Spannende Geschichte – Wie Herbert Krämer günstig an das Gelände am Lippetor kam

Von Helmut Frenzel

23. November 2012. – Alle Verhandlungen, für das marode Lippetor-Center eine Lösung zu finden, waren erfolglos geblieben – bis Sachsen Bank und Stadt sich einig waren, dass Herbert Krämer dort ein neues Shopping-Center errichten sollte. Dazu musste er zuvor die alte Immobilie erwerben. Die Summe von 2,55 Millionen Euro, bei der er in der Zwangsversteigerung den Zuschlag erhielt, hat er dafür aber nicht gezahlt. Wie das eingefädelt und durchgezogen wurde, liest sich wie ein Krimi. Am Ende haben die Beteiligten bekommen, was sie wollten.

Das alte Lippetor-Center wartet schon lange auf den Abriss; Fotos: H. Frenzel

Der 30. Juli 2010, ein Freitag,  war der Tag, an dem das Lippetor-Center zwangsversteigert wurde. Herbert Krämer stieg mit dem Mindestgebot von 2,25 Millionen Euro ein. Dann bot unerwartet ein weiterer Interessent mit, der niederländische Projektentwickler Ten Brinke. Im Wettstreit der beiden Bieter wurde der Preis nach oben getrieben, bis Herbert Krämer bei 2,55 Millionen Euro den Zuschlag erhielt, immerhin dreihunderttausend Euro über dem anfänglichen Mindestgebot. Mit dem Zuschlag wurde die Galerie Lippe GmbH & Co. KG, die von ihrem  Geschäftsführer Herbert Krämer vertreten wurde, Eigentümerin der Immobilie. Weiterlesen

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Ron Arad – ein einzigartiges Verwirrspiel um das Schicksal des Offiziers aus Dorstens israelischer Partnerstadt Hod Hasharon

Ron Arad vor seinem Einsatz

Von Wolf Stegemann

Neben Jerusalem besuchte Bürgermeister Lambert Lütkenhorst und sein Mitarbeiter Ludwig Küppers bei seiner Israelreise Mitte November 2012 auch die Dorstener Partnerstadt Hod Hasharon nordöstlich von Tel Aviv. Eigentlich hatte der Bürgermeister am jährlichen Gedenktag des „vermissten“ Soldaten Ron Arad teilnehmen sollen. Der Gedenktag fiel dann aber wegen des schlechten Wetters aus. Den 1958 in Hod Hasharon geborenen und seit 1986 vermissten Ron Arad kennt in Israel jedes Kind. Er ist der zum Mythos gewordene Soldat, der 1986 im Libanon von den Amal-Milizen gefangen genommen und später der Hisbollah übergeben wurde. Vermutlich ist der Luftwaffenoffizier in der Gefangenschaft gestorben. Weiterlesen

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Dorstener Männer wehrten sich gegen „moralische Verkommenheit“ in der eigenen Stadt und in den Landgemeinden. Schon 1922 wurden in Dorsten Bücher verbrannt

Von Wolf Stegemann

Um die öffentliche Unsittlichkeit und Schmutz und Schund in der Literatur machten sich seit jeher Männer und Frauen, darunter evangelische und katholische Jungfrauen- und Müttervereine, heftige Sorgen. Mit dabei waren auch Dorstener, Holsterhausener und Hervester Vereine. Gerade nach dem Ersten Weltkrieg, wo die Menschen vor allem in Großstädten wieder frei aufatmeten und einem Leben ohne preußisch-muffige Bandagen Wein, Weib und Tanz frönten, regte sich wegen dieser „moralischen Verkommenheit“ Unwille. Doch schon lange vor dem Ersten Weltkrieg, als Preußen auf dem Höhepunkt seiner propagierten Sauberkeit und Redlichkeit stand, wurden Vereine und Verbände gegen die Unsittlichkeit im Deutschen Reich gegründet: 1906 schloss sich der Magistrat der Stadt Dorsten zuerst dem in Köln ansässigen „Verband der Männervereine zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit“ an, dann 1909 dem „Verein gegen die öffentliche Unsittlichkeit Münster“ und schließlich dem Verein „Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit in den Landgemeinden“. Weiterlesen

