieser Artikel – gemessen an den üblichen anderen – eine Überlänge hat, um das Thema umfassend zu erläutern und es abzuschließen. Weiterlesen

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Häuser, die einst Dorstener Juden bis 1942 gehörten, bevor sie vertrieben oder in Lagern ermordet wurden. Die Wiesenstraße war das geistige Zentrum des Dorstener Judentums – Ein Überblick (1)

Anzeige in der Dorstener Volkszeitung

A. Sch. – Zur Einführung: Ende des Monats, am 27. Januar, jährt sich die Befreiung des deutschen NS-Konzentrations- und Todeslagers Auschwitz in Polen, in dem Menschen, vor allem jüdischer Herkunft, fabrikmäßig ermordet wurden, darunter auch Juden aus Dorsten. Dieser Tag wurde in Deutschland zum Gedenktag. Juden, die nicht rechtzeitig Deutschland oder die besetzten Kriegsgebiete verlassen konnten, kamen in den Todeslagern ums Leben. Ihre Häuser und Grundstücke unterlagen der staatlichen „Arisierung“, besser gesagt der Beraubungspraxis der Behörden. Sie mussten nicht nur ihre Immobilien abgeben, der Erlös verblieb meist beim Finanzamt. Ihnen wurde von den örtlichen Behörden auch die persönliche Habe wie Wohnungseinrichtungen, Bilder, Schmuck, Kleidung, Teppiche und dergleichen abgenommen und zum Wohle der Stadt veräußert und öffentlich versteigert. Die Eigentümer waren bereits in den Todeslagern. So auch in Dorsten geschehen. Dazu 1951 Stadt- und Amtsdirektor Dr. Walter Banke: „Das Amt Hervest-Dorsten hat sich anweisungsgemäß und äußerst korrekt verhalten!“ Weiterlesen

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Gelddruckmaschine Abwasserbeseitigung – Kalkulatorische Zinsen auf Eigenkapital, aber keine Zinsen für Zwangskredit der Bürger

Von Helmut Frenzel

11. Januar 2019. – Vor einigen Tagen erschien in der Dorstener Zeitung (DZ) ein Artikel, der sich mit den hohen kalkulatorischen Zinsen befasst, die den Verbrauchern mit den Abwassergebühren abverlangt werden. Richtig daran ist, dass der angewandte Zinssatz mit 6 Prozent weit über dem seit Jahren viel niedrigeren Zinsniveau am Kapitalmarkt liegt. Alles andere in dem Artikel trägt mehr zur Verwirrung als zur Klarheit bei oder ist schlichtweg falsch. Da heißt es zum Beispiel: „Durch die kalkulatorischen Zinsen werden diese Kosten [der Anschaffung] auf 50 Jahre mit je 2 [Prozent] gestreckt“. Oder: „Die kalkulatorischen Zinsen sollen den Zinsaufwand ausgleichen, den die Kommune auf dem Kapitalmarkt zahlen muss, um das in den Gebührenhaushalten gebundene Kapital zu finanzieren.“ An diesen beiden Sätzen ist nichts richtig! Was dagegen fehlt ist eine Angabe über die Millionengewinne, die die Stadt mit der Abwasserbeseitigung erwirtschaftet, denn die stehen in einem engen Zusammenhang mit den kalkulatorischen Zinsen. Weiterlesen

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Zurückgeblättert: 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland – Sieben Frauen aus Dorsten und heutigen Stadtteilen traten 1919 erstmals zu Wahlen an – allerdings ohne Erfolg

Ausschnitt aus einem Plakat 1918/19

Von Wolf Stegemann

6. Januar 2019. – In diesen Tagen vor 100 Jahren – am 19. Januar 1919 – fand mit der Wahl der Deutschen Nationalversammlung die erste reichsweite deutsche Wahl statt, bei der Frauen das aktive und passive Wahlrecht besaßen. Allerdings fanden vor dieser Reichtagswahl mehrere Landtagswahlen schon mit aktivem und passivem Frauenwahlrecht statt: Am 15. Dezember 1918 in Anhalt und Mecklenburg-Strelitz, am 22. Dezember 1918 in Braunschweig und am 12. Januar 1919 in Bayern, Baden und Württemberg. Wahlen in Dorsten bzw. in den Landgemeinden fanden nach dem Januar 1919 statt. Hier traten insgesamt sieben Frauen zur Wahl an, wurden aber nicht gewählt. Weiterlesen

