Historische Charakterisierung der Dorstener Land- und Stadtbevölkerung: Zu früh entwickelter Geschlechtstrieb. wenig ausgebildeter Verstand… – Blick in frühere Veröffentlichungen

Von Wolf Stegemann

Auf die Frage, warum Dorstener so sind wie sie sind, antwortete mir ein gebürtiger Dorstener, dessen Familie bereits seit Ururgroßvaters Zeiten hier ansässig ist: „Sie sind so, weil sie eigentlich noch in ihren Festungsmauern leben, weil die nicht mehr vorhandenen Zugbrücken immer noch einschränken, weil die Lippe immer noch trennt, die Stadtteile immer noch Dörfer sind und die Kirche immer noch in der Mitte steht.“ Das Durchblättern historischer Schriften brachte dann zum Thema folgende Charakterisierungen zutage, über die man heute getrost schmunzeln darf: Weiterlesen

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In eigener Sache: „Dorsten-transparent“ mit bislang über eine dreiviertel Million Artikel-Aufrufe. Zahlen und Fakten – auch über „Dorsten-Lexikon“ und „Dorsten unterm Hakenkreuz“

Von Wolf Stegemann

7. Oktober 2019. – Immer wieder werden die Herausgeber Dr. Helmut Frenzel und Wolf Stegemann gefragt, wie denn dieser oder jener Artikel gelesen wurde. Wir geben dann dem individuellen Anfrager Auskunft. Denn wir können anhand unserer sehr detaillierten Aufzeichnungen neben den echten Besucher- und tatsächlichen Aufrufzahlen auch feststellen, aus welchem Land wie viele Besucher Artikel in Dorsten-transparent anklicken. Und immer wieder sind wir erstaunt, dass unsere Artikel aus dem kleinen Dorsten überall gelesen werden und von wo überallher wir Kommentare bekommen. Zwar ist „Dorsten-transparent“ seit 2012 im Netz, doch beziehen sich die Zahlen insgesamt lediglich auf die letzten rund zweieinhalb Jahre, genau 31 Monate. Dies hat zu tun mit einem Update der Software des Providers word press, die seither eine detallierte Aufgliederung der Besucherzahlen nach verschiedenen Kriterien ermöglicht. Das ehrenamtlich und ohne Unterstützung von wem auch immer sowie unter Verzicht auf Werbung herausgegebene Online-Magazin zeigt seinen Lesern auch in eigener Sache Transparenz. Daher hier einige Fakten zur bisherigen redaktionellen Arbeit und Zahlen, die zeigen, wie dieses Magazin von den Lesern angenommen wird. Das Layout und die Handhabung aller Seiten entwarf Jörn Fester. Weiterlesen

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Das Porträt: Gregor Duve – ein waschechter Holsterhausener Geschichten- und Anekdotenschreiber war „Holsterhausens wandelndes Lexikon“. Er starb vor wenigen Tagen

Gregor Duve und seine Frau Anne im Jahr 2018; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

28. September 2019. – Vor wenigen Tagen, am 24. September 2019 starb der 1937 in Holsterhausen geborene Gregor Duve, ein waschechter Holsterhausener. – Der Name Duve hat im heutigen Dorstener Stadtteil Holsterhausen einen guten Klang. Die Duves gehören zu den Alteingesessenen, waren Handwerker, Gast- und Landwirte und waren auch immer irgendwie mit der katholischen Kirche verbunden. Einer von ihnen lief Anfang des 20. Jahrhundert zu Fuß nach Jerusalem und bekam auf dem Rückweg vom Papst in Rom eine Audienz. Über die Duves gäbe es viel zu erzählen, so auch über Gregor Duve, dessen Leben von Kindheit an in Holsterhausen kirchlich und heimatkundlich geprägt war.
Seine Eltern waren bereits 17 Jahre lang verheiratet und noch immer stellte sich kein Kind ein. Doch dann, 1937, kam Gregor zur Welt. Aus Dankbarkeit Gott gegenüber und aus Freude baute der Vater Leo, von Beruf Maurer, die Bonifatius-Wegekapelle im Emmelkamp. So wuchs der kleine Gregor in sein katholisches Leben hinein, las am 10. November 1945 als Achtjähriger das erste Mal die Messe in Latein und brauchte dafür Nachhilfe von der Pfarrhelferin. Von 1955 bis 1972 war er Messdiener an St. Antonius, besuchte die Antoniusschule und später die Wilhelmsschule in Holsterhausen. Bis zur Rente arbeitete Gregor Duve als Hausmeister bei der Nato in Erle und seine Freizeit widmete er viele Jahrzehnte dem Taubensport. Als er in seinem Garten an der Martin-Luther-Straße ein Schwimmbassin ausheben ließ, stießen die Arbeiter auf einen Teil des Grenzwall eines römischen Lagers, was die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe inspizierten und dokumentierten. Weiterlesen

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Antoniusplatz in Holsterhausen: Grünanlage mit altem Baumbestand weicht einem städtischen Kindergarten. Wieder geht ein Stück gewachsene Natur in einem Wohngebiet verloren

