Hans-Pfitzner-Straße im Stadtsfeld: Der Komponist war ein glühender Nationalsozialist, ein ausgewiesener Antisemit und ein begeisterter Verehrer Adolf Hitlers über 1945 hinaus

Hans-Pfitzner-Straße im Stadtsfeld; Foto: Hemut Frenzel

Hitler wollte Europa „einen großen Dienst leisten,
indem er alle Juden aus ihm vertriebe.“
Hans Pfitzner, 1946

Zusammengestellt von Wolf Stegemann

3. Juli 2015. – Was hat die Hans-Pfitzner-Straße mit dem Tillessen-See zu tun? Beide haben einen ausgewiesenen Nationalsozialisten als Namensgeber. Unlängst hat der Bauausschuss des Rates der Stadt Dorsten für eine Umbenennung des Tillessen-Seees votiert. Für die Umbenennung der Hans-Pfitzner-Straße aber nicht. Hans Pfitzner war Komponist und Dirigent und lebte von 1869 bis 1949. Weiterlesen

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Das Porträt: Die Künstlerin Christa Nienhaus-Rekers aus Rhade – Textil-Designerin, Werbegrafikerin, Radiererin und Malerin

Christa Nienhaus-Rekers bei der Vernissage am 21. Juni; Fotos (5): Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

„Farbe und Form spielen heute eine Hauptrolle in meinem Leben“, sagt die Rhaderin Christa Nienhaus-Rekers, die Ende des letzten Jahres in der Lohnhalle der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Hervest-Dorsten ein Atelier bezogen hat. Bilder der Künstlerin sind noch bis zum 23. August im Restaurant „Capannina“ (früher Wulfener Hof) an der Dülmener Ecke Hervester Straße in Altwulfen zu sehen. Unter dem Titel „SüdLichter“ gibt die Künstlerin dort einen Einblick in ihr voluminöses und künstlerisch vielfältiges Werk, vor dem der Besucher sich nicht nur mit den erwähnten Formen und Farben auseinandersetzen kann sondern auch mit den weit gefächerten Motiven, welche die Künstlerin mit handwerklichem Können auf die Leinwand oder auf das Papier bringt. Die Vernissage war am 21. Juni (siehe Fotos). Weiterlesen

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Unwissende Ratsmitglieder am Gängelband der Verwaltung – Diese tut wenig dafür, dass sich das ändert

Rathaus Dorsten am Gemeindedreieck

Kommentar von Helmut Frenzel

19. Juni 2015. – In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Rates am 29. April 2015 stand unter anderem die Frage auf der Tagesordnung, wie mit einem im Mai 2015 fälligen Kredit von 15 Millionen Schweizer Franken verfahren werden solle: Verlängerung in Schweizer Franken oder Ablösung und Rücktausch in Euro. Die Verwaltung hatte dazu eine Beschlussvorlage vorbereitet, in der die Problematik für jeden einigermaßen verständlich dargestellt war. In der Aussprache im Ausschuss konnte das Ausschussmitglied Susanne Fraund in der Sache nichts beitragen. Statt dessen tat sie sich mehrmals mit der Bemerkung hervor, dass sie von dem Sachverhalt gar nichts verstünde. Als es um die Beschlussfassung ging, befürwortete sie den Vorschlag der Verwaltung mit der Begründung: diese habe immer gute Vorschläge gemacht und deshalb stimme sie zu. Im Protokoll steht dazu: „Frau Fraund hielt die Vorgehensweise der Finanzverwaltung in der Vergangenheit für positiv.“ Weiterlesen

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Bildstöcke – Glaubenszeugnisse und Ausdruck ländlicher Volksfrömmigkeit

Bildstock am Anfang des Polsumer Wegs in Altendorf-Ulfkotte; Fotos (9 ): Wolf Stegemannang Polsumer Weg

Von Wolf Stegemann

Bildstöcke sind wichtige Belege einer anhaltenden wenn auch nachlassenden Volksfrömmigkeit und len­ken die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den ursprünglichen und alltäglichen Umgang mit Religion und Glauben. Kreuze und Bild­stöcke laden Gläubige zum Verweilen, zur Besinnung und zur Andacht ein. Der Errichtung der Wegebilder und Hof­bildstöcke lagen oft verschiedene Intentio­nen zugrunde: Dank für die Errettung von Krankheiten, für Überwindung von Notsituationen, für unversehrte Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft. Ein reges Wiederaufleben von Bild­stocksetzungen ist in ländlichen Stadtteilen wie Rhade und Altendorf-Ulfkotte festzustellen. Ihre Aufstellung erfolg­t(e) fast ausnahmslos aufgrund einer Fürbitte, eines Gelübdes oder eines Dankes. Weiterlesen

