„Eltern bleiben nach der Trennung – Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder wissen sollten“ – Das Buch der Dorstener Gerichtspsychologin Marianne Nolde könnte Bestseller werden

Von Wolf Stegemann

Oktober 2020. – Geboren 1955 in Dorsten, Diplom-Psychologin bzw. Fachpsychologin für Rechtspsychologie, Sachverständige im Familienrecht, wohnhaft im Borken. – Ihr 2020 im Knaur-Verlag erschienenes Buch „Eltern bleiben nach der Trennung – Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder wissen sollten“ macht Furore. Das Buch wurde überregional in Zeitun-gen und Zeitschriften rezensiert, gelobt und als „Mutmach-Buch für Trennungseltern von einer erfahrenen Familienpsychologin“ empfohlen. „Kompetenter Rat, verständnisvoll und persönlich im Ton.“ Rundfunkanstalten berichteten, auch der Schweizer Rundfunk brachte ein Interview mit der Autorin. Offensichtlich hat sie damit ein Thema angesprochen, das immer wieder und ganz persönlich Familien und Beteiligte im Kern trifft. Auf 190 Seiten hilft Marianne Nolde den Eltern mit Ratschlägen, damit deren Kinder den Sorgerechts-streit und die Folgen möglichst gut überstehen. Marianne Nolde schrieb das Buch in einem persönlichen gehaltenen Stil. Leicht, mitunter humorvoll, vermittelt dennoch gleichzeitig Fachwissen. Es enthält die Essenz ihrer aus 36 Jahren gesammelten Erfahrung als Ge-richtspsychologin und auch der Scheidung der eigenen Ehe mit Kindern. „Es soll Eltern ermutigen und sie dabei unterstützen, ihren ganz individuellen – und möglichst gütlichen – Weg aus der Trennungskrise zu finden“, sagte sie. „Ich würde mich freuen, wenn dadurch der eine oder andere ,Rosenkrieg’ im Vorfeld verhindert werden kann. Mein Anliegen ist es, dass möglichst viele Kinder auch nach der Trennung beide Eltern lieben dürfen und sie als Bindungspersonen behalten.“ Weiterlesen

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Zurückgeblättert: Grundsteinlegung der ersten Altendorfer Kirche am 10. Oktober 1937 – Kirchbaugeld für die NSDAP-Kasse? – Mit einer Drohung kamen die Altendorfer zu ihrer Kirche

Die einst katholische Kirche gehört heute zur evangelischen Gemeinde

Von Wolf Stegemann

9. Oktober 2020. – »Alles, was das Seelenheil meiner Pfarrkinder fördern kann, ist mir nicht nur heilige Pflicht, sondern auch wahre Herzensangele­genheit.« So sprach Ludwig Heming, Pfarrer von St. Agatha, als er bei »seinen lieben Pfarrkindern« Anfang Februar 1934 in Altendorf-Ulfkotte weilte. In dieser Versammlung in der Wirtschaft Kremerskothen gab er seine Genehmigung zum Kirchenbau in Altendorf-Ulfkotte. Die Altendorfer Bauern hatten dabei massiv nachgeholfen: Sie drohten, die Kirchbau-Kasse des Kirchbauvereins der NSDAP zu übergeben, wenn nicht in kürzester Zeit die Baugenehmigung erteilt würde. Die Dro­hung hatte Wirkung. Dem Kirchbauverein gehörte nämlich als zweiter Vorsitzender der Ortsbauernführer, Bürgermeister und NSDAP-Ortsgruppenleiter Wilhelm Schulte-Hemming (Foto, re.) an. »Der Kapellenbau in Altendorf-Ulfkotte wird nur dann zustandekommen«, so redete der Pfarrer auf seine »Abtrünnigen« ein, »wenn Einigkeit in der Gemeinde herrscht. Einigkeit macht stark! Alle Sonderinteres­sen müssen zurückgestellt werden, keiner darf sich bei den Sammlungen ausschließen (…) An Gottes Segen ist alles gelegen.« Zugleich wählte man in den Vorstand des Kirchbauvereins: Bauer Felix Breil (1. Vorsitzender), Ortsbauernführer und NSDAP-Ortsgruppenleiter Willi Schulte-Hemming (Stellvertreter), Hauptlehrer Felix Jaworski (Schriftführer) und Franz Fahne­brock jr. (Kassierer). Weiterlesen

