Das Porträt: Edmund Labendz – Kommunist, Sozialdemokrat, jetzt Sozialist. Seit jeher läuft er der Utopie vom gerechten Kommunismus nach

Edmund Labendz; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

Er hat als geschulter Kommunist ein aufregendes politisches Leben mit mehr Tiefen als Höhen hinter sich und das politische Sendungsbewusstsein, so glaubt er, habe er immer noch vor sich. Edmund Labendz, geboren 1931 in Dorsten, Feldmärker Urgestein, hält den Kommunismus auch heute noch für die einzige politische Gesellschaftsform, in der die „Menschen frei sind und nicht ausgebeutet“ werden. Angesichts der politischen Realität schränkt er aber ein, wenn er sagt, „dass man Utopien nachlaufen muss“. Für die Realisierung dieser Vorstellungen saß Edmund Labendz zwei Jahre lang im Gefängnis, denn die junge Bundesrepublik ließ solche Utopien nicht zu.

Edmund Labendz entdeckte den Kommunismus und die politische Auseinandersetzung im Elterhaus. Sein Vater, Gustav Labendz, war Kommunist und musste wegen seiner politischen Überzeugung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 für einige Monate ins Moor-KZ Esterwegen im Emsland. Nach der Entlassung war er lange Zeit arbeitslos, die Familie lebte von der Wohlfahrt. 1943 nahm er den gerade zwölfjährigen Sohn einmal zu einem Untergrundtreffen der Kommunisten im Dorstener Stadtsbusch (Barloer Busch) mit, bei dem über Möglichkeiten des Widerstands gegen das NS-Regime gesprochen wurde. Von damals ist Edmund Labendz ein Satz seines Vaters ein Erinnerung geblieben: „Stalin wird Hitler das Genick brechen!“

Fahrt zu den Weltfestspielen nach Ostberlin

In den Kriegsjahren besuchte Edmund Labendz die Volksschule. Er war der einzige in der Klasse, der nicht beim HJ-Jungvolk war, erlebte im März 1945 die große Bombardierung der Innenstadt und dann den Einmarsch der Amerikaner, absolvierte 1949 eine Lehre als Polsterer und ging anschließend in den Bergbau, weil dort mehr Geld zu verdienen war und er auf der Zeche eine weitaus bessere Plattform für seine politische Tätigkeit fand. 1947 gründete er zusammen mit seinem Bruder Ehrenfried die Freie Deutsche Jugend (FDJ), fuhr 1951 zu den „Weltfestspielen der Jugend und Studenten“ nach Ost-Berlin, währenddessen in der Bundesrepublik die sozialistische FDJ, die in Dorsten rund 70 Mitglieder hatte, wegen „verfassungsfeindlicher Bestrebungen“ verboten wurde. Labendz ging in den Untergrund. Zu dieser Zeit war er auch Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), der er 1947 beigetreten. Ab 1949 zweiter Vorsitzender der Dorstener Ortsgruppe, während sein späterer SPD-Kollege Jakob Klauck diese Funktion in der KPD-Ortsgruppe Hervest-Dorsten inne hatte.

Vorsitzender Edmund Labendz (li) und sein Bruder Ehrenfried (Dirigent) vom Dorstener Akkordeonorchester (1984); Foto: Pressebild

