Von Wolf Stegemann
Zu ihren Denkmalen haben die Deutschen ein merkwürdiges Verhältnis: Weg mit allem, was historisch nicht mehr in den Kram passt. Aus der neuesten Geschichte sei an die Berliner Mauer erinnert, die so gut wie ganz verschwunden ist, an die halbherzige offizielle und ohnmächtige private Initiative zum Erinnerungs-Erhalt des Checkpoint Charlie in Berlin, an den lange anhaltenden Streit um den Abriss des „Palastes des Volkes“ in Berlin und der übergroßen Büste von Marx in Chemnitz, die nur deswegen noch steht, weil sie zu schwer ist, um kostengünstig entsorgt zu werden. Und wer in den Zeitungen verfolgt hat, welcher Streit entstand, als eine Zeitung die Initiative ergriff, am Deutschen Eck in Koblenz den Kaiser wieder aufzustellen, der weiß, wie deutsche Mentalität mit ihren Geschichtsüberbleibseln umgeht. Allzu gerne teilt man die steinernen oder ehernen Zeugnisse ein in gute und schlechte. Dabei sind Denkmale weder gut noch böse; das Handeln der Menschen ist es. Und allzu gerne tilgt man das Böse in der eigenen Geschichte, wenn man nichts mehr davon wissen will. Auch in Dorsten verschwanden Denkmale.

Eine Klasse des Gymnasium Petrinum stellt das Hindenburg-Denkmal im Bereich Maria Lindenhof auf
Wo ist das Hindenburg-Denkmal geblieben?
In Holsterhausen stand im Bereich von Maria Lindenhof noch während des Krieges ein Denkmal, das an den Feldmarschall und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg erinnerte. Wann die Büste aufgestellt und wann sie wieder entfernt wurde, ist nicht bekannt. Allerdings stand sie noch während des Krieges dort und ist auf einem Foto zu sehen, das Soldaten im Reservelazarett Maria Lindenhof zeigt. Weiterlesen →