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Das Ergebnis der Ratswahlen weckt Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der kommunalen Demokratie in Dorsten. Das ist auch im Interesse der gedemütigten Ratsparteien

Dorstener Rathaus – hier wird Politik gemacht; Foto: H. Frenzel

Analyse von Helmut Frenzel

2. Oktober 2020. – Das Ergebnis der Kommunalwahl am 13. September 2020 hat die politische Landschaft in Dorsten verändert. Die CDU hat mit 53 Prozent die absolute Mehrheit der Stimmen errungen, sechs Prozentpunkte mehr als 2014. Im Rat der Stadt hält sie künftig 23 der 44 Sitze und kann ihre Vorhaben und die des Bürgermeisters anders als bisher ohne die Unterstützung anderer Parteien umsetzen. Dieser Wahlerfolg ist durchaus bemerkenswert. Zuletzt erreichte die CDU 2004 die absolute Mehrheit mit 51 Prozent und 1999 mit 53 Prozent und davor in den 1970er Jahren. Nun also kann die CDU, die zugleich den Bürgermeister stellt, allein regieren. Von den anderen Parteien, die schon im letzten Rat vertreten waren, konnten sich nur die Grünen verbessern. Ihr Stimmenanteil verdoppelte sich auf 14 Prozent. Damit sind die Grünen auf dem besten Weg, die SPD als zweitstärkste Ratsfraktion demnächst abzulösen. Demgegenüber wurden die FDP und Die Linke pulverisiert. Ihr Stimmenanteil halbierte sich nahezu auf unter drei Prozent. Sie stellen noch je ein Ratsmitglied und haben damit ihren bisherigen Fraktionsstatus verloren. Das bedeutet, dass sie künftig kaum noch Einfluss haben. Am härtesten traf es die SPD. Sie verlor ganze 16 Prozentpunkte gegenüber 2014; ihr Stimmenanteil schrumpfte von 34 Prozent auf nur noch 18 Prozent. Von ihren bisherigen 15 Sitzen behält sie noch acht. In der Vergangenheit bildete sie dank ihrer Stärke ein Gegengewicht zur CDU-Fraktion. Davon kann jetzt kaum noch die Rede sein. Weiterlesen

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Altes Rathaus: Blumenschmuck an den Fenstern – aus Plastik oder in echt? Wie auch immer: Die Posse ist echt!

Jahrelang waren Plastikblumen am Fenster. Auf dem Banner fehlt der Spruch: Wir stehen auf Plastik!