Besuchte in der DDR die KPD-Parteischule

Edmund Labendz stand unter Beobachtung der westdeutschen Staatsschutzbehörden. Kurzfristig festgenommen wurde er in den Jahren 1950, 1951 und 1952. Die Staatsschutzkammer beim Landgericht Dortmund verurteilte ihn 1954 wegen Staatsgefährdung zu einem Jahr Gefängnis. Ein Jahr darauf wurde die Berufung verworfen. Daraufhin ging er 1955 besuchsweise nach Warschau und anschließend ein Jahr lang auf die KPD-Parteischule in Schmerwitz/Töplitz, Kreis Belzig, in der DDR. Dort wurde er bildungs- und kulturpolitisch geschult in Philosophie, Ökonomie und Geschichte. Nach Abschluss der Schulung 1956 wurde Edmund Labendz mit falschen Ausweisen zur Untergrundarbeit der KPD in den Westen geschickt, wo er seit seiner Flucht in den Osten zur Fahndung ausgeschrieben war. Hamburg, Stuttgart, Mannheim, Koblenz waren die neuen Wirkungsstätten des hauptamtlichen KPD-Mitarbeiters Labendz. In Dorsten, wo man ihn kannte, ließ er sich nicht blicken. Mit seiner Familie traf er sich regelmäßig zum gemeinsamen Urlaub in der DDR, an dem auch SED-Genossen und Politbüro-Mitglieder wie Fritz Ebert, Sohn des ersten Reichspräsidenten, Volkskammer-Abgeordneter Erich Mückenberger (1910-1998) oder das SED-Zentralkomitee-Mitglied Kurt Seibt (1908-2002) mit ihren Familien teilnahmen.

In den Diskussionen nach dem Abendessen brach dann wieder der querdenkerische und kritisch-eigenwillige Geist bei Edmund Labendz durch, wenn er in diesem illustren Kreis aus seiner utopischen Sichtweise unerschrocken auch die DDR-Verhältnisse anprangerte, was irgendwann an das Zentralkomitee der SED in Ost-Berlin gemeldet wurde, wo Edmund Labendz offiziell Rede und Antwort stehen sollte. Das war der Zeitpunkt, wo Labendz Abschied nahm von KPD, SED und DDR und sich 1962 wieder zu seiner Familie nach Dorsten begab.

Zurück in Dorsten: Festnahme, Verurteilung, Gefängnis

Als er im Dorstener Rathaus einen Personalausweis beantragen wollte, bislang hatte er auf andere Namen gefälschte Papiere, war er vom Verfassungsschutz bereits seit Jahren amtlicherseits abgemeldet gewesen. Also meldete er sich wieder an, wohl wissend, dass er von der Polizei gesucht wurde. Eine halbe Stunde danach umstellte die Polizei sein Wohnhaus an der Bochumer Straße, durchsuchte die Räume und brachte Edmund Labendz nicht ohne Warnung, ihn bei einem Fluchtversuch zu erschießen, in das Polizeigefängnis im Keller des Rathauses am Gemeindedreieck. Labendz wurde 1963 wegen verfassungsfeindlicher Umtriebe erneut zu anderthalb Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt und musste nun auch noch die alte Strafe von 1954 im Gefängnis Anrath bei Düsseldorf verbüßen. Ein halbes Jahr der Gesamtstrafe wurde ihm gegen Bewährungsauflagen und später auf dem Gnadenweg gänzlich erlassen. Währenddessen lebte seine Familie in Dorsten kärglich. Im Sozialamt wurde seiner Frau gesagt, so berichtet es Labendz, sie solle doch in den Osten gehen und sich von dort Geld zum Lebensunterhalt holen. Nach seiner Entlassung arbeitete er zunächst wieder auf der Schachtanlage Fürst Leopold, dann fünf Jahre lang beim Fernmeldeamt und ab 1976 im Kunststoffbereich des Betonunternehmens Stewing, war dort Betriebsratsvorsitzender und ging 1992 in den Ruhestand.

