Ein Sommer lang Sehnsuchtsort neuer Wahrnehmung von Stadtleben. Ein Sehnsuchtsort, der zu lyrischen Betrachtungen anregt. Ein Lippe-Polder-Park zwischen den Wassern

Die Wiese zwischen Kanal und Lippe wurde zum Ort der Literatur, Musik und des Theaters; Foto: Stegemann

Von Wolf Stegemann

Der Lippe-Polder-Park war eine 2015 eingerichtete Kooperation der Stadt Dorsten und des Lippeverbands. Das künstlerische Konzept stammte von der Rotterdamer Künstlergruppe Observatorium und der Dorstenerin Marion Taube, Kopf des Kreativlabels „Freitaube“, die  bereits 2013 mit dem „Dorstener Anstiftungssommer“ und dem „Fundbüro für Stadtideen“ von sich Reden machte.  Finanziert wurde das Projekt durch Fördermittel für die „Soziale Stadt Hervest“ (Achse Hervest-Altstadt), durch das Förderprogramm „Gemeinsam an der Lippe“ des NRW-Städtebauministeriums. Die Stadt unterstützte vornehmlich mit Arbeitsleistungen. Die Sparkasse Vest war mit 20.000 Euro Hauptsponsor. Weiterlesen

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Flüchtlinge 2015: Dorsten praktiziert ein menschenwürdiges Modell. Chronologie der Not und Notwendigkeiten, der Hilfe und Hilflosigkeiten

Harte Zeiten der Flucht liegen hinter den meiste AsylbewerbernVon Wolf Stegemann

„Wenn ein Flüchtling bei Euch wohnt in eurem Land, den sollt Ihr nicht bedrücken. Er soll bei Euch wohnen wie ein Einheimischer unter Euch und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst, denn Ihr seid auch Flüchtlinge gewesen im Ägyptenland.“ –  3. Mose 19, 33, 34

25. September 2015. – Deutsche waren oft Flüchtlinge, vertrieben aus ihrer Heimat, weil sie der „falschen“ Konfession angehörten, sie Missernten, anhaltende Not und Hunger hatten, weil ihre Heimat von Fremden besetzt wurde oder – wenn sie Juden waren – von ihren eigenen Landsleuten aus ihrer Heimat verjagt wurden. Vielen von denen, die nach 1945 aus dem Osten kamen und hier trotz aller heutigen Beschönigungen unwillkommen aufgenommen werden mussten, wurden auch beschimpft und drangsaliert. – Heute flüchten andere.

Bis Jahresende 2014 stieg die Zahl der in Dorsten aufgenommenen Flüchtlinge auf 290. Im Frühjahr 2015 waren es bereits 427, die u. a. im ehemaligen Wasser- und Schifffahrtsamt an der Crawleystraße und in den städtischen Obdachlosenunterkünften an der Luisenstraße untergebracht waren. Die Verteilung der Flüchtlinge vom Bund auf die Länder erfolgt anhand eines Schlüssels (Einwohnerzahl und Flächengröße). Weiterlesen

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Ein Spaziergänger macht sich über den massiven Festungsbau „Mercaden“ Gedanken – mit sehendem Auge, wachem Interesse, realistischer Vorstellungskraft und kritischer Feder

Bis zum Frühjahr 2016 noch Baustelle am Lippetor; Foto: Helmut Frenzel

Von Wolf Stegemann

18. September 2015. – Wer sehenden Auges an dem Bau des zukünftigen Einkaufszentrums „Mercaden“ zwischen Kanal und Stadtinnerem vorbeifährt oder davor steht, mag sich freuen, dass dort so etwas entsteht, was gerade entsteht. Dieser Tage war Richtfest. Dabei wurden vom offiziellen Dorsten Freude und großer Optimismus überschwänglich gezeigt. Wie das bei solchen Anlässen eben üblich ist. Doch wer dann mit wachem Interesse seine realistische Vorstellungskraft hernimmt, um nachzudenken, mag erschrecken. Denn es entsteht mit Zustimmung der Verwaltung und zuständigen Ratsgremien ein Riesen-Koloss, den selbst diese Gremien so nicht gewollt haben können, glaubt man ihren laut tönenden Beteuerungen zu Anfang dieses Bauvorhabens. Weiterlesen

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Verkauf von „Street- & Sportswear“ – aber nicht an jedermann, sondern „for real people“. Über Werbe-Anglizismen und denglische Sprüche in Dorstener Schaufenstern

Lippestraße; Fotos (8): Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

„Ein höheres Ziel des Kampfes gibt es nicht als: deutsches Wesen nach außen und innen zu entfalten. Wir wollen, nachdem wir Jahrhunderte hindurch dem Fremden nachgelaufen sind oder uns gespalten und untereinander bekämpft haben, wieder ein Herrenvolk, wieder unsere eigene Art gewiß und froh werden. Wir wollen mit einem Wort wieder Deutsche sein, ganz Deutsche und nur Deutsche. Dazu dienen nach außen Granaten und nach innen unsere wunderschöne deutsche Muttersprache.“

Dr. Rudolf Hermann Buttmann in „Die Sprache, ein Kampfmittel unserer Zeit. Jahrbuch der deutschen Sprache“, 1941 Weiterlesen

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Hexen-Rehabilitations-Projekt: Den unschuldigen Opfern eines gnadenlosen Verfolgungswahns die Würde zurückgeben – auch in Dorsten?

