Mit dem Angriff Deutschlands auf Polen begann am 1. Septem-ber vor 80 Jahren der Zweite Weltkrieg. Insgesamt 3.300 Bom-ben zerstörten die Innenstadt, 319 Dorstener kamen dabei ums Leben – Ein Überblick

Flakbatterie „Krämer“ 1943 in Dorsten

Von Wolf Stegemann

29. August 2019. – Am 1. September jährt sich zum 80. Mal der Überfall Deutschlands auf Polen, was zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs führte, in dem nach vorsichtigen Schätzungen rund 60 Millionen Menschen vernichtet wurden.  Während beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs in den Gaststätten und auf dem Marktplatz gejubelt wurde, nahmen die Dorstener den Beginn des Zweiten Weltkriegs in gedrückter Stimmung hin. Pfarrer Ludwig Heming schrieb in die Chronik St. Agatha:

„Die letzten Augusttage waren voll unerhörter politischer Spannung, immer dichteres Gewölk zog sich am politischen Horizont zusammen, bis am 1. Sept. früh morgens der Krieg mit Polen begann. Bald folgte die Kriegserklärung Englands und Frankreichs – der 2. Weltkrieg hatte seinen Anfang genommen. Während 1914 bei Kriegsausbruch die Kirchen gefüllt und Beichtstühle und Kommunionbänke umlagert waren, war jetzt derartiges nicht zu bemerken. Wohl fanden sich manche, die zu den Waffen gerufen wurden, ein, um ihre Rechnung mit dem Herrgott in Ordnung zu machen, im Ganzen aber hatte das große politische Geschehen ein schwaches religiöses Echo“. Weiterlesen

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Zehnte Bierbörse 2019: Fragwürdige Werbung für die Stadt. – In Dorsten verdoppelte sich die Alkoholsucht innerhalb von zehn Jahren – In den 1930er-Jahren gab es Weinfeste

Dorstener Bierbörse 2019; Foto Ralf Pieper (DZ)

Essay von Wolf Stegemann

Im August hat die jährlich veranstaltete 10. Bierbörse in Dorsten wieder fröhlich gestimmte Dorstener und Besucher aus den Nachbarstädten angelockt, darunter aber auch Alkoholkranke, Alkoholabhängige und solche, die sich bis zur Besinnungslosigkeit haben volllaufen lassen. Warum auch nicht, die Macher der Bierbörse machen ja für Alkohol Reklame. Die Stadt und andere Beteiligte sehen darin Vorteile für die Stadtwerbung und stimmten bereitwillig zu. Denn die Stadt hat nicht viel, womit sie werben kann. Auch die Vestische beteiligte sich in diesem Jahr an der „Bierbörse“. An jenem Samstag beförderte sie alle Fahrgäste im Stadtgebiet kostenlos. Denn es sollte doch keiner besoffen mit dem eigenen Auto nach Hause fahren müssen und womöglich verunglücken – und andere mit. Die Kehrseite der Medaille, über die nicht gesprochen wird: Dadurch wurde aufgefordert, kommt und trinkt, ihr könnt umsonst zur Bierbörse fahren und dann, wenn ihr zu viel Alkohol getrunken habt, bringen wir euch auch kostenlos mit dem Bus wieder nach Hause. Der letztere Gesichtspunkt war von Busfahrern der Vestischen zu hören, die darüber am Busbahnhof untereinander, aber auch mit Fahrgästen diskutierten. Die Werbung für diese Freifahrt zum Bier mit zugegeben bösartigen aber zutreffenden Worten: Jetzt könnt ihr euch ordentlich was reinkippen! Den Bierstand-Betreibern und den Veranstaltern hat das sicherlich gut gefallen. Die „Dorstener Zeitung“ brachte es durch eine Umfrage bei den Biertrinkern und Biertrinkerinnen beim Bier-Event beispielsweise schon 2013 auf den Punkt: „Wie viele Biere trinkt der Bierbörsen-Besucher im Durchschnitt an einem Abend? Drei bis vier war die häufigste Antwort bei den Damen, vier bis fünf bei den Herren. Einigen Besuchern war aber anzusehen, dass sie sich diesem durchschnittlichen Trinkverhalten nicht unterordnen wollten.“