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Das Porträt: Edith Schulte-Huxel bringt in Indien ehrenamtlich Frauen das professionelle Nähen bei, damit sie in ihrer Stadt Ponugodu Geld verdienen und besser überleben können

Edith Schulte-Huxel; Foto: privat

Von Wolf Stegemann

Die gebürtige Bottroperin war schon immer sozial engagiert, suchte die Nähe von Menschen, denen sie helfen und mit denen sie kommunizieren konnte. In Bottrop, Oberhausen und auch in Dorsten machte die Lembeckerin Edith Schulte-Huxel feinmotorische Übungen mit Senioren in Heimen  und ist seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe Barkenberg tätig, wo sie im Gemeinschaftshaus Wulfen-Barkenberg Mädchen und Frauen kostenlos das Nähen beibringt, damit sich Flüchtlinge unter ihrer Anleitung ihre Kleidungsstücke selbst nähen können. Weiterlesen

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Stilles und aufdringliches Betteln. Einst heidnisch ritualisiert, christlich motiviert, dann kriminalisiert und erst seit Kurzem straffrei – jedoch ein unschönes Bild in den Straßen (Essay)

Von Wolf Stegemann

21. Dezember 2018. – Wer durch die Straßen der Dorstener Innenstadt geht, sieht häufig auch Frauen und vorwiegend Männer, die betteln oder bettelnd eine Zeitung verkaufen wollen. Besonders an Markttagen sind sie in der Innenstadt zu finden: Menschen, die Geld erbetteln oder für Organisationen Spenden sammeln. Nicht allen gefällt das, doch erlaubt ist das schon. Zumindest, solange es nicht aggressiv ausgeführt wird. Das Betteln hat eine lange kirchliche, spendensoziale, gesellschaftssoziale und strafsoziale Geschichte des Gebens und Nehmens. Auch in Dorsten bis in die Gegenwart. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Manche Städte gaben Verordnungen heraus, die das Betteln einschränkten, wenn nicht gar verboten hatten. Doch diese sind allesamt rechtsungültig, weil Bundes- beziehungsweise Landesrecht Kommunalrecht bricht. Das Betteln stellt in Deutschland seit 1974 keinen Straftatbestand dar. Der entsprechende Paragraph „Bettlerei und Landstreicherei“ wurde aus dem Strafgesetzbuch (StGB) entfernt. Daher gibt es auch in Dorsten keine städtischen Verordnungen über das Betteln. Weiterlesen

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Hermann Bogdal, bis 1945 verfolgter Kommunist und Widerstandskämpfer, danach Journalist („Neues Deutschland“) und Buchautor, ist in Dorsten in bester Erinnerung