Eine Meinung von Wolf Stegemann

25. September 2020. – Ab September 2020 scheint das Zeitalter der Plastikblumen an den Fenstern des Alten Rathauses am Marktplatz endgültig vorbei zu sein. Zumindest solange sich das Dorstener Unternehmen „Florawelt“ sowie der Pfarrer der benachbarten Kirchengemeinde St. Agatha  Dr. Stephan Rüdiger und seine Sekretärin Christiane Reichel darum kümmern. Florawelt stiftet die echten Blumen und die Geistlichkeit wird die Blumen gießen oder gießen lassen. – Jahrelang wurde immer wieder öffentlich das auffällige Plastik-Grün am Alten Rathaus beanstandet. Weder die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes noch der Trägerverein, der das Gebäude nutzt, reagierten. Vor Jahren schon angesprochen, gab der Vorstand des Trägervereins die Antwort, dass im Verein niemand Blumen gießen wolle. Dieses Statement erneuerte dieser Tage der Vorsitzende Dr. Ulfkotte gegenüber der Dorstener Zeitung. Peinlich insbesondere deshalb, weil Rat und Verwaltung sich seit Jahren dafür stark machen, die Stadt durch mehr natürliches Grün einladender zu gestalten, Pflanzaktionen in Holzkübeln in der Innenstadt initiierten und dafür auch Betreuer fanden, auch wenn heute die meisten dieser Pflanzkübel wegen Austrocknung wieder aufgegeben wurden. Nur bei ihrem Schmuckstück am Markt nahm die Stadt das Plastik-Grün hin, das sie bei anderen immer wieder öffentlich kritisierte. Da der Trägerverein die Verantwortung für Pflege eines achten Blumenschmucks an den Fenstern des Alten Rathauses ablehnte, animierte zuletzt Bürgermeister Tobias Stockhoff, so die Dorstener Zeitung, zu der Überlegung, eine Wasserleitung vom Keller zu den Fenstern legen zu lassen, um die Blumen auf den Fenstersimsen im ersten Stock zu bewässern. Angesichts dessen, dass die Stadt nacheinander die städtischen Brunnen aus Kostengründen stilllegte, ein erstaunlicher Vorschlag! Zur Ausführung kam er allerdings nicht. Denn nun haben ja der Pfarrer von St. Agatha und seine Sekretärin das Gießen der Blumen übernommen und die Beteiligten aus ihrem Pseudo-Dilemma befreit.

Dass die Verschönerung der Innenstadt durch natürlichen Blumenschmuck keine Utopie ist, zeigt ein Blick in die Nachbarstadt Gladbeck (Foto unten). Wie wär’s, wenn sich Dorsten daran mal ein Beispiel nähme?

Blumengeschmückte  Straße in der Innenstadt von Gladbeck 2020.  Wer wohl die Blumen gießt? Foto:  H. Frenzel

 

 

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Er war einmal und ist nicht mehr … und wird’s kaum wieder werden!

Tisas Marktbrunnen wie er einmal war! Im Oktober 1996; Foto: Holger Steffe (DZ)

21. September 2020 / W. St. – Brunnen gehören zur architektonischen Idylle und Gemütlichkeit einer Stadt. So auch der inzwischen verschwundene Tisa-Brunnen auf dem Marktplatz (obiges Bild). Mit dem vorherigen Bürgermeister fing es an, Brunnen in der Stadt aus diesen oder jenen Gründen „einzustampfen“, was der aktuell amtierende Bürgermeister nun mit dem Tisa-Brunnen fortsetzt – nach dem Motto: Erst mal weg, dann seh’n wir mal! Darüber wurde in den Medien schon viel veröffentlicht – auch die Stimmen aus der Bevölkerung, die mehrheitlich den Brunnen wieder aufgebaut wissen wollen. Bürgermeister und Politik stimmten dem schon im Sommer zu und versprachen eine Beteiligung der Bürger. Bleibt abzuwarten, wie Ausschüsse und Rat entscheiden. Ob sie beim Beschluss vom Juni bleiben, dort wieder einen Brunnen aufzubauen und damit irgendwie die Erinnerung an die Künstlerin Tisa von der Schulenburg (Sr. Paula) wach zu halten. Bleibt zu hoffen, dass nicht eine wie immer aussehende Steinkiste aufgestellt wird und die originalen Brunnentafeln nicht irgendwo in Hervest verkümmern. Da die künstlerisch gestalteten Tafeln verrottet sind, sollten davon originalgetreue Repliken angefertigt werden und der Brunnen mit diesen Repliken so gestaltet werden, wie er war. Also eine originalgetreue Nachbildung. Das ist die Stadt der Künstlerin schuldig, die die Tafeln nicht geschaffen hat, um an irgendeiner Wand zu hängen, sondern ganz speziell für diesen Brunnen. Nur in dieser Verbindung ist und bleibt der Brunnen ein Kunstwerk von Sr. Paula. Es wäre beschämend, wenn die Stadt eine andere Entscheidung träfe. Die Stadt hatte Tisa von der Schulenburg zu ihrer Ehrenbürgerin erhoben, sie hofiert und stets geehrt und sich mit Stolz in deren überregionaler und sogar internationaler Verehrung als Stadt gesonnt, wie beispielsweise bei ihrer in den 1980er-Jahren durchgeführten Ausstellung im Rat der Gemeinden Europas in Straßburg. Eine hochrangige städtische Delegation fuhr hin und der Dorstener Bürgermeister hielt vor internationalen Politikern die Lobrede auf die Dorstener Künstlerin – und, der Schreiber dieser Zeilen war dabei, unter den ausgestellten Bildern war auch dieser Dorstener Brunnen. Und heute? Der Bürgermeister überschlägt sich in der Brunnendiskussion vor Lobeshymnen auf Tisa von der Schulenburg und zieht dennoch öffentlich in Erwägung, den Brunnen anders gestalten zu lassen – natürlich wieder mit Beteiligung der Bürger. Man darf gespannt sein. Erstens, wie das geht und zweitens, was herauskommt!