Hochkonsumland Deutschland: 131 Liter Alkohol pro Jahr und Kopf

Deutschland hat ein Alkoholproblem. Nach den jüngsten Berechnungen für 2017 tranken die Bundesbürger pro Kopf rund 131 Liter Alkoholika, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Berlin. Das entspreche rund einer Badewanne voller alkoholischer Getränke. Besonders beliebt waren Bier (rund 101 Liter) und Wein (20,9 Liter) und Spirituosen (5,4 Liter). Doch auch Tabak, illegale Drogen, Medikamente und Glücksspiel machen Suchtforschern Sorgen. Auch wenn der Konsum im Vergleich zwischen 2016 und 2017 leicht um rund zwei Prozent sank, geben Suchtforscher keine Entwarnung. Im europäischen Vergleich bleibt die Bundesrepublik ein Hochkonsumland. Das hat Folgen: 7,8 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren sind Risikotrinker. Rund 21.700 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren kamen 2017 mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. 2017 standen bei 231.300 Straftaten die mutmaßlichen Täter unter Alkoholeinfluss. Das waren fast elf Prozent aller Tatverdächtigen (dpa).

Alkoholismus in Dorsten steigt und verdoppelte sich in zehn Jahren

Alkohol ist und bleibt in Dorsten (und auch in Haltern) die Suchtdroge Nummer 1. Das geht aus dem Jahresbericht 2011 der von der Caritas im Verbund betreuten beiden Städte hervor. Das mag viele berühren, nicht aber die, zu denen Alkohol zum Veranstaltungskonzept gehört wie Schützenvereine, die zunehmend Ärger mit Betrunkenen aus den eigenen Reihen und von außerhalb bekommen, wie die Polizeiberichte meldeten. Die Einnahme der Droge Alkohol ist gesellschaftlich nicht geächtet. Während das Rauchen mittlerweile auf dem Weg zur Ächtung ist, wird fröhlich weiter getrunken und auch gesoffen. Denn der Staat hat dadurch 2,2 Milliarden Einnahmen durch Alkoholsteuern jährlich sowie 2,5 Milliarden an Mehrwertsteuern, woran auch Land und Städte profitieren. Selbst an der Sektsteuer, 1912 wegen Aufbau der kaiserlichen Kriegflotte eingeführt, zahlen die Deutschen heute noch. 85.000 Menschen sind in der Alkoholindustrie beschäftigt, an deren Arbeitsplätzen nicht gerüttelt werden soll, und die setzt 15 bis 17 Milliarden Euro um. Ein Teil davon ja auch auf den Bierbörsen, bei Altstadt- und Schützenfesten in Dorsten. Von 2004 bis 2013 hat sich die Zahl der Alkoholsüchtigen in Dorsten verdoppelt (Caritas-Suchtberatung).

Caritas Studie: Immer mehr Frauen greifen zur Flasche

Ein weiteres negatives Merkmal in der Statistik der Dorstener Caritas ist die hohe Zahl der suchterkrankten Frauen, die mit 38 Prozent in Dorsten über dem Bundesdurchschnitt liegt. Bei der Altersstufe der 40- bis 49-Jährigen sowie der 50- bis 59-Jährigen klettert sie sogar auf über 40 Prozent. Gestiegen ist aber auch die Zahl der Menschen, die 2012 Hilfe bei der Caritas-Beratungsstelle suchten: 890 Menschen nutzten das Informations-, Beratungs- und Behandlungsangebot (2010: 790; 2011: 866). Aus Dorsten kamen dabei 550 Männer und Frauen. Nach der Alkoholsucht folgt mit weitem Abstand die Drogen- (18) und die Spielsucht (9). Doch nicht nur Gespräche, auch weitergehende Hilfestellungen fallen in den Aufgabenbereich der Caritas-Beratungsstelle. So konnten 145 Personen (104 Männer, 41 Frauen), in weitergehende Angebote vermittelt werden. 37 Klienten entschieden sich für eine stationäre Therapie, drei für eine tagesklinische Suchtbehandlung, 47 Personen nahmen weiterführende ambulante Behandlungsangebote in Anspruch, 20 wurden ins ambulant betreute Wohnen vermittelt. 38 Betroffene wählten andere Betreuungsformen (Selbsthilfegruppe, Psychotherapie, etc.).