Hermann Bogdal (r,) am Lagerfriedhof Bockhorst in den 1980er-Jahren

Von Wolf Stegemann

14. Dezember 2018. – Mit Dorsten verbanden ihn viele Freunde und politisch Gleichgesinnte. Darunter vor allem Bogdals politischer Weggefährte Edmund Labendz (Jahrgang 1931), der in den 1950er-Jahren wegen seiner Zugehörigkeit zur KPD im Zuchthaus saß. Hermann Bogdal wurde ebenfalls in den 1950er- und 60er-Jahren bestraft bzw. angeklagt, allerdings mit der Einstellung der Verfahren endete. Mit Dorsten verband Bogdal auch wochenlange Recherche im Stadtarchiv, die ihren Niederschlag vor allem in seinen beiden 1984 erschienenen Bänden „Rote Fahnen im Vest“ gefunden haben. Darin beschreibt er die Geschichte in den revolutionären Novembertagen 1918 im Kreis Recklinghausen und die Niederschlagung des Kapp-Putsches. Vor allem die historischen Dorstener Begebenheiten jener Zeit hat Hermann Bogdal in diesen beiden Büchern geschildert. Daher ist er auch immer wieder zu Lesungen und Diskussionen nach Dorsten eingeladen worden. Auf Einladung des Schulleiters Wolfgang Triptrap referiert er zur 40. Wiederkehr des Kriegsendes am 8. Mai 1985 in der Gesamtschule Wulfen. Zudem war Bogdal bei vielen ähnlichen Veranstaltungen in Dorsten anwesend, so dass mit der Zeit auch in Dorsten ein breitgefächerter Kreis von Gleichgesinnten, Freunden und Gesprächspartnern der Nachkriegsgeneration entstand. Darunter der bereits erwähnte Edmund Labendz, dann Karl Möhring und Uli Hengemühle. Auch Dirk Hartwich hat sich mit ihm politisch ausgetauscht und sein Leben, seine feste Haltung und sein Engagement stets gewürdigt. Auch die Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ hatte Kontakte zu Bogdal. Die „Ruhr-Nachrichten“ schrieben 1983: „’Rote Fahnen im Vest’ ist der Versuch, Geschichte von unten aus eindeutig politischer Sicht zu schreiben. Deshalb ist es ein beeindruckendes Buch, und trotz der eingeschränkten politischen Sicht ein notwendiges Buch.“ Weiterlesen

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Blick in die lokale Medienwelt (I): Seminararbeit von Polizeistudenten über Gewalt an Dorstener Schulen – wie sich 1994 der Schulleiter des Petrinum über einen Zeitungsartikel aufregte

Symbolbild

Von Wolf Stegemann

Vorab gesagt: Warum dieser Artikel? Lokalzeitungen sind dazu da, ihre Leser über Geschehnisse in ihrer Stadt – u. a. in den Vereinen, Bürgerinitiativen, Kindergärten, Schulen – zu informieren und auch und vor allem einen kritischen Blick auf das Tun und Lassen der Kommunalpolitiker und der städtischen Institutionen zu werfen, darüber zu berichten und zu kommentieren. Nehmen Journalisten ihre Arbeit in diesem und im Sinne ihres journalistischen Ethos ernst, ecken sie mitunter zwangsläufig an. Dann kann es schon mal Abbestellungen der Zeitung geben, Diffamierungen von Journalisten, vor allem durch Politiker, die dann beim Verleger oder Chefredakteur gegen den Journalisten agieren und auch Entlassungen fordern. Für Beschwerden, bei wem auch immer, genügen   betreffenden Politiker oft auch nur missfallende Überschriften. Darüber erfährt der Leser in der Regel nichts. Die Beziehung zwischen Politik und Presse ist ein wichtiger Bestandteil unserer Demokratie, auch auf lokaler Ebene. Daher mag man es uns nachsehen, wenn wir die Beziehung zwischen Lokalpolitik und Presse aufgreifen. Denn auch auf lokaler Ebene  gibt es hinter den Kulissen manch unschönen Druck auf Journalisten, wenn diese durch kritische Berichterstattung „auffallen“. – In loser Folge werden wir aus dem persönlichen Leben und der Feder des Verfassers einige Auseinandersetzungen zwischen Institutionen der Stadt, Parteien und der Lokalpresse schildern.