Edmund Labendz und Gertrud Stieglitz (re) am Bücherstand des Ökumen. Geschichtskreises Holsterhausen; Foto: Wolf Stegemann

Ratsmitglied der SPD in Dorsten

Gesellschaftspolitisch betätigte sich Edmund Labendz, der auch Vorsitzender des Dorstener Akkordeonorchesters war, in den Betriebsräten. Einer Partei wollte er aber nicht mehr beitreten. Allerdings hielt dieser Vorsatz nicht lange an. Er wurde zuerst SPD-Mitglied, dann von 1986 bis 1996 Ratsmitglied. Im Kulturausschuss kam es am 15. Mai 1986 zu einem Eklat, der dazu führte, dass Labendz aus der SPD austrat. In einer Debatte über das Gemeinschaftshaus Wulfen monierte die CDU, dass in dieser städtischen Einrichtung neben anderen Parteien nun auch die DKP eine Bürgerberatung eingerichtet habe. Nachdem der Leiter des Gemeinschaftshauses Wulfen aufgrund der vom Rat der Stadt festgelegten Benutzerordnung mitteilte, dass dies statthaft sei, unterstützte Edmund Labendz die festgelegte Benutzerordnung. Daraufhin wurde er von Horst Hinzmann (CDU) gefragt, ob er für die Kommunisten sprechen wolle. Edmund Labendz fühlte sich provoziert und konterte mit der Bemerkung, dass die „CDU und manche ihr nahe stehenden Verwaltungen“ die SS-Treffen unterstützten, indem sie dazu Räume zur Verfügung stellten. Daraufhin verlangte CDU-Sprecher Gerhard Schute von Labendz eine Entschuldigung, andernfalls er, Schute, im Kulturausschuss nicht mehr mit Labendz zusammenarbeiten werde. Labendz entschuldigte sich nicht, sondern bekräftigte seinen Vorwurf. Ausschussvorsitzender Dr. Dieter Nellen rügte zwar den Vorwurf seines Parteigenossen, verfügte aber keinen Ordnungsruf.

FDJ-Jugendlager 1950; Foto: privat

Die Grünen bezichtigten nun ihrerseits die CDU der „Theatralik“, die sich strafrechtliche Schritte gegen Stadtrat Labendz vorbehielt. Dazu Labendz im Ausschuss: „Ich kann meine Behauptungen beweisen. Eher gehe ich ins Gefängnis, als dass ich sie zurücknehme.“ Doch dann nahm er sie in einem Schreiben vom 23. Mai an die CDU-Fraktion doch zurück: „Meine … missverständliche Äußerung bezüglich der Aktivitäten und Duldung rechtsradikaler und ehemaliger NS-Organisationen nehme ich zurück. Es lag selbstverständlich nicht in meiner Absicht, Mitglieder der Christlich-Demokratischen Union (CDU) und damit auch Mitglieder Ihrer Fraktion im Kulturausschuss in irgendeiner Weise zu beleidigen.“ Doch dann stellte er noch die Forderung, auf Äußerungen, „wie die des Herrn Hinzmann (CDU) zu verzichten“. Auch kritisierte Labendz den nicht „glücklichen politischen Stil“, wenn die CDU-Fraktion einen Ratsausschusskollegen aus ihren Reihen, Werner Arend, bittet, in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und Notar „gegen mich“ juristisch vorzugehen. Die SPD gab Labendz dennoch keine Rückendeckung. Damit war Labendz’ Verhältnis zu seiner Partei gestört, was später zu seinem Austritt führte. Mit dem aus der Grüne-Fraktion ausgetretenen Gerd Schiwy bildete er eine eigene Ratsfraktion. 1994 begründete er die Dorstener Ortsgruppe der „Partei des Demokratischen Sozialismus“ (PDS) mit und ist heute noch Mitglied der aus PDS und WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) 2007 gebildeten „Die Linke“.

Wieder nach Dorsten zurückgekehrt

Von 2008 bis 2010 lebte Edmund Labendz auf Rügen. Seine schwer erkrankte Frau starb dort acht Tage nach der Übersiedlung. Bei einem Besuch in seiner Heimatstadt begegnete er einer früheren Kampfgefährtin der FDJ aus dem Jahre 1947, Gertrud Stieglitz geborene Ridder aus Holsterhausen. Er kehrte nach Dorsten zurück und wohnt heute mit ihr in Holsterhausen. – Ist Edmund Labendz ruhiger geworden? Nein – nicht im politischen Gespräch und in der  Diskussion.