Lebensbedrohliche Situationen bei jugendlichen Komasäufern

Laut Statistischem Landesamt ist die Zahl der jungen Komasäufer im Kreis Recklinghausen 2017 leicht gesunken: Es wurden 209 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung in Krankenhäusern des Kreises behandelt – im Jahr 2016 waren es noch 231. Im Jahr 2017 waren es in ganz Nordrhein-Westfalen 4924 jugendliche Alkoholpatienten. 2011 waren es noch 6229. Nach Experteneinschätzung bewegt sich die Zahl junger Komasäufer im Kreis seit zehn Jahren mit leichten Zu- und Abnahmen zwischen 194 und 237. In die Dattelner Kinder- und Jugendklinik werden jedes Jahr einige Dutzend alkoholvergiftete Jugendliche eingeliefert, weil in diesem Alter der Stoffwechsel anders als bei Erwachsenen regiert. So kann es schon bei wesentlich geringeren Alkoholmengen zu lebensbedrohlichen Situationen kommen.

NSDAP forderte die Volks- und Parteigenossen  zu mehr Weintrinken auf

So etwas Ähnliches wie die Dorstener Bierbörse gab es schon einmal 1936. Allerdings nicht mit Bier, sondern mit Wein. Die Stadt hatte auf Betreiben der Reichsregierung eine Patenschaft mit „Senheimer Wein“ übernommen, um den Winzerstand zu unterstützen. Auf dem Dorstener Marktplatz gab es dafür Weinfeste und die Vereine machten mit. Dorstens NSDAP-Beigeordnete Köster schrieb am 20. Februar 1936 Schützen- und Karnevalsvereine, Firmen und Heimatvereine an und erinnerte sie, den guten Senheimer Moselwein zu trinken. Das Schreiben an die Karnevalisten lautet:
„Patenwein zum Karneval! Der Erfolg der Weinwerbewoche im vergangenen Jahre war in der Stadt Dorsten ein recht guter. Alle Volksgenossen, welche zum Gelingen des guten Werkes beigetragen haben, werden, wenn sie an die Not des Winzerstandes an der Mosel denken, wiederum freudig an den Karnevalstagen ein Gläschen Senheimer Patenwein trinken. Ich richte daher an alle Betriebe, Vereine und Verbände, überhaupt an alle Volksgenossen der Stadt Dorsten die dringende Bitte, das Werk der Reichsregierung durch den Genuss des Senheimer Patenweines zu unterstützen. Insbesondere wende ich mich auch an die Besitzer der Gaststätten mit der Bitte, wiederum gern in das Unterstützungswerk der Winzer einzutreten. Ich hoffe, dass ich dem Herrn Landrat in Recklinghausen berichten kann, dass Dorsten wiederum voll seinen Mann stellt, wenn es darum geht, die Maßnahmen der Reichsregierung zu fördern und zu unterstützen. Heil Hitler! (Unterschrift) Köster, Beigeordneter.“
Die Lokalzeitung DV (Fotos) unterstrich das Vorhaben: „Es gilt, im Interesse des deutschen Volkes und im Sinne der nationalsozialistischen Anschauung näher für […] das Produkt der schwer bedrängten und Not leidenden deutschen Winzer, nämlich für den deutschen Wein, zu werben.“
Allerdings waren die Wein- bzw. Winzerfeste keine Erfindung der Nationalsozialisten. Bereits 1929 lud die Ortsgruppe Hervest-Dorsten des Österreichisch-deutschen Volksbundes für den 29. September zum „diesjährigen Winzerfest“ in den „Westfalen-Hof“ ein, dem ein Festumzug vorausging und sich ein Festball anschloss. Die Mitglieder des Österreichisch-deutschen Volksbundes erschienen in Nationaltracht und führten Nationaltänze auf.