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Wie die katholische „Dorstener Volkszeitung“, Vorgängerin der heutigen „Dorstener Zeitung“, zu Beginn der NS-Zeit gleichgeschaltet und ihr von der NSDAP der Maulkorb verpasst wurde

Verlagshaus am Südwall

Von Maja Lendzian

In den überregionalen Teilen der Tageszeitungen löste Ende 1932 und Anfang 1933 eine  besorgniserregende Schlagzeile die nächste ab: „Wieder einmal große Prügelei zwischen NSDAP und KPD“, „Strassers Rücktritt von seinen Parteiämtern“, „Reichstags- und Landtagspräsident bei Hindenburg“, „Politischer Umschwung in Vorbereitung“, ,,Die Harzburger Front am Ziel – Hitler auf dem Stuhl Bismarcks“. Weiterlesen

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Rolltreppen – die erste in Dorsten wurde 1951 eingerichtet, die zweite kam erst annähernd 30 Jahre später und danach aber mehrere

Von Wolf Stegemann

Heute sind Rolltreppen, die in Fachkreisen Fahrtreppen genannt werden, in öffentlichen Gebäuden, Kaufhäusern und anderen Gebäuden ein ganz normaler Anblick und eine Einrichtung, die ohne Bedenken und Muskelkraft benutzt wird. Das war nicht immer so. Vermutlich die erste Rolltreppe, die in Dorsten zu sehen und zu benutzen war, gab es ab 1951 im Kaufhaus Albert Bieker an der Essener Straße. Das war schon ein Ereignis, denn nur 58 Jahre früher, im Jahr 1893 wurde die erste „mittels Elektrizität getriebene endlose schräge Wandelbahn“ (=Rolltreppe) in einem nicht genauer benannten New Yorker Bahnhof eingebaut, die auch ein bewegliches Geländer besaß. Der Höhenunterschied betrug bei 16 Meter Länge sechs Meter. Weiterlesen

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Demographie: Dorstener Einwohnerzahl 2017 unverändert. Der langfristige Trend des Bevölkerungsrückgangs ist damit nicht gebrochen

Von Helmut Frenzel

8. November 2018. – Die demographische Entwicklung in Deutschland ist wegen ihrer dramatischen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Top-Thema avanciert. Der grundlegende Trend des Bevölkerungsrückgangs ist hierzulande überall wirksam. Deswegen ist es auch in Dorsten von Interesse, die lokale Entwicklung im Auge zu behalten. Inzwischen liegen die Zahlen für 2017 vor und es stellt sich die Frage, welche Erkentnisse man daraus gewinnt. Die drei Tabellen (siehe unten) geben einen Überblick über die Entwicklung relevanter Daten 2012 bis 2017. Die Angaben für 2017 wurden erst kürzlich veröffentlicht. Weiterlesen

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Höchster SA-Führer zu Besuch in der Stadt – Stabschef Viktor Lutze war früher Briefträger in Dorsten

Adolf Hitler, Viktor Lutze, Gauleiter Meier

Von Wolf Stegemann

Kaum einer weiß noch, dass der „Alte Kämpfer“ der NSDAP und höchste SA-Führer Viktor Lutze vor seinem Aufstieg in nationalsozialistischer Zeit in Dorsten als Postbote Briefe ausgetragen hatte. Ende der 1920er-Jahre war er als Postbeamtenanwärter im Dorstener Postamt beschäftigt und wohnte zur Untermiete bei der Familie Nuyken in der Lippestraße. Daher kam er im August 1935, als er bereits Nachfolger des von Hitler ermordeten SA-Stabschefs Ernst Röhm geworden war, zur Inspektion seiner SA-Truppen nach Dorsten. Darüber schrieb der dem Regime nahe stehende „Generalanzeiger“ am 22. August 1935: Weiterlesen

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Schreiben nach Gehör – Das zähe Ende einer ungeeigneten Lernmethode. Es ist auch ein Schlag gegen das selbstbestimmte Lernen