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Berlin ist eine Reise wert: Michael Gerdes, SPD-MdB, lud zur politischen Bildung in die Bundeshauptstadt ein – Besuch des Reichstags und der Gedenkstätten

Von Wolf Stegemann

Dass Berlin eine Reise (und weitere Reisen) wert ist, mag wohl keiner mehr bezweifeln, der Mitte Oktober bei der viertägigen politischen Bildungsfahrt dabei war, zu der Michael Gerdes, SPD-Mitglied des Bundestags, rund 50 Bürger und Bürgerinnen aus seinem Dorsten-Bottrop-Gladbecker Wahlkreis eingeladen hatte. Für die Organisation war weitgehend das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung zuständig. Diese Bildungsaufenthalte in der Bundeshauptstadt sind die Fortsetzung der Reisen in das bis 1990 geteilte Berlin, als noch die Mauer stand und die Politiker wollten, dass Bundesbürger die Teilung erleben und die Enklave Berlin nicht vergessen wird. Damals wurde wegen der DDR-Grenze noch geflogen, heute geht es mit dem Intercity auf reservierten Plätzen schnell voran.

Erschreckend – die frühere Durchgangsstelle: „Palast der Tränen“

Alexanderplatz mit Neptunbrunnen

Unsere Polit-Reisegruppe traf sich am Essener Hauptbahnhof. Senioren, darunter ergraute Altsozialisten und Gewerkschafter, stellten mit ihren Frauen die Mehrheit, zwei jüngere Männer, einer davon ein Jungsozialist aus Lembeck, und eine junge Frau waren daher auffallend und drückten den Altersdurchschnitt zumindest ein wenig nach unten. Am neuen Hauptbahnhof angekommen, übrigens der erste Berliner Bahnhof mit dieser Bezeichnung überhaupt, sollten wir sofort merken, was es bedeutet, auf dem Papier voll bepackte Tagesprogramme bei voll gestopften Straßen zu erleben. Der stets freundliche und nervenstarke Busfahrer Alex brachte uns gut durch den Verkehr und millimetergenau durch die Baustellen.  Noch bevor wir im Hotel eingecheckt hatten, gingen wir den ersten Spuren der einstigen Teilung am Bahnhof Friedrichstraße nach. Es war der Übergang in den Ostsektor der Stadt. Weil bei den Abschieden der Westberliner von Verwandten und Freunden in Ostberlin abends unweigerlich wieder die schmerzliche Trennung am Bahnhof kam, nannten die Berliner diese streng bewachte Durchgangsstelle „Palast der Tränen“. Die sachkundige Führung durch die tief gelegten Gänge mit ihren Drangsalen, durch die ich früher mit Schauder mehrmals ging, machte das Bestürzende dieses authentischen Ortes sichtbar. Weiterlesen

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Die Finanzierung des künftigen Einkaufszentrums am Lippetor muss transparent gemacht werden. Die verschwiegene Seite des Investors Herbert Krämer – ein Blick hinter die Fassade der RheinBerg Galerie in Bergisch-Gladbach

Von Helmut Frenzel

26. Oktober 2012. – Eine Vorbemerkung zu diesem Artikel ist notwendig. Zum einen, um darauf hinzuweisen, dass die folgende Darstellung teilweise an Fachbegriffe und Facherläuterungen gebunden ist, um den Sachverhalt zutreffend zu vermitteln, und zum anderen, weil aus diesem Sachverhalt die Erkenntnis gezogen wird, dass bezüglich der Projektfinanzierung des „Investors Herbert Krämer“ genauer hingeschaut werden muss und man sich nicht mit der Besichtigung eines „seiner“ Betriebe zufrieden geben darf. Denn allzu schnell, das wird der Leser feststellen, kann sich ein „Atlantis“-Desaster wiederholen. Die Alarmglocken müssen schrillen, wenn die Gesellschaft, die das „Mercaden“ bauen soll, ein Kommanditkapital von gerade mal 500 Euro ausweist, wovon Herbert Krämer selbst lediglich 250 Euro hält.