Zeichnung von Tisa von der Schulenbrg aus den 1960er-Jahren

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Das Stadtbild der Innenstadt wird immer mehr von der Außenwerbung der Geschäfte geprägt. Es fehlt oft die Liebe zum Detail, was die Stadt liebens- und lebenswerter machen würde

“Hotel Post” am Markt in den 1920er-Jahren

Von Wolf Stegemann

10. September 2020. – Nicht viel Glück hatten Rat und Verwaltung bislang mit der Verabschiedung einer Gestaltungs- bzw. Werbeanlagensatzung, mit der das Stadt- und Straßenbild mit überdimensionalen, bunten Werbeanlagen nicht weiter dominiert werden sollte. 1985 kamen sich Stadtverwaltung und Kaufleute im Bestreben, die Altstadt von unpassenden Werbeanlagen zu befreien und neue nicht mehr zuzulassen, ziemlich nahe. Ein Sprecher der Kaufmannschaft zu dem Vorhaben der Stadt: „Wir sitzen mit Ihnen gerne in einem Boot!“ Als es allerdings darum ging, das Boot zu betreten, d. h. Kaufleute ihre Werbeanlagen reduzieren sollten, ohne dass die Stadt dafür bezahlte, war der Konsens zwischen Stadt und Kaufmannschaft wieder aufgehoben und eine Außenwerbungssatzung bis heute trotz geltender Gestaltungssatzung nicht durchsetzbar. Die Präambel der Gestaltungssatzung gibt Auskunft über deren Sinn: Weiterlesen

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Zehn Gebote des Bürgermeisters: Die „Dorstener Erklärung“ sollte ein Manifest gegen rechts werden – das wurde sie nicht! Der Begriff Demokratie weckt nicht erfüllte Erwartungen

Hinweis auf die “Dorstener Erklärung” am Alten Rathaus 2018/19

Kritischer Blick auf das Papier, von Helmut Frenzel

4. Sept. 2020 – Die Sitzung des Rates am Mittwoch dieser Woche hatte es in sich. Unter Punkt eins der Tagesordnung ging es um die Verabschiedung der sogenannten „Dorstener Erklärung“ zu Menschenwürde, Demokratie und Respekt, einem Lieblingsprojekt des Bürgermeisters Tobias Stockhoff. Er hatte 2018 das Projekt erfunden und auch den Titel vorgegeben. Die Bürger wurden eingeladen, sich zu beteiligen, die Leitung übernahm ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Herausgekommen sind 10 Punkte, wobei die Zahl 10 bestimmt nicht ohne Absicht Assoziationen weckt. Die Punkte kommen zwar nicht als Gebote daher, doch ist der unterschwellige Ton der Selbstverpflichtung nicht zu überhören. Das ist ganz nach dem Geschmack des Bürgermeisters und trägt unzweifelhaft seine Handschrift. Der Rat nahm die Erklärung mit den Stimmen aller Mitglieder an und nun soll sie den Bürgern vorgelegt werden verbunden mit der Einladung, sich durch Unterschrift hinter sie zu stellen. Weiterlesen

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