Kommentar von Helmut Frenzel

26. Oktober 2018. – Die Eltern wussten es, die Lehrer wussten es und die Schulpolitiker wussten es auch: Die flächendeckend angewandte Lernmethode des „Schreiben nach Gehör“ ist wenig geeignet, den Grundschülern eine fehlerfreie Rechtschreibung beizubringen. Das ist auch in Dorsten ein Thema. Viele Kinder verlassen die Grundschule nach der vierten Klasse mit mangelhaften Kenntnissen dieser elementaren Kulturtechnik – und leiden während ihrer restlichen Schullaufbahn darunter. Die Medien berichten seit Jahren darüber. Aber alles half nichts. Auch nachdem in Hamburg die Anwendung der Methode verboten wurde und andere Bundesländer folgten, blieb das Schreiben nach Gehör weiterhin die vorherrschende Methode zum Erlernen der Rechtschreibung, auch in NRW. Es brauchte erst eine wissenschaftliche Studie der Universität Bonn, um ihr Ende einzuläuten. Die Wissenschaftler verglichen über mehrere Jahre die Rechtschreibleistungen der Kinder, die das Schreiben mit drei unterschiedlichen Methoden erlernten. Die Ergebnisse bestätigen, was alle wussten: Das Schreiben nach Gehör führt zu sehr viel schlechteren Lernergebnissen als die herkömmliche Fibelmethode. Zudem benachteiligt sie besonders Kinder mit Migrationshintergrund. Die Defizite sind so groß, dass man an ihrer Abschaffung kaum mehr vorbei kommt. Weiterlesen

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Der Russenfriedhof in Holsterhausen: Über 400 zwangsdeportierte Frauen und Männer, auch Kinder. Eine Augenzeugin: „Sie starben wie die Fliegen!“ – Heute ein Ort der Stille

Massengräber auf dem russischen Friehof in Holsterhause; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

Friedhöfe erfüllen wichtige und in vielen Kulturen bestehende individuelle und kollektive Funktionen. Vor allem sind sie dazu bestimmt, ein ungestörtes Totengedenken in einem Raum zu ermöglichen, der deutlich von dem der Lebenden abgetrennt ist und unter besonderem Schutz vor Verwahrlosung, Entweihung und Verletzung der Totenruhe steht. Äußere Zeichen zum Schutz der Totenruhe sind Zutrittsbeschränkungen, Umfassungsmauern, verschließbare Zugänge. Daher befremdet es, wenn die für Friedhöfe Verantwortlichen nicht auf die Würde der dort bestatteten Toten achten, gleich welcher Nation und Religion. Der Russenfriedhof in Holsterhausen gibt in diesen Tagen ein verwahrlostes Bild ab. Der an Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff gerichtete Brief vom 27. September 2018 informiert darüber: Weiterlesen

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Blick in Dorstens Nazi-Zeit: Hauptsturmführer Otto Weißenberg war Dorstens ranghöchster und brutaler SA-Führer – er starb 1961 als Nachtwächter im Sauerland

Dorsten 1936: Otto Weißenberg (l) und Kaspar Laukemper (r); Foto: Sammlung Stegemann

 

Von Wolf Stegemann

21. September 2018. – Er war als Hauptsturmführer (Rang hieß bis 1934 Sturmhauptführer) der ranghöchste SA-Führer im Einsatzgebiet Dorsten. Mit ihm und seinem Namen verbanden die Dorsten den Typ von SA-Mann, der gewalttätig und bösartig war. Selbst seine Tochter sagte über ihn Mitte der 1980er Jahre: „Wenn er blau war, hat er schon einem eine vor die Klappe gehauen!“ So ist er auch vielen Dorstenern, die ihn kannten, in Erinnerung. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Andrea Schüller? Demenzkranke zu betreuen, sie zum Lachen und in gute Stimmung zu bringen, ist für sie ein Herzensbedürfnis