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Freie Deutsche Jugend – Nach dem Verbot 1951 in die Illegalität verschwunden

W. St. – Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) war in der DDR die einzig erlaubte Jugendorganisation, gegründet am 7. März 1946 aus den im Juni 1945 errichteten „antifaschistischen Jugendausschüssen“. Sie erfasste Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr und erzog sie im Sinne der Staatspartei SED.  In der Bundesrepublik Deutschland wurde die FDJ im Juni 1951 als verfassungsfeindliche Organisation verboten. Zuletzt hatte sie 35.000 Mitglieder.

1947 gründeten die Brüder Edmund und Ehrenfried Labendz in Dorsten die (kommunistische) „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ), die nach Angaben von Edmund Labendz mit rund 70 Mitgliedern damals eine der stärksten Jugendgruppen in Dorsten war. Die „Ruhr-Nachrichten“ berichteten nur spärlich und negativ über die Jugendorganisation FDJ, während sie über die Junge Union (JU) der CDU fast ständig und beschönigend schrieb. Das lag an der politischen Nähe der Lokalzeitung zur CDU. Daher ist über die FDJ bis zu ihrem Verbot 1951 wegen „verfassungsfeindlicher Bestrebungen“ kaum etwas bekannt. Lediglich das Hissen einer drei Quadratmeter großen Fahne mit dem Emblem der sozialistischen Weltjugendfestspiele auf dem Dachstuhl der neu erbauten Franziskanerkirche löste wenige Wochen nach dem Verbot noch Schlagzeilen aus. Dazu die „Ruhr-Nachrichten“ am 17. Juni 1951, die die Fahne irrtümlicherweise als FDJ-Fahne bezeichneten:

Eine Polizeistreife, die frühmorgens durch die Lippestraße kam, entdeckte die Fahne und entfernte sie. Die etwa drei Quadratmeter große Fahne, die aus blauem Tuch mit einem gelben FDJ-Schild besteht, wurde eingezogen.“

Schon nach dem Verbot von 1951 gingen etliche Dorstener Funktionäre in den Untergrund. Bei einer Großrazzia der Polizei wurden 20 FDJ-Mitglieder festgenommen und verloren fristlos ihren Arbeitsplatz auf der Zeche Fürst Leopold. 14 von ihnen, Männer und Frauen, darunter Edmund Labendz, wurde im Juni 1954 vor der Politischen Strafkammer des Landgerichts Dortmund der Prozess gemacht, der mit Gefängnisstrafen von zwei bis 16 Monaten endete, worüber die „Ruhr-Nachrichten“ ausführlich berichteten. Als sich die FDJ 1954 auch in der Illegalität auflöste, bestand die Dorstener Gruppe noch aus 60 Mitgliedern.

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Quellen: Wolf Stegemann „CDU: Labendz soll sich entschuldigen“ in RN vom 16. Mai 1986. – Gespräch Wolf Stegemann mit Edmund Labendz am 12. Mai 2011. – Autorisiert von E. Labendz im Mai 2011.

 

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6 Kommentare zu Das Porträt: Edmund Labendz – Kommunist, Sozialdemokrat, jetzt Sozialist. Seit jeher läuft er der Utopie vom gerechten Kommunismus nach

