Hendrik Gottschalk – Die Geschichte des Dorstener Firmengründers, Unternehmers, Tausendsassas und Weltenbummlers macht einen baff – so heißt auch seine Firma

Von Wolf Stegemann

Geboren 1989 in Dorsten, aufgewachsen und wieder wohnend in Dorsten. Studierter Sportmanager, Ex-Grundschullehrer, Unternehmensgründer, Sportler, Weltenbummler,  Ironman. – Hendrik Gottschalk machte 2010  das Abitur und studierte in Bochum Sportmanagement, lebte in China, bevor es ihn wieder nach Dorsten verschlug. Während seines Studiums durfte er vier Jahre bei der Firma Red Bull als Student Brand Manager arbeiten und erste Erfahrungen im Bereich Marketing sammeln. Diese Erfahrungen konnte er dann während eines sechsmonatigen Fußball-Projekts in China umsetzten. Nach seiner Rückkehr im September 2016 hatte er die Chance, über den Quereinstieg Grundschullehrer in Gelsenkirchen zu werden. Während dieser Zeit gründete Hendrik Gottschalk in Düsseldorf seine erste Firma namens „getbaff“. Dieser Name hat es in sich und bedarf einer Erklärung: Baff ist laut Duden das umgangssprachliche Wort für „verblüfft“, bedeutete aber auch verdutzt, fassungslos, erstaunt. Und im Wort getbaff steckt in Englisch die Aufforderung oder der Umstand „baff werden“. Und wer die Geschichte von Hendrik Gottschalk und seiner Idee von „getbaff“ und deren Umsetzung liest, den mag dies baff machen.

Hendrik Gottschalks „getbaff“-Gründung erstaunt und verdutzt

Getreu dem Motto, endlich etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und den sicheren Job als Lehrer aufzugeben, legten Hendrik Gottschalk und sein Freund Jan Owiesniak im Oktober 2017 den Grundstein für ihr erstes eigenes Unternehmen, indem sie eine Unternehmergesellschaft gründeten. 2018 wurde sie in eine GmbH umgefirmt und kam ein Jahr später durch die „Business Angels“ aus Düsseldorf zu mehr Kapital. Mit der getbaff GmbH gab Gottschalk Unternehmen die Möglichkeit, analoge Oberflächen in wenigen Minuten mit der digitalen Welt zu verbinden, mittels Plattform und App. Ansässig in Düsseldorf und Köln hat Gottschalk somit ein IT-Unternehmen auf die Beine gestellt. 2020 wurde das Unternehmen zum ersten E-Commerce Shop entwickelt. Mit Highlightcover verleiht das Unternehmen jedem Instagram-Profil das gewisse Etwas. Weitere spannende Projekte sind bereits geplant, teilweise umgesetzt und werden in naher Zukunft folgen. Getbaff erweckt Werbeflächen zum Leben, in dem es Bilder mithilfe von Augmented Reality in Videos verwandelt. Nutzer können ihre Smartphone-Kamera beispielsweise auf Wahlplakate, Speisekarten oder Milchpackungen richten und sehen dann auf dem Display ein Video mit Hintergrundinformationen. Mit der Zeit kamen immer mehr Leute dazu, die hinter der Vision standen und das große Potenzial von „getbaff“ sahen. Mittlerweile besteht das „getbaff“-Team aus 16 Mitarbeitern der verschiedensten Bereichen. Zu den Kunden zählen u. a. Edeka, Vodafone, Ariel, die Deutsche Sporthilfe, die Miss Germany Corporation, Unitymedia, Sea-Shepherd, Tetra Pak und Brecenet. Aber auch in der Politik gibt es schon erste Kunden. Zuletzt kam die Technologie beim Kommunalwahlkampf in NRW 2020 zum Einsatz – nämlich auf den Plakaten des Düsseldorfer OB-Kandidaten Stephan Keller (CDU).

Hendrik Gottschalks Oma Doris erklärt im Film, was „getbaff“ macht

„Getbaff“ wirbt für sich auch mit Filmen, in denen erklärt wird, warum das Unternehmen das macht, was es macht. In einem dieser Filme erklärt dies eine 81-jährige Rentnerin aus Dorsten namens „Oma Doris“. Und diese Oma ist keine Erfindung. Es gibt sie tatsächlich. Sie heißt Doris Silberg und ist die Oma von Hendrik Gottschalk. Oma Doris sieht sich selbst schon als Maskottchen von „getbaff“. Dazu der Neffe Hendrik: „Die getbaff-Technologie einfach zu erklären, war damals die größte Herausforderung für uns. Wir haben in den ersten Monaten gemerkt, dass es gar nicht so einfach zu erklären ist, was wir machen. Wir standen dann auf der Bühne bei verschiedenen Pitch Events und am Ende haben die Leute genickt und gefragt: ,Ja gut, aber was macht ihr jetzt eigentlich?’“ Daraufhin wurde überlegt, wie das Thema Digitalisierung so einfach wie möglich an den Endverbraucher gebracht werden kann. Oma Doris konnte dies in einfachen Worten erklären. Es ist selbstverständlich sehr schön, wenn man das eigene Business dann auch mit der Familie und seine Liebsten teilen kann.