Von Wolf Stegemann

12. September 2018. – Einfühlsamkeit, Aufmerksamkeit, Zuvorkommenheit mit ein wenig Charme, Hilfsbereitschaft, Ausdauer und auch Humor erfordert ein Beruf, der seit geraumer Zeit in aller Munde, auch in dem der Politiker ist. Das sind „Altenbetreuer“, über die Politiker viel reden und letztlich nicht viel tun, um die Lücken zu schließen und die Gehälter an das verantwortliche Tun anzupassen. Es gibt immer mehr alte Menschen, die betreut werden müssen, vor allem die unter den Senioren, die dazu noch dement sind, entweder die „normale“ und häufiger vorkommende Altersdemenz (50-60 %), bekannt als Alzheimer-Demenz, oder eine der vielfach stärker ausgebildeten Demenz-Formen, von denen es etliche gibt. Der Begriff Demenz leitet sich ab vom lateinischen demens, d. h. unvernünftig und ohne Verstand, Denkkraft oder Besonnenheit. Anders gesagt: Nachlassen der Verstandeskraft und auch der Motorik. Dann brauchen die Menschen Hilfe und Betreuung; das die Gesundheitskassen über die Pflegegrade auch bezahlen. Manchmal ist auch Heimunterbringung angesagt. Weiterlesen

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Bischof Clemens August Graf von Galens Besuch in Dorsten vom 8. bis 16. September 1936. NSDAP-Mitglied Hoffrogge kutschierte den Oberhirten durch die Stadt

Bischof von Galen wird am 8. September 1936 mit der Kutsche an der Lippebrücke abgeholt

Von Wolf Stegemann

6. September 2018. – Nach ihm sind fast in jeder münsterländischen Stadt und in jedem Dorf Straßen benannt, wie beispielsweise in Dorsten die Clemens-August-Straße. In Altendorf-Ulfkotte ist er Namensträger der Hauptschule. Denn der Graf war von 1933 bis zu seinem Tod im Jahre 1946 Bischof von Münster und besuchte in dieser Zeit mehrmals Dorsten und umliegende Landgemeinden. Er war als Angehöriger des konservativen Flügels des Zentrums auch politisch engagiert. Bekannt wurde er unter anderem durch sein öffentliches Auftreten gegen die Tötung so genannten „lebensunwerten Lebens“. 1946 wurde er zum Kardinal erhoben und 2005 selig gesprochen. Bischof Clemens August besuchte vom 8. bis 16. September 1936 die St. Agatha-Gemeinde in Dorsten. Vorstand und Bevölkerung holten ihn, wie es üblich war, an der Lippebrücke mit Pomp ab und geleiteten ihn zur Kirche. Pfarrer Heming schrieb in die Kirchenchronik am 8. September: Weiterlesen

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40-Millionen-Rechnung ohne den Wirt. Wie die Politik sich am Bürger vorbei einen Rathausneubau genehmigt – grundlegende Einzelheiten werden zur Verschlusssache erklärt

Von Helmut Frenzel

24. August 2018. – In seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien beschloss der Rat der Stadt, das Rathaus am Gemeindedreieck zu sanieren und die gemieteten Büroflächen gegenüber an der Bismarckstraße und an der Halterner Straße durch einen Anbau zu ersetzen. Dafür will die Stadt 40 Millionen Euro ausgeben. Das erfuhren die Bürger nicht etwa durch die entsprechende Ratsvorlage, wie sonst üblich. Die Entscheidung wurde hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlicher Sitzung abgehandelt. Der Tagesordnungspunkt lautete ziemlich unverfänglich: „Untersuchung geeigneter Handlungsvarianten im Rahmen einer NKF-Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zum Rathaus Dorsten“. Dass der Rat dann Sanierung und Anbau einstimmig beschloss, durften die Bürger der „Dorstener Zeitung“ (DZ) entnehmen. Zwei Wochen später veröffentlichte die Stadt auf ihrer Interseite eine Stellungnahme zu dem Projekt, ohne konkrete Zahlen zu nennen, die es dem Bürger erlauben würden, sich eine Meinung zu bilden. In einer Anlage wandte sich Bürgermeister Tobias Stockhoff mit einer „Erläuterung“ der Ratsentscheidung direkt an die Bürger, in der er das Vorhaben verteidigt. Weiterlesen

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Die hiesigen Gruppen des „Stahlhelm“, vor hundert Jahren gegründet, feierten zum letzten Mal in Lembeck, bevor sie sich 1934 freiwillig auflösten und SA-Reserve wurden