  1. Tatjana Urmoneit sagt:

    Erstens: Zu Herrn Kowalskis Kommentar möchte ich mal sagen, das ich es gut finde, dass mein Vater Edmund Labendz die Linke hier in Dorsten gegründet hat. Er ist im Übrigen ein sehr demokratischer Mensch und hat sich immer mit allem auseinandergesetzt. Zweitens; Die heutige Linke ist nicht die Nachfolgepartei der Linken. Da ich viele Jahre im Osten gelebt habe und auch in dieser Partei war – und dazu stehe, kann ich das guten Gewissens behaupten. Des Weiteren scheinen Sie, Herr Kowalski, vergessen zu haben (oder es nicht zu wissen), dass die Bundeskanzlerin und auch deren Vater der SED angehört haben.
    Was sagen Sie dazu. Ist das in Ordnung? – Kann ja sein! Weil sie ein Zögling Kohls war und nunmehr seit vielen Jahren der CDU angehört. Wenn Sie sich mit der Geschichte der DDR und den Gegebenheiten auseinandergesetzt hätten, wüssten Sie, dass keiner aus dieser Bevölkerung hätte studieren können, wenn die Eltern oder die studierende Person nicht in der SED gewesen wären.
    Als Schlusssatz möchte ich noch anmerken, dass mein Vater jedwede Art von Gewalt und Waffengebrauch verabscheut hat.

  2. jupp kowalski sagt:

    Entgegnung auf den Kommentar von H.-J- Bendrin: Kaum spricht man die historische Realität deutlich aus, schimpft die LINKE: Man solle sich schämen! Laue Polemik. Mein Wissen zu der jüngeren und älteren Geschichte ist fundiert. Vergessen ist nichts. Gerne helfe ich Ihnen, sollten Sie Fragen zu meinen Anmerkungen haben. Auch zur Nachfolgepartei derjenigen, die auf Deutsche, die die Freiheit wählten und von Ost nach West flüchten wollten, wie auf Hasen schießen ließen. Meinen Sie, das wird je vergessen? Sie täuschen sich! Auch wenn Sie oder Herr Labendz (dieser aus nachvollziehbaren Gründen) das nicht gerne hören: Die DNA der kläglich untergegangenen SED findet sich in der heutigen Partei der LINKEN im Umgang mit der deutschen Geschichte. Genau da hat sich Herr Labendz geirrt – aber vielleicht hat der ja diesen Schritt auch ganz bewusst vollzogen.

    Und wenn Herr Stegemann erwähnt, dass Herr Labendz der Meinung sei, der Sozialismus sei das „bessere Konzept“, dann lasse ich es mir nicht nehmen, Herrn Labendz und Ihnen zu sagen: Sie täuschen sich gewaltig! Mögen Sie und andere wenige dieser Utopie nachhängen – ich werde mich jedenfalls nie schämen, Ihnen das vorzuhalten, wofür Ihre Ideologie steht: Für Unterdrückung, Diktatur und Unfreiheit!
    Und zu Herrn Noske – Sie wollen allen Ernstes eine Linie ziehen zu den Mauerschießbefehl der SED und dem damaligen SPD-Minister der Weimarer Republik?? Unglaublich. Wäre er und andere aufrechte Sozialdemokraten nicht gewesen, hätten damals Hammer und Sichel nicht nur das Berliner Stadtbild geprägt! Muss ich ausgerechnet Ihnen die damalige Situation in der UdSSR erläutern? Wäre das eine Blaupause für Deutschland gewesen? Nein! Die Konsequenz von Gustav Noske spiegelt sich auch in der späteren Standhaftigkeit von Otto Wels, wenn Sie wissen, was ich meine! Es ist die Tragik Weimars, dass die braune Brut die Zerstrittenheit der Weimarer Demokraten und die Moskauhörigkeit der Kommunisten nutzen konnte, um Deutschland in die Katastrophe zu führen. Es ist die Stärke unserer Demokratie gewesen, die die Bevölkerung der DDR dazu gebracht hat, die SED hinweg zu fegen und die zur Wiedervereinigung führte. Der Kommunismus oder der Sozialismus, da sollten sich Herr Labendz und Sie sicher sein, ist bewiesenermaßen nicht „das bessere Konzept“. Das, meine Herren, hat endgültig versagt.

