17. Juni 2012. Von Helmut Frenzel
Dorsten ist in der Krise, nicht erst seit heute. Unter dem Druck der Schuldenbremse der Landesregierung muss bis 2016 ein Haushaltsloch von 22,1 Millionen Euro geschlossen werden. Dazu haben Bürgermeister und Verwaltung einen Katalog von Einsparmaßnahmen im Volumen von 9,1 Millionen Euro und einen Vorschlag zur Erhöhung der Grundsteuer B um 7,2 Millionen Euro vorgelegt. Die Grundsteuer wird dann mehr als doppelt so hoch sein wie im Durchschnitt der nordrhein-westfälischen Gemeinden. Bei dem Ausmaß der finanziellen Einschränkungen, die die Bürger treffen, wäre politischer Streit um den besten Weg aus der Krise zur erwarten gewesen. Denn so wenig wie der Schuldenrausch der vergangenen zwei Jahrzehnte alternativlos war, so wenig ist das jetzt vorgelegte Sanierungskonzept der Stadtspitze ohne Alternative.
Doch nichts dergleichen. Träge schleppt sich die Behandlung der Sparvorschläge durch die mehrheitlich mit Ratsmitgliedern besetzten Ausschüsse dahin. Ein Ausschuss nach dem anderen billigt den Plan. Widerstand entfaltet sich, wenn überhaupt, um kleinste Beträge wie zum Beispiel die Senkung der Betriebskosten der Seniorenbegegnungsstätten um 2000 Euro oder den Erhalt der Taucherstaffel. Eine rühmliche Ausnahme ist der Jugendhilfe-Ausschuss. Bezeichnenderweise war es der Geschäftsführer der Caritas Dorsten, der nicht zur Riege der Politiker zählt, der am Beispiel des beabsichtigten Wegfalls der Beitragsbefreiung für Geschwisterkinder in der Kita auf die Kehrseite des wilden Sparens aufmerksam machte: „ Es geht um die Zukunft der Kinder und die Zukunft unserer Stadt“, wird er in der „Dorstener Zeitung“ zitiert. Weiterlesen