Rund um die Welt: „Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben!“

Diesen Ausspruch von Kurt Tucholksky (1890-1935) bedeutet für Hendrik Gottschalk Freiheit, Unabhängigkeit und letzten Endes Glückseligkeit. „Die Welt zu erkunden, Länder und Kontinente zu bereisen, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen, ist für mich ein wahres Privileg.“ Mit der Reise nach San Sebastian (Spanien) im Jahr 2010 erwachte seine Liebe zum Reisen. Sein erstes großes Highlight war der Junggesellenabschied im Jahr 2011 – in Las Vegas. Zwei Jahre später folgte New York, inklusive New York Marathon. Zum 50. Geburtstag seines Vaters fuhr er mit ihm nach Hawaii. Es folgten Vancouver, Miami und Chicago. Ein absolutes Highlight war das Weihnachtsfest 2015 in Russland bei seinem Freund Yura. 2016 lebte Gottschalk ein halbes Jahr in China (Xiangtan), „wo ich einige Facetten des Landes kennenlernte, die ich so niemals erwartet hätte. Der Besuch der chinesischen Mauer war atemberaubend und faszinierend.“ Eines seiner Lieblingsreiseziele, welches er mit seiner Frau 2016 zum ersten Mal bereiste, war Thailand. Ein Jahr drauf besuchte er einen Freund in Australien. Im Jahr 2018 reiste er mit seiner Frau nach Sri Lanka, das Herkunftsland ihrer Eltern. Neben zahlreichen Europareisen (Spanien, Italien, Frankreich, Österreich, Polen, Niederlande, Belgien, Grußbritannien, Irland) besuchten er mit seiner Frau auch Dubai, Tunesien und Istanbul. Fünf Wochen verbrachte Gottschalk beruflich im Silicon Valley und im Anschluss in Los Angeles, San Diego und nochmals Las Vegas. „Meine nächsten Ziele“, so Gottschalk, „sind Tokyo, Südafrika und die Antarktis.“

Sportler seit Jugend an in Dorsten – als 32-Jähriger Ironman in Barcelona

Hendrik Gottschalk ist eigentlich Fußballer und hatte mit Triathlon zuvor eher wenig am Hut. 2015/16 war er im SV Dorsten-Hervest, wechselte zum SV Zweckel, 2017/18 war er vereinslos und spielte ab 2018 wieder für den SV Dorsten-Hervest. Der Ironman stand aber schon länger auf seiner Wunschliste. Doch ein Ironman wird niemand einfach so. Gottschalk trainierte 200 Tage lang bis zu 17 Stunden die Woche, fuhr in dieser Zeit knapp 5000 Kilometer mit dem Fahrrad, lief fast 1000 Kilometer und schwamm 73 Kilometer. „Das war neben dem Job und Alltagsgeschäft schon eine Herausforderung“, zitiert ihn, den 32-Jährigen, die Dorstener Zeitung. Wegen hoher Wellen und starker Strömung durften die Teilnehmer in Barcelona nur einen statt 3,8 Kilometer schwimmen. Nach elf Minuten war Gottschalk schon wieder raus aus dem Wasser und schwang sich aufs Rad. Das erste Drittel der 180 Kilometer langen Fahrt von Calella nach Barcelona war kein Problem. Nach 5:33 Stunden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 32,5 km/h erreichte er die Wechselzone.

Gottschalk: „Ich bin mir ziemlich sicher: Einmal und nie wieder!“

Beim 42 Kilometer-Marathonlauf kam Hendrik Gottschalk an seine Grenzen, bekam Krämpfe und Magenprobleme. Doch er kam durchs Ziel. Kurz vor 20 Uhr überquerte der Dorstener am Sonntag, den 3. Oktober 2021, die Ziellinie in Barcelona. Zuvor war er 10 Stunden, 42 Minuten und 39 Sekunden geschwommen, geradelt und gelaufen. Jetzt darf er sich Ironman nennen. Mentale Stärke sei mit das Wichtigste, das habe ihm der Wettkampf gezeigt, sagt Gottschalk: „Ich bin mir aber ziemlich sicher: Einmal und nie wieder!“ –
Hendrik Gottschalk ist seit Ende 2020 mit der Dorstenerin Rammiya Loganathan verheiratet.

Einfach erklärt: „Augmented Reality“ und „getbaff“

Was ist „getbaff“? – „getbaff“ ist ein Düsseldorfer Technologie-Unternehmen, das dabei hilft, den Weg in die Digitalisierung so einfach wie möglich zu gestalten. Dazu hat „getbaff“ eine Augmented Reality-Lösung entwickelt, mit der analoge Oberflächen mit digitalen Inhalten verbunden werden können. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und verschiedensten Inhalte, die auf den Oberflächen abgespielt werden können, bieten einen echten Mehrwert, sowohl für Unternehmen als auch für Nutzer.
Was ist Augmented Reality? – Augmented Reality, zu Deutsch „Erweiterte Realität“, ist eine Technologie, welche die analoge mit der digitalen Welt vereint. Analoge Oberflächen werden durch digitale Elemente erweitert und dem Nutzer können auf diese Weise zusätzlich Informationen über sein Umfeld angezeigt werden. Die Informationen auf den Oberflächen können unter anderem aus Texten, Bildern, Grafiken, Videos oder 3D-Animationen bestehen und über die Kamera eines Smartphones, diverse Apps oder eine Augmented Reality-Brille abgerufen werden. Die Erweiterungen geschehen in Echtzeit.

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Quellen: Robert Wojtasik in DZ vom 13. Sept./9. Okt. 2020, 14. Mai 2021/7. Okt. 2021. – Handelsregisterauszug Amtsgericht Düsseldorf HRB 88195. –  BILD-Zeitung regional vom 16. Sept.2019. – Magazin plakatquadrat vom 28. Juli 2020. – gq-magazin vom 10. April 2018. – Xing (Aufruf 2021).
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