Fahneneid von „Stahlhelm“-Angehörigen 1918; Foto: Bundesarchiv

Von Wolf Stegemann

12. August 2018. – Der „Stahlhelm“ war als „Bund der Frontsoldaten“ ein paramilitärisch organisierter Wehrverband, der 1918 gegründet wurde und 1934 durch Gleichschaltung in die NSDAP aufging. Die hiesigen Ortsgruppen des „Stahlhelm“ hatten 1933 ihre letzte große Veranstaltung in Lembeck. Die Parteiführer Franz Seldte und Theodor Duesterberg gründeten den Frontkämpferverband im Dezember 1918 in Magdeburg. Er galt als bewaffneter Arm der Deutschnationalen Volkspartei DNVP und stellte für diese nationale Partei den „Saalschutz“. Der „Stahlhelm“ war stark an der vergangenen Kaiserzeit orientiert und stand in eindeutiger Gegnerschaft zur Weimarer Republik, war demokratiefeindlich und antisemitisch. Deutschen Frontsoldaten jüdischen Glaubens war die Mitgliedschaft verwehrt. Daher gründeten diese eine eigene Organisation, den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der bis 1935 am Freudenberg das Erholungsheim für Kinder ihrer Mitglieder, Haus Berta, unterhielt, bis es von der Gestapo geschlossen wurde. Ziele des „Stahlhelm“ waren die Errichtung einer Diktatur in Deutschland, die Vorbereitung eines Revanchekrieges und die Errichtung eines antiparlamentarischen Ständestaates. Der „Stahlhelm“ bekämpfte die Sozialdemokratie und den „Händlergeist des Judentums“ und forderte „Lebensraum im Osten“. Bis 1930 hatte der „Stahlhelm“ rund 500.000 Mitglieder, die sich als Reserve für das durch den Versailler Vertrag auf 100.000 Mann beschränkte Heer der Reichswehr verstanden hatten. Weiterlesen

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Was verbindet die neue deutsche Botschafterin in Washington mit Dorsten, das sie aus ihrer Kinder- und Jugendzeit her kennt? Familiäre Beziehungen zur Familie Schürholz

Von Wolf Stegemann

4. August 2018. – Im April 2018 tauchte in den Schlagzeilen der Presse und in Nachrichtensendungen in Zusammenhang mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und am Rande auch mit US-Präsident Trump ein Name auf, der im diplomatisch-politischen Deutschland einen guten Klang hat, ansonsten als Name teils weniger teils gar nicht bekannt sein dürfte. Das ist der Name Emily Haber. Trägerin des Namens ist die neue Botschafterin der Bundesrepublik in Washington. Sie gehört ohne Übertreibung zu den angesehendsten Exzellenzen auf der diplomatischen Bühne, deren Leben und Karriere als öffentliche Person ein offenes Buch ist. Nicht in diesem Buch ist allerdings zu finden, dass Dr. Emily Haber nicht nur die großen Städte rund um den Erdball kennt, sondern auch das kleine Dorsten an der Lippe. Denn mit der Stadt verbindet sie Kindheits- und Jugenderinnerungen, da sie mit der Familie Schürholz am Dorstener Markt verwandt ist, ebenso mit der Familie Beisenbusch, denn ihre Großmutter Paula Schürholz war eine geborene Beisenbusch. Weiterlesen

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Was macht eigentlich … Dr. med. Jürgen Jenke verbrachte seine Schulzeit in Dorsten und musste katholisch werden, um im Franziskaner-Internat wohnen zu können