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Der Innenstadt fehlt seit Jahren die Gemütlichkeit. Die Stadtverwaltung trägt dazu bei. Jetzt wird der harmonisch ins Straßenbild passende „Granatapfel“-Brunnen entfernt

Granatapfel-Brunnen ohne Wasser vor dem derzeitigen Umbau; Foto: Stegemann

Essay von Wolf Stegemann

16. August 2019. – Vor der Franziskanerkirche in der Lippestraße wurde 1979 ein Brunnen des Berliner Künstlers Paul Brandenburg errichtet, der in einem weiten runden Becken aus einer Aluminiumkugel besteht, welche die aufbrechende Frucht eines Granatapfels darstellt. Im Neugestaltungsprogramm der Innenstadt „Wir machen Mitte“ sollte der seit Jahren von der Stadt vernachlässigte „Granatapfelbrunnen“ wieder Wasser speien. Geplant war zudem, dass dann der Brunnen in den Sommermonaten zum Wasserspielplatz für Kinder werden soll. Dafür müsste das in sich geschlossene Kunstwerk einen neuen Sockel erhalten, wozu der Bildhauer bereits sein Einverständnis gegeben hatte. Dies teilte die Stadt den Medien und der Bevölkerung mit. Diese Planung war ein Versprechen an die Bürger. Doch für kritische Bürger blieb die Frage offen, wer die etwa 2800 Euro teure Jahresrechnung des Wassers für den städtischen Brunnen zahlen sollte. Zu häufig plante und baute die Stadt etwas, wofür sie sich loben ließ. Doch an den Folgekosten scheiterten manche der Projekte, nachdem sie erstellt worden waren. So auch der Granatapfelbrunnen. Die Stadt stellte das Wasser ab. Der Brunnen erfüllte nicht mehr seinen Zweck. Und dann die offizielle Meldung, er wird wieder sprudeln und danach die gegenteilige, wieder offiziell, der Brunnen wird doch nicht sprudeln. Darüber kann man sich Gedanken machen. Weiterlesen

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Dorsten verlor im Jahr 2018 über 500 Einwohner. Mit dem Abebben der Flüchtlingswelle kehrt der Abwärtstrend zurück

Der Einwohnerschwund ist nicht mehr zu übersehen

Von Helmut Frenzel

1. August 2019. – Es kam wie zu erwarten war: Ende 2018 zählte Dorsten 74.736 Einwohner, das waren 516 weniger als im Jahr davor (s. Tabelle unten). Es ist die Wende zurück zu den früheren Verhältnissen. Seit 2014 hatten die von dem Flüchtlingsstrom ausgelösten Wanderungsbewegungen ausländischer Staatsangehöriger die langfristig wirkenden Ursachen der negativen Bevölkerungsentwicklung Dorstens überdeckt. Die Zahl der ausländischen Zuwanderer stieg stark an und erreichte 2017 mit 1524 einen vorläufigen Höhepunkt. Erst mit zeitlicher Verzögerung folgte die Zahl der Abwanderer diesem Muster. Daraus entstand ein jährlicher Wanderungsüberschuss von mehreren Hundert Personen. Dieser kompensierte weitgehend den Rückgang des deutschen Bevölkerungsanteils. Weiterlesen

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Braucht Dorsten wirklich einen Zusatznamen wie „an der Lippe“? Eher nicht! Denn es gibt kaum einen stadtbezogenen Begriff, der ein Alleinvertretungsmerkmal erfüllen würde

