Blick in die Partnerstadt Rybnik: Thomas Godoj kam als Kind nach Recklinghausen, wurde ein erfolgreicher Popsänger und Song-Schreiber – und kümmert sich um Kinder in Not

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung. In unserer Reihe, in der wir prominente und über die Region hinaus interessante Personen aus unseren Partnerstädten vorstellen, porträtieren wir in dieser Folge den jungen polnisch-deutschen Newcomer, erfolgreichen Hardrocker, Popsänger und Song-Schreiber Tomasz Jacek Godoj aus Rybnik. In früheren Porträts haben wir den verstorbenen international bekannten Schriftsteller und Lyriker Peter Corrylis aus Hainichen (Sachsen) sowie das schillernde Modemodell Bar Refaeli und den ermordeten Soldaten Ron Arad, beide aus Hod Hasharon (Irsrael),  vorgestellt.

„Thomas war sehr präsent, sehr hingebungsvoll, lebte die Songs sehr intensiv und erreichte mich. Ich war den ganzen Abend so glücklich, da zu sein. Thomas´ Stimme hat mich wieder neu in ihren Bann gezogen, er sang so wunderschön, diese Tiefe und dieser ,Dreck’ (ich weiß kein anderes Wort) in seiner Stimme sind einfach faszinierend, die Band ist so genial, so improvisierfreudig, die Stimmung im Publikum war für mein Empfinden sehr gut….“ Weiterlesen

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Wie die Wulfener Hausfrau und Elektromeisterin Martina Jansen zum Schreiben von Büchern kam und der Computer fast Lebensmittelpunkt wurde

Von Wolf Stegemann

19. Mai 2016. – „Arbeit, Tochter, Nur-Hausfrau, Scheidung … der ganz normale Wahnsinn eben.“ So beschreibt die Literatin, Mutter, Hausfrau, Webdesignerin, Self-Publisher – in welcher Reihenfolge auch immer – im Rückblick ihr Leben. Natürlich war dies facettenreicher als sie es mit diesem Satz anreißt, nachdem sie ihr zweites Buch „Meine Kalorien haben ein Zuhause“ online bei amazon eingestellt hatte. Ihr erstes Buch hieß „Luna Abenteuer Singlebörse 2.0“, deren Protagonistin der Generation 50plus angehört, wie die Autorin selbst, die 1992 von Gelsenkirchen-Buer nach Alt-Wulfen zog. Dem Stadtmagazin „Lokallust“ vertraute Martina Jansen 2016 in der Rubrik „Dorstener Tagebuch“ an, dass sie die erste Zeit in Dorsten-Wulfen lediglich gewohnt habe, denn ihr Lebensmittelpunkt mit Arbeit und Freunden blieb die Nachbarstadt Gelsenkirchen-Buer. Zu Dorsten fühlte sie keine Verbundenheit. Lange nicht. Bis sie Dorsten für sich „entdeckte“. Sie sagt dazu: „Je älter ich wurde, um so mehr wusste ich einerseits die Natur, anderseits aber auch die Anbindung an die beiden Autobahnen zu schätzen. Und mittlerweile wohne ich nicht nur in Dorsten, sondern ich lebe hier!“ Und: „Die Stadt ist klein und überschaubar, sicher nicht fehlerlos, aber dennoch, oder gerade deswegen, sage ich Ja zu Dorsten“. Seit Januar 2016 ist Martina Jansen freie Mitarbeiterin des kostenlos verteilten Stadtmagazins „Lokallust“. Weiterlesen

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Zurückgeblättert: Die Stadt wollte 1830 Residenzstadt in einem „Landräthlichen Kreis Dorsten“ mit den zwei Städten und 28 Landgemeinden werden – Absage

Das idyllisch gelegene Dorsten 1823 mit Blick auf die Nordseite der Stadt

Von Wolf Stegemann

Im Zuge der Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen entstanden im preußischen Regierungsbezirk Münster 1816 zehn landrätliche Kreise, darunter der Kreis Recklinghausen, der im damaligen Preußen mit 38.000 Einwohnern und 781 Quadratkilometern größter Kreis war und von dem Landräthlichen Commissair Graf Wilhelm von Westerholt geleitet wurde. Das Territorium umfasste das gesamte Vest mit den Städten Recklinghausen und Dorsten sowie 28 Landgemeinden, die von Bürgermeistereien (Fortbestand der vormaligen „Mairien“) verwaltet wurden. Auch die bis dahin fürstbischöflich-münstersche Herrlichkeit Lembeck – bis dato zum Amt Ahaus gehörig – mit den Gemeinden Lembeck, Rhade, Erle, Wulfen und Altschermbeck wurde 1816 mit dem Kreis vereinigt. Der Name Vest Recklinghausen hat sich bis heute erhalten und deckt den größten Teil des Kreises Recklinghausen ab. Die Festlegung der Kreisgrenzen zog sich bis 1830 hin. Weiterlesen

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Der Muttertag: In Amerika initiiert, vom Blumenhändlerverband installiert, von den Nazis ideologisiert, danach kommerzialisiert. Umsatz für Schnittblumen an diesem Tag bis 130 Millionen Euro

Gebärfreudige Frau Adebar erhält am Muttertag die Grüße ihrer lieben Storchenkinder; Zeichnung von Stefan Roth mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung (http://www.roth-cartoons.de)