  3. Hanns-Jürgen Bendrin sagt:

    Leute wie der Kommentator jupp kowalski sollten sich einfach mal schämen. Den Artikel über Edmund Labendz mit Sicherheit nur halb, nicht vollständig gelesen und dann vermuten wie…der ist mit Sicherheit nicht deshalb verurteilt und inhaftiert, sondern deswegen…. Auch vergaß Herr Kowalski die zahlreichen SPD-ler zu erwähnen, die dereinst ebenfalls der KPD bzw. der DKP angehörten. Aber da schweigt des Sängers Höflichkeit bekanntlich, wie immer. Und die vagen Versuche, die Linke wie immer als „SED-Nachfolgepartei“ zu bezeichnen, ist abgedroschen. Ich bin Mitglied dieser Partei und Inhaber des Ressorts Arbeit, Soziales … Wenn wir auf alten Plattitüden herumreiten wollen könnte ich auch sehr weit zurückgreifen. Ich denke da an einen Reichsminister aus der SPD, Noske hieß er, der seinerzeit während des Arbeiteraufstands zahlreiche Kommunisten, Spartakisten und Trotzkisten einfach umbringen ließ. Davon spricht heute in der SPD kein Mensch mehr.

  4. Dirk Hartwich sagt:

    Edmund Labendz ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Engagiert und geradlinig. Ich habe gute Erinnerungen an politische Diskussionen, die in den 70er-Jahren an der Tagesordnung waren. Ein wichtiges Portrait in dieser schnelllebigen und vergesslichen Zeit.

  5. jupp kowalski sagt:

    Lieber Herr Stegemann – danke, jetzt wird das Profil von Herrn Labendz mit seinen „Brüchen“ für mich etwas „runder“. Wie er dann aber die PDS in Dorsten mit gründen konnte (und heute noch Mitglied der LINKEN ist), ist mit jedoch zweifelhaft, bestätigt aber meine Einstellung zu dieser SED-Nachfolgepartei und deren Alt-Klientel.

  6. jupp kowalski sagt:

    Lieber Herr Stegemann – es hätte doch zumindest deutlicher erwähnt können, dass die Ideologie, die Herr Labendz mit der DKP und KPD vertrat (und sicher noch romantisch im Kreise der LINKEN nachträumt) – eine totalitäre war, undemokratisch und mörderisch. Vielleicht hätte man ein kurzes Interview mit ihm führen können. Die Antwort auf die Frage, wie Herr Labendz zu den Mauertoten steht, wäre für mich interessant gewesen. Der Mann wurde zu Recht vom Verfassungsschutz beobachtet. Der saß doch nicht – wie der Artikel leider vermuten lässt – wegen seiner Ideologie im Gefängnis. Der ist wegen gefälschter Papiere und „verfassungsfeindlicher Umtriebe“ verurteilt worden. Und das bestimmt nicht, weil er die „Internationale“ geträllert und die Faust geballt hat.

    Mein persönliches Fazit aus dem Artikel: Ambivalent. Der Abscheu als Demokrat vor der von Herrn Labendz offensichtlich heute noch vertretenen menschenverachtenden Ideologie überwiegt deutlich vor dem Respekt von einem konsequent für „seine Sache“ eintretenden, am Ende seines Lebens stehendem Menschen.

    Kurze Entgegnung des Autors: Ich kenne Herrn Labendz seit Jahrzehnten. Er hat den Kommunismus verlassen, weil er das Menschenverachtende und die Verbrechen und das Undemokratische daran dann doch erkannt und verachtet hat. Er gehört zu denen, die nach den Erfahrungen des Nationalsozialismus geglaubt haben, dass der Sozialismus das bessere Konzept hat, um eine Wiederholung des Nationalsozialismus zu verhindern. Edmund Labendz steht zu seinem Leben und zu den Brüchen. Das ehrt ihn! Wenn dies in meinem Artikel nicht „rübergekommen“ ist, tut mir das leid. Dann ist das mein Fehler! – Wolf Stegemann

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