Jürgen Jenke (2. v. r.) mit dem Kölner Dreigestirn und Hofstaat 2010

Von Wolf StegemannEr gehört zu denen, die im Ruhestand unruhig sind, weil sie endlich Zeit haben, das zu tun und zu erledigen, was sie aus Zeitgründen während ihres Berufslebens nicht konnten. So ist es bei Dr. med. Jürgen Jenke das Recherchieren, Sammeln und Dokumentieren seiner Familiengeschichte. Das weist schon darauf hin, dass er ein ausgeprägter Familienmensch ist, der sich stets nicht nur um seine fünf Kinder Rolf, Sabine, Karin, Petra und Ute kümmerte, sondern heute in Fortsetzung auch intensiv um die fünf in Köln lebenden seiner acht Enkelkinder. Da kommt er dann schon mal in einen rappeligen Zustand. Vielleicht liegt’s auch daran, dass er als Anästhesist und Koordinator in einem großen OP-Betrieb mit sieben OP-sälen für Ruhe und einen geregelten Ablauf sorgen und dies auch für sich selbst bewahren musste. Weiterlesen

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Kalksandsteinwerk in Holsterhausen: An der B 224 wurden ab 1955 täglich rund eine halbe Million Steine hergestellt – Danach kamen die Maschinen nach China

Ansicht des Kalksandsteinwerks im Jahre 1966; Foto: Jenke

Von Wolf Stegemann

20. Juli 2018. – Nördlich stadtauswärts an der B 224 lag linker Hand, kurz bevor man die Freudenberger Straßenkreuzung mit der B 58 erreicht, das Kalksandsteinwerk von Dr. Herbert Bauer & Gustav Rüskamp, Inhaber der gleichnamigen Kalksandsteinwerke in Coesfeld-Klye. Das Zweigwerk Holsterhausen wurde 1955 gegründet und stellte 2001 die Produktion ein. Die Gebäude sind mittlerweile abgerissen. Auf dem Areal, auf dem die Gebäude des Kalksandsteinwerkes lagen, befindet sich heute eine Biogasanlage der Firma Odas. Die ehemalige Sandgrube wurde zurückgebaut und mit Nadelbäumen aufgeforstet, so dass diese Flächen heute ein vorzeigbares Beispiel für eine gelungene Rekultivierung sind. Die Flächen, die sich nördlich der ehemaligen Sandgrube befinden und durch den Emmelkämper Weg, die B 58 und die B 224 begrenzt werden, nutzt man seit 2001 bis heute weiter für die Gewinnung von Sand für anderweitige Zwecke. Die Straße, die vom Emmelkamp bis zur B 224 (Borkener Straße) führt, heißt heute noch „Am Steinwerk“. Bei der Gründung im Jahre 1955 lag das Werk auf Altschermbecker Gebiet (Alter Postweg 75), das zum Amt Hervest-Dorsten gehörte, nicht aber zur Stadt Dorsten. Die in den Briefköpfen der Firma verwendete Anschrift lautete: 4270 Dorsten-Freudenberg. Im Zuge der Eingemeindung der Gemarkung „Emmelkamp“ in den Stadtteil Dorsten-Holsterhausen im Jahr 1975 wurde der Straßenname in „Am Steinwerk“ geändert, da es in der Stadt Dorsten bereits eine Straße namens „Alter Postweg“ gab. Weiterlesen

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Das Mercaden-Debakel: Welchen Anteil daran hat die Politik? Realitätsverweigerung und falsche Weichenstellungen haben den Weg bereitet

Tristesse im Erdgeschoss; Foto: H. Frenzel

Kommentierender Rückblick von Helmut Frenzel

20. April 2018 – Das Mercaden-Debakel hat viele Väter, aber einen an vorderster Stelle: den ehemaligen Bürgermeister Lambert Lütkenhorst. Es ist auch sein Debakel. Er wollte dieses Projekt und er wollte Herbert Krämer. Er war es, der zusammen mit einigen Gefolgsleuten die Strippen zog, um das Projekt über alle Hürden zu bringen. 2009 hatte er an der Eröffnung der RheinBerg-Galerie in Bergisch-Gladbach teilgenommen, ein Vorhaben des späteren Mercaden-Entwicklers. So etwas wollte Lambert Lütkenhorst auch für Dorsten. Es sollte sein Denkmal werden. Und er bekam es. Wie das Projekt durchgesetzt wurde und wie es scheiterte wird hier noch einmal aufgerollt. Weiterlesen

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