Sollte hier noch “an der Lippe” drauftehen? Foto: Stegemann

Von Wolf Stegemann

18. Juli 2019 – Mit dem Antrag der SPD, die Stadt möge in ihrem Namen „Dorsten“ den Zusatz „an der Lippe“ führen, mag sich der Bürger fragen, warum eigentlich. Denn einen Ort wie Dorsten gibt es schließlich nur einmal in Europa und vielleicht auch in der ganzen Welt. Daher braucht man kein Unterscheidungsmerkmal anführen wie Städte, von denen es mehrere gleichen Namens gibt wie beispielsweise Rothenburg, wovon die bekannteste Stadt dieses Namens „Rothenburg ob der Tauber“ heißt. Dann könnte man einen Zusatz auch als Werbung für die Stadt nutzen. Haltern macht das mit „Haltern am See“. Das klingt einladend. Die Stadt muss dann auch durch das Ambiente am See einladend sein. Und Dorsten an der Lippe? Ist die Lippe für das gesamte Stadtbild einladend? Eher nicht. Seit etlichen Jahrzehnten versuchte die Stadtverwaltung, dann der Rat, dann wieder die Wirtschaftsförderung, dann wieder ein Beigeordneter aus der Lage der Stadt an der Lippe und am Kanal, den Begriff „Dorsten am Wasser“ irgendwie mit Projekten, Cafés, besucherfreundlichen Zugängen und weiteren Aktionen zu prägen. Dies gelang bis heute nicht, weder der Verwaltung noch den Politikern. Wer die letzten 40 Jahre Beobachter dieses Schauspiels war, der wunderte sich oft über das Hin und Her, was in den Medien auch als „Herumgeeiere“  genannt wurde. Die Verantwortlichen taten gerade das Gegenteilige von dem, was in den offiziellen Flyern und über die Medien propagierte wurde. Zuletzt mit dem Kolossalbau „Mercaden“, mit dem der Zugang zur Lippe, entgegen anfänglichen Zusagen, „zugemauert“ wurde. Weiterlesen

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Wulfener Gesamtschüler sehen im KZ Buchenwald lebende Geschichte, die das dunkelste Kapitel Deutschlands widerspiegelt. Seit drei Jahren gehören die Besuche zum Unterricht

Eingang zur Gedenkstätte KZ Buxchenwald

Von Wolf Stegemann

11. Juli 2019. – Goethe, Schiller und anderen Geistesgrößen, deretwegen sich Weimar mit dem Attribut „Stadt der Dichter und Denker“ schmückt und darüber immer viel nachgedacht und geschrieben wird, ist natürlich immer wieder „der“ Besichtigungsort für Kulturbeflissene und Schulklassen. So auch Ende November 2018 von den Schülern und Schülerinnen der Leistungskurse Geschichte der Gesamtschule Wulfen. Dabei besuchten die 34 Schüler und Schülerinnen unter Leitung der Lehrer Werner Thies und Niels Kohlhaas auch das nur wenige Kilometer von Weimar entfernte einstige Konzentrationslager Buchenwald. Weiterlesen

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Das Auf und Ab der Dorstener Sozialdemokratie in politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik, unterm Nationalsozialismus, in der Nachkriegszeit bis heute

Weist der metallene Willy Brandt auf sein Vermächtnis hin? Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

5. Juli 2019. Die Partei rief und wenige kamen. „125 Jahre SPD in Holsterhausen“ hieß das Schlagwort, mit dem der SPD-Ortsverein Holsterhausen im Juni 2019 Parteimitglieder und Gäste zu Kaffee und Kuchen sowie Grillwürstchen eingeladen hatte. Die beiden regionalen SPD-Parlamentarier Michael Gerdes (Bundestag) und Michael Hübner (Landtag) sagten ihr Erscheinen schon vorab zu. Vielleicht mag es auch am heißen Wetter dieser Tage gelegen haben, dass – gemessen an dem Ereignis und der Mitgliederzahlen der Dorstern SPD-Ortsvereine – nur eine „Handvoll“ kamen, darunter natürlich besuchspflichtige Parteifunktionäre aus dem Rat und der Stadt. Wer aber erwartete, dass irgendeiner, vielleicht der Ortsvereinsvorsitzende kurz über den Grund der Einladung spricht und einen Rückblick über die 125 Jahre SPD in Holsterhausen mit dem politischen Auf und Ab beispielsweise der 1920er-Jahre gab, wurde enttäuscht. Über den Grund der Zusammenkunft wurde kein Wort gesprochen. Lediglich wurden von Gerdes und Hübner einige Genossen und  Genossinnen wegen ihrer jahrzehntelangen Zugehörigkeit zur SPD mit Urkunden ausgezeichnet und ein junger Mann von etwa 18 oder 20 Jahren als Zukunft der Partei vorgestellt, der gerade erst in die Partei eingetreten war. Dann gab es Kaffee und Kuchen und anschließend Grillwürstchen. Das war’s. Weiterlesen

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