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Herbert Krämer ist nicht der Investor

Herbert Krämer, der Mann, der auf dem Gelände des ehemaligen Lippetor-Center ein neues Einkaufszentrum errichten will,  kann sich über die ihn betreffende Berichterstattung wahrlich nicht beklagen. Lippetor-Investor, Investor aus Bergisch-Gladbach oder einfach Investor Herbert Krämer – so wird er respektvoll genannt. Der Investor Herbert Krämer verbreitet Optimismus, der Investor Herbert Krämer ist auf Expansion eingestellt, Herbert Krämer will 60 Millionen investieren, der Investor Herbert Krämer gilt als grundsolider und kluger Kaufmann, so oder ähnlich berichten die Zeitungen über ihn und sein Vorhaben. Es entsteht der Eindruck, dass Herbert Krämer, der nach allem, was man weiß, ein kompetenter Projektentwickler ist, auch das Eigenkapital zur Absicherung der Projektfinanzierung bereitstellt und so für den Erfolg seiner Projekte mit eigenem Geld einsteht. Das schafft Vertrauen. Die Sache hat nur einen Haken: Herbert Krämer ist nicht der Investor! Abgesehen von geringen Beträgen, die in keinem Verhältnis zum Umfang seiner Projekte stehen, steckt Herbert Krämer in seine Projekte kein haftendes Kapital. Weiterlesen

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Dorstener Fußgängerzone sollte 1978 eine Begegnungsstätte und keine Konsumstraße werden. Eigentlich wollte sie keiner.

Von Wolf Stegemann

Wer heute bei Sonnenschein auf dem Marktplatz sitzt, sich bedienen lässt, der ist mittendrin in einer Open-air-Begegnungsstätte. Und das ist gut so. Das war bei Errichtung der Fußgängerzone 1978 auch so gewollt. Nicht gewollt war allerdings eine Verödung der anderen Teile der Fußgängerzone. Doch so ist es gekommen. In vielen Städten wird darüber nachgedacht, Fußgängerzonen, die überall gleich aussehen, in Teilen wieder zurückzunehmen, um der Verödung der Innenstädte entgegenzuwirken. Mit der Fußgängerzone machten es sich die Dorstener nicht leicht. Denn eigentlich wollte sie keiner. Hier die Geschichte.

Der Marktplatz um 1960, Postkarte

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„Kommunale Gelder sind keine Spielmasse” – Ist das Rathaus zur Zockerbude geworden? – Seit Jahren wettet Windor mit Steuergeldern – Mindestens 500.000 Euro Verlust – Erst 2013 beendet

Von Wolf Stegemann

„Quod licet Jovi, non licet bovi.“ – Was dem Jupiter erlaubt ist, geziemt sich dem Ochsen noch lange nicht: Diesen Spruch der alten Römer hätten sich Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, Stadtkämmerer Wolfgang Quallo und der Prokurist der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft  Windor, Erwin Gerdemann, seinerzeit zu Herzen nehmen sollen, bevor sie bei Zinswetten, die bereits 2006 liefen, mindestens eine halbe Million Euro Steuergelder verzockten. Die Wetten laufen festgelegt noch bis 2013. Ein früheres Aussteigen hätten die Verluste noch erhöht. Stadt und Windor, durch Bürgermeister Lambert Lütkenhorst in Personalunion geführt, wollten es den großen Zockern der Bankenbranche nachmachen, wetteten mit fremdem Geld (hier Steuermittel), weil sie es auf diesem abenteuerlichen Weg vermehren wollten. Doch sie vermehrten nur die Schulden. Weiterlesen

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