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Pfarrer Karl Krampens Soldatenzeit in Dorsten – Kompanieschreiber und Prediger

Pfarrer Karl Krampen als Soldat 1941

Von Wolf Stegemann

Im letzten Jahr erschien ein privat herausgegebenes Buch von Hans Krampen aus Bad Pyrmont, das er über seinen Vater, den Pfarrer Karl Krampen in Wichlinghausen, geschrieben hat und es seinen Kindern widmete. Im Krieg war der 1901 geborene Theologe als einfacher Soldat in Dorsten stationiert und hatte hier die Bekanntschaft mit etlichen Einwohnern gemacht, darunter Pfarrer Ernst Glauert von der Altstadtgemeinde und in Holsterhausen mit Pfarrer Ernst Krüsmann und anderen von der Martin-Luther-Gemeinde. In seinen Briefen aus dem Krieg zeichnet Karl Krampen, der am 21. April 1945 in Württemberg fiel, ein interessantes Bild der Kirchenverhältnisse in Dorsten und Holsterhausen. Weiterlesen

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Haus Natteforth: Lembecker Richter gab der Försterei den Namen – Bei den Jolys gingen westfälische Dichter ein und aus

Gräfliche Oberförsterei Natteforth

Von Wolf Stegemann

Fährt man die Chaussee von der B 58 Richtung Lembeck, kommt der Autofahrer linkerhand an einem Haus vorbei, das heute privat bewohnt ist, früher die Oberförsterei der Grafen von Merveldt war und davor der Wohnsitz der Herrlichkeitsrichter. Seinen Namen bekam das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaute Haus vermutlich durch den Richter Joseph Nattefort, der mit seiner Familie in dem Haus wohnte, das  zum Kirchspiel Wulfen gehörte. In einer Populationsliste aus dem Jahre 1805 geht hervor, dass in dem Haus 15 Menschen wohnten, neben dem Richter noch dessen Frau Ursula Jungeblut (auch Jungeblodt) sowie ein Sohn und vier Töchter. Zum „Gesind“ gehörten  fünf männliche und drei weibliche Personen. Später wurde das Haus Oberförsterei. Vor dem Richter Nattefort bewohnte der Hofrat Jungeblodt, Schwiegervater des Joseph Nattefort, als „Lembeckischer Richter“ das Haus. Zu Martini 1789 erhielt er ein Salär von 64 Talern und eine nicht bekannte Anzahl „Scheffel Haber“. Weiterlesen

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Pingstebrout – Pfingstbraut wurde mit Blumen bekränzt

Pingstebrout Lembeck 1938, Foto: Archiv Hatkämper

Um Pfingsten ranken sich von alters her Bräuche und Sitten. „Pfingswiese“ und „Pfingsanger“, manchmal auch ohne -f- gesprochen und geschrieben, sind heute noch gebräuchliche Flurnamen für die Stätten allgemeiner Festfreuden. Es gab Pfingstgilden, Pfingsthütten, Pfingstgelage, Pfingstbier und geschmückte Pfingstochsen. In Dorsten wählten am 1. Mai Knaben und Mädchen eine Maibraut, bekränzten sie und zogen mit ihr durch die Stadt oder die Landgemeinden. Am Pfingstfest fand derselbe Umzug statt, nur hieß die Maibraut dann „Pingstbrout“. An dem Reifen, unter dem sie ging, hingen Heiligenbilder. Auch die Jungen wanderten mit einer „Pingstblome“, das war ein Knabe, der mit grünem Ginster behangen war. In Lembeck gingen nur Mädchen von Haus zu Haus. Vor der Haustür bildeten sie einen großen Kreis, in dessen Mitte die zwei ältesten Mädchen als Bräute geschmückt, tanzten, während die anderen dazu das „Pingstebrout“-Lied sangen. Die Kinder erhielten dann Eier oder Geld.

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