Antoniusplatz, früher Marktplatz und “Adolf-Hitler-Platz”; Fotos (3):  Stegemann

Von Wolf Stegemann

25. September 2019. – Ende 2017 beschloss der Rat der Stadt, auf Vorschlag der Verwaltung die Grünanlage des Antoniusplatzes mit einer 4400 Quadratmeter großen Tageseinrichtung für Kinder in städtischer Trägerschaft zu bebauen. Die Größe nimmt die gesamte Grünanlage ein. Die Baukosten werden mit rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Denn dieser Standort, so die Stadtverwaltung, decke ein größtmögliches Einzugsgebiet in Holsterhausen ab. Der neben der Parkanlage liegende Kinderspielplatz soll erhalten und in das Gesamtkonzept eingebettet werden. Der alte Baumbestand (siehe Foto) würde aber erhalten bleiben, so die Verwaltung 2017 in der „Dorstener Zeitung“. Weiterlesen

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Dorstener karrten Siegmund Reifeisen in der Schubkarre durch die Stadt und verhöhnten ihn – Ostjuden wurden Anfang 1938 als unerwünschte Ausländer abgeschoben

Ilse (Elise) Hallin-Reifeisen 2019 in Jüdischen Museum; Foto: DZ

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung/19. September 2019. – Die Erwachsenenbildung des Evangelischen Kirchenkreises (Kirche + Kino) und das Jüdische Museum Westfalen in Zusammenarbeit mit dem Central-Kino war es gelungen, Mitte September 2019 den erst im Frühjahr 2020 in den Kinos anlaufenden sehr bemerkenswerten und exzellenten Dokumentarfilm „Kindertransporte nach Schweden“ in einer außerordentlichen „Welturaufführung“ nach Dorsten zu holen und öffentlich vorzuführen. Die Produzentin und Regisseurin Gülseren Şengezer und eine der vier in diesem Film mitwirkenden Zeitzeugen, von denen der Film getragen wird, die in Dorsten gebürtige heute 93-jährige Ilse Reifeisen-Hallin aus Schweden, standen nach der Vorstellung den Fragen der Zuschauer zur Verfügung. Dr. Norbert Reichling, Leiter des Jüdischen Museums Westfalen, moderierte. Zudem konnte das neu aufgelegte vorzüglich edierte Buch „Mein liebes Ilsekind: Mit dem Kindertransport nach Schweden – Briefe an eine gerettete Tochter“ erworben werden (nebenstehendes Titelfoto). Autorin ist die Dorstenerin Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel, Mitbegründerin und Vorstand des Museums, die seit Jahren regen Kontakt mit der Ex-Dorstenerin Ilse Reifeisen unterhält und die tragische Familiengeschichte aufgearbeitet hat. Der bedrückende Dokumentarfilm erzählt vom Schicksal von vier überlebenden Juden, die von ihren Eltern im Dritten Reich allein nach Schweden geschickt wurden, um sie vor dem nationalsozialistischen Terror zu retten – und ein Trauma erlebten. Bis heute leben sie mit dem Gefühl von Verlust, Einsamkeit, Entwurzelung und Schuld. Ihre Eltern haben sie meist nie wieder gesehen. Schweden gab nur 500 jüdischen Kindern Schutz. Eine Geschichte aus der nahen Vergangenheit, ein Zeichen für Hoffnung, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Weiterlesen

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Blick zurück: Seltersbuden und Trinkhallen in Holsterhausen – Ein Stück verschwundener Geschichte in der Gemeinde, die 1943 Stadtteil von Dorsten wurde

Kiosk Tellner, Borkener Straße 163, um 1930

Von Gregor Duve

Markante Plätze in Holsterhausen, wo sich Menschen trafen, waren die zahlreichen Seltersbuden und Trinkhallen. Da es zwischen den Weltkriegen und auch später nur wenige Gaststätten gab, und wegen der hohen Arbeitslosigkeit vielen Holsterhausenern das Geld fehlte, um in die Gaststätten zu gehen, waren die Seltersbuden und Trinkhallen die Ersatzkneipen, wo man sein Bier trank – natürlich aus der Flasche – und mit Freunden, Nachbarn und Bekannten über Gott und die Welt klönen konnte. Das Wort Trinkhalle klingt zwar pompös, in der Regel waren es aber einfache kleine Häuschen, vielfach nur aus Holz gebaut. Auch wenn bei der Kundschaft das Geld nicht locker saß, machten die Buden doch einen beträchtlichen Umsatz. In Holsterhausen sind heute die meisten dieser Trinkhallen verschwunden. Sowohl von den Straßen und Plätzen, wo sie waren, wie auch aus dem Gedächtnis. Nur noch die betagten Holsterhausener können sich an die eine oder andere Trinkhalle an ihrer Ecke erinnern. Weiterlesen

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Das Porträt: Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst – Seine Jugendzeit in Holsterhausen prägte den späteren erfolgreichen Unternehmer

Rolf Christoffer Baron von Wolfen-Delmenhorst und seine Frau Ulla

Von Wolf Stegemann

5. September 2019. – Ältere Holsterhausener am Söltener Landweg werden ihn noch als den Jungen namens Rolf mit dem Familiennamen Christoffer gekannt haben. 1992 hatte er den Namen seines kanadischen Onkels „Baron de Sedang-Wolfeé“ angenommen und ihn namensrechtlich mit seinem eigenen Namen eingedeutscht, so dass er fortan Christoffer Baron von Wolfen-Elmenhorst hieß. Wer seinen Lebenslauf liest, stellt fest, dass der einstige Holsterhausener einen bis in die Facetten hinein phänomenalen Lebensweg hinter sich und ein Familienunternehmen mit rund 460 festangestellten Mitarbeitern gegründet hatte. Die familieneigene „Juvare-Heimbetriebsgesellschaft mbH“ betreut im Kreis Minden-Lübbecke im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens in zehn Landsitzen, Parkschlösschen und Villen über 500 Bewohner. Weiterlesen

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