Von Wolf Stegemann

6. Mai 2016. – Der Muttertag ist ein ambivalenter Tag. Wer mit dem Stichwort googelt, der fühlt sich unversehens in einen weitläufigen Basar versetzt und staunt, wie der Storch des Karikaturisten Stefan Roth im obigen Titelbild über die Vielzahl seiner Kinder, was unter dem Begriff Muttertag alles verkauft wird. Heerscharen von Blumenhändlern, fabrikmäßigen Tortenherstellern, Küchengeräteverkäufern, Bonbon-, Marzipan-, Nougat- und Pralinenherstellern, Reisebüros und Hotels bieten den jungen und alten Kindern von Müttern Billiges und Teures an, mit denen sie einmal im Jahr ihren Müttern ihr Muttersein versüßen können. Darüber darf man sich allerdings nicht wundern, denn erst der Geschäftssinn rief den Muttertag so richtig ins Leben und kann sich getrost als Mutter des Muttertags bezeichnen, was er allerdings nicht tut. Denn faktisch ist er das nicht. Der Geschäftssinn der Blumenhändler hat sich den Muttertag lediglich angeeignet und das daraus gemacht, was er heute ist. Mit Erfolg. Denn nach Weihnachten ist der Muttertag der umsatzstärkste Geschenktag, vor allem bei Blumen, und rangiert auch noch vor dem Valentinstag. Weiterlesen

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Ursula Küsters: Motor der Lembeck-Rhader Flüchtlingshilfe – Bürgerinitiative betreut Asylbewerber im historischen Michaelisstift. Vom Bürgermeister mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Auszeichnung der Flüchtlingshilfe Lembeck-Rhade durch Bürgermeister Tobias Stockhoff. Urula Küsters überreicht ihm Marmelade nach afghanischem Rezept: Foto: Christian Gruber

Von Wolf Stegemann

29. April 2016. – Vergleicht man die vielen Bürgerinitiativen in Lembeck zum Wohle des Stadtteils und ihrer Menschen, darunter vor allem die Flüchtlingshilfe Lembeck-Rhade, mit einem Fahrzeug, dann ist Ursula Küsters darin der Motor. Sie möge diesen wenig charmanten Vergleich verzeihen, doch treffender kann man ihr Engagement für andere nicht besser verdeutlichen. Ohne Motor läuft bekanntlich kein Auto und im übertragenden Sinne auch keine Bürgerinitiative. 2014 wurde in Lembeck die Bürgerkooperation „Porte Lembeck“ gegründet, die, ähnlich der Marion Taube-Initiative „Fundbüro für Stadtideen“ jetzt in Lembeck ein „Fundbüro für Dorfideen“ etablierte. Das ist eine Sammelstelle für Verbesserungen von Lebensqualität in Lembeck. Das funktioniert. Regelmäßig treffen sich  Bürger, entwickeln Ideen – und setzen sie auch um: Pflanzaktionen verschönern das Stadtbild, das Dorfwirtshaus soll wiederbelebt werden und es wird mehr für Jugendliche und Senioren getan sowie denen Hilfe gegeben, die sie benötigen. Aber auch das gewachsene Dorfbild soll gepflegt werden, denn „Lembeck hat eine Seele und auch alte Gemäuer sind ein Teil davon.“ – Eine ähnliche Initiative gründete sich unlängst in Rhade. Weiterlesen

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Ehrabschneidung – Böse Gerüchte von Klatschbasen machten einem Dorstener Goldschmiedemeister vor 160 Jahren schwer zu schaffen

DOrstener Goldschmied während der Fahrt von Buer nach Dorsten aus der Reisekutsche verschwunden

Goldschmied während der Fahrt von Buer nach Dorsten aus der Reisekutsche verschwunden

Von Wolf Stegemann

Die Lebenserfahrung zeigt, dass, wenn jemand ins Gerede gekommen ist, es mitunter lange dauert, vielleicht auch Maßnahmen notwendig sind, aus diesem Gerede wieder herauszukommen. So ist es heute und so war es schon immer. Wer die alten Zeitungen durchblättert, stellt fest, dass solche Geschichten häufiger vorkamen. Dann muss der Leser vielleicht auch schmunzeln, wenn sich Komisches hinter den Zeilen verbirgt. Die damals Betroffenen hatten sicherlich keinen Grund, amüsiert zu sein. Auch nicht der Goldschmiedemeister Schöning, dem Folgendes widerfuhr, wie aus dem „Dorstener Wochenblatt“ vom 21. März 1857 und einer dünnen Polizeiakte hervorgeht. Weiterlesen

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Viele Leser-Reaktionen auf den Ruf nach dem Staatsanwalt im Netz: ein Bürgermeister, der kein Fehlverhalten erkennt, eine Berichtsvorlage, die den Verdacht der Untreue verstärkt …

Ist der Bürger machtlos gegen das verlustreiche Finanzgebahren der Stadt mit Swaps und Währungskrediten?

Von Helmut Frenzel

15. April 2016. – Unser kürzlich auf dieser Seite erschienener Artikel zur Frage, ob bei den Millionenverlusten der Stadt durch Spekulationsgeschäfte auch Untreue im Spiel ist, ist auf sehr großes Interesse gestoßen, nicht nur in Dorsten sondern auch überregional. (Link zum Artikel siehe unten). Die Diskussionen in den sozialen Medien bestätigen unsere Einschätzung, dass kaum jemand das Ausmaß der Verluste zuvor kannte. Entsprechend heftig waren die Reaktionen bis hin zur Empörung. Das rief Bürgermeister Tobias Stockhoff auf den Plan. Er hielt dagegen und schrieb in einem Beitrag, die Stadt informiere „seit Jahren einmal jährlich öffentlich“ über die fraglichen Geschäfte, und er fügte den Link zur bevorstehenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses bei. Dort findet wer sich die Mühe macht, und das sind erfahrungsgemäß die Wenigsten, mit weiteren Clicks die aktuelle Berichtsvorlage der Verwaltung zu den Spekulationsgeschäften. Ist damit der Inhalt der Vorlage öffentlich gemacht? Und werden diejenigen, die die Vorlage lesen, den Inhalt verstehen? Weiterlesen

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