Hexenverennung, dargestellt in der Ortschronik von Derneburg (Harz) von 1555

Von Wolf Stegemann

In verschiedenen Städten und Gemeinden Deutschlands haben Menschen Gedenktafeln oder Gedenksteine für die Opfer der Hexenprozesse angeregt und bei den Stadträten beantragt, die Opfer der Hexenprozesse zu rehabilitieren – nicht juristisch, sondern aus moralisch-ethischen Gründen. Auch in Dorsten und in der Herrlichkeit hat es Hexenprozesse, Hexenfolter und Hexenverbrennungen gegeben.   Weiterlesen

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Verunsicherung im Dorstener Einzelhandel – Die Nervosität der Kaufleute in der Altstadt wächst

Neugestaltetes Nahversorgungszentrum Händelstraße mit einem Verbrauchermarkt (Rewe) und vier Fachmärkten, darunter der Discounter Penny und dm; Foto: Frenzel

Von Helmut Frenzel

21. August 2015. – War der Aufruhr nur dem Sommerloch geschuldet oder was ist los im Dorstener Einzelhandel? Gerüchte um eine mögliche Ausweitung der Einzelhandelsfläche auf dem Zechengelände um wenige hundert Quadratmeter genügten, um die stoisch anmutende Ruhe unter den Einzelhändlern in der Dorstener Altstadt zu beenden. Das hatte weder die bevorstehende Ausweitung der Einzelhandelsfläche um 12.500 Quadratmeter durch das Mercaden vermocht, noch die Ansiedlung von Einzelhandel auf dem Zechengelände auf 3.100 Quadratmetern und auch nicht die Vergrößerung der Verkaufsfläche um etwa 2.500 Quadratmeter im Zuge der Neugestaltung des Nahversorgungszentrums an der Händelstraße/Bochumer Straße, das kurz vor seiner Vollendung steht. Für eine schrumpfende Stadt ist diese Flächenexpansion geradezu atemberaubend.

Aber jetzt haben ein paar hundert Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche das Fass zum Überlaufen gebracht. Weiterlesen

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Vestische Straßenbahnen: 1973 wurden die letzten Linien eingestellt – Heute fahren Busse und halten an insgesamt 3.600 Haltestellen

Straßenbahn in der Vestischen Allee in den 1920er- oder 1930er-Jahren; Fotosammlung Jo Gernoth

Von Wolf Stegemann

Die Vestische Straßenbahnen GmbH (kurz Vestische) betreibt einen großen Teil des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Recklinghausen, der Stadt Bottrop und dem nördlichen Teil der Stadt Gelsenkirchen heute mit Bussen. Der Name der Gesellschaft leitet sich vom Vest Recklinghausen ab. Sitz der Verwaltung sowie der Hauptbetriebshof befinden sich in Herten. Die Vestische gehört zu 77 Prozent dem Kreis Recklinghausen, 12 Prozent der Stadt Gelsenkirchen und elf Prozent der Stadt Bottrop. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 1.019 Arbeitnehmer (Stand 2009). Auf 106 Linien mit einem Liniennetz von 1.390 Kilometern befördern 224 Busse jährlich 63,5 Millionen Fahrgäste, davon allein in Dorsten 3,5 Millionen. Auf Dorsten entfallen 19 Linien, zuzüglich zwei Anruf-Sammeltaxi-Linien. Die Busse fahren jährlich rund 18,3 Millionen Kilometer, wovon auf Dorsten 1,5 Millionen Kilometer entfallen. Es gibt 3.600 Haltestellen, in Dorsten 375. Zu versorgen hat die Vestische in einem Einzugsgebiet von 928 Quadratkilometern rund eine Million Menschen. Der Dorstener ZOB Europaplatz ist das Drehkreuz für rund 4.700 Fahrgäste täglich (ohne Schulbusse). Mit dem Bus zur Innenstadt kommen täglich etwa 2.200 Fahrgäste. Die am stärksten frequentierte Strecke ist die Verbindung zwischen Wulfen und dem ZOB, die jährlich mehr als 900.000 Fahrgäste nutzen. Ein Großbrand vernichtete kurz vor Weihnachten 2011 im Betriebshof Bottrop 68 Linienbusse. Durch logistische Maßnahmen war der planmäßige Verkehr trotz dieses verheerenden Brandes kaum beeinträchtigt